Kennen Sie die in England, den USA und Japan so erfolgreiche Fernsehshow „Hole in the Wall“? Nein? Nun, das gleichnamige Arcadespiel für Kinect auf dem Xbox Live Marktplatz können Sie das ändern. Sie wollen mehr erst mehr über dieses Erfolgskonzept erfahren? Dann lesen Sie unser Review.
Das die Japaner immer für verrückte Showkonzepte zu haben sind, sollte mittlerweile bekannt sein. So stammt auch das Konzept zu „Hole in the Wall“ aus Japan. Das Ganze ist eine Art menschliches Tetris. Ein oder zwei Spieler müssen versuchen ihre Körper möglichst zu verknoten, um durch ein ausgeschnittenes Loch in einer Wand zu passen. Wer nicht durch die Wand passt, wird in das dahinterliegende Wasserbecken gestoßen. Bei der Kinect-Version bleiben Spieler natürlich trocken. Die Posen muss man aber dennoch nachmachen, um möglichst viele Punkte abzustauben.
Bevor es losgeht, werden die Avatare in hautenge, glitzernde, silberne, hochmoderne Ganzkörperanzüge gehüllt. Im Spielmodus „Show“ beginnen Sie mit einer Fernsehshow in Europa und die Wände haben passende Silhouetten zum Thema. So mimen Sie die Haltung von Napoleon, aber erschreckender Weise auch den Hitlergruß ein. Im „Winter“-Bereich wedeln Sie die Piste den Berg hinab oder versuchen durch die Silhouette eines Schneemanns zu passen.
Grafik und Sound
Bei der Gestaltung des Studios hat man sich ganz an das Vorbild aus der Fernsehshow gehalten: Minimalistisch, denn die Wand steht im Mittelpunkt. Dies kann man wohl gut finden, weil es authentisch zur Show passt. Ich habe mich aber eher gelangweilt, weil das Auge keine Abwechslung bekommt. Ein bisschen mehr davon hätte dem Spiel sicher gut getan.
Haben sich die Entwickler bei der Grafik nur auf das nötigste beschränkt, so wurde die Musik und die Geräuschkulisse etwas besser gestaltet. Beispielsweise hört man im Hintergrund die applaudierende Menge und auch die Ansagen des Moderators klingen gut und sind sogar abwechslungsreich.
„Hole in the Wall“ ist erst der zweite Kinect-Arcadetitel seit erscheinen des Sensors. Das sieht zwar nicht gut aus für Kinect, dass der Sensor es drauf hat, konnte er jedoch schon in anderen Spielen beweisen. Bei „Hole in the Wall“ zeigt sich Microsofts Erkennungssoftware aber leider nicht von ihrer besten Seite. Viele der Silhouetten habe ich richtig ausgefüllt und auch die Anzeige war entsprechend grün. Wenn dann doch noch das rote X als Zeichen des Misslingens erscheint, steigt schnell der Frust. Man hat zwar drei Fehlversuche pro Level, diese sind aber schnell aufgebraucht, wenn der Sensor immer wieder die Körperumrisse falsch erkennt.
Besondere Probleme lauern auf Personen mit einer Körpergröße über 1,80 Metern. Viele der Figuren in der Wand sind eher für kleine Personen ausgelegt und sicher nicht für große Europäer mit fast zwei Metern wie mich. Immer wieder musste ich in die Knie gehen, um die Form richtig auszufüllen, was zur Folge hatte, dass meine Füße nicht mehr perfekt in die Form passten. Hier hätte man doch eine Anpassung an die Körpergröße vornehmen müssen.
Der Showmodus wie auch der Überlebensmodus, in dem man keine Fehlversuche hat, können mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Jeweils zwei Personen spielen pro Team gegeneinander. Das Problem hierbei ist, dass das andere Team immer völlig aus dem Spielfeld verschwinden muss, um dem Kinect-Sensor keine Probleme zu bereiten. Bereiten Sie ihre Freunde also darauf vor das sie immer wieder das Zimmer verlassen müssen, während Sie drinnen Ihren Körper verrenken. Auch hier kommt nicht wirklich Spaß auf und ein fehlender Onlinemodus setzt dem Ganzen die Krone auf.
Einzig und allein der Sound und die Umgebungsgeräusche im Spiel geben dem Spieler annähernd das Gefühl, er wäre in einem Fernsehstudio. Hätte man sich mehrere verschiedene Spielmodi und abwechslungsreichere Umgebung einfallen lassen, hätte man aus „Hole in the Wall“ bestimmt noch mehr rausholen können.
Zusammenfassung
Viel hätte draus werden können, wenig ist es am Ende geworden. „Hole in the Wall“ macht nur ansatzweise ein bisschen Spaß. Schon bald ist man von der schlechten Kinect-Erkennung gefrustet, schläft ein aufgrund des langweiligen Leveldesigns oder streitet mit seinen Freunden, weil man sie alle fünf Minuten aus dem Zimmer werfen muss. Das Kinect mehr kann, haben andere Titel schon öfters bewiesen. Für „Hole in the Wall“ gibt es aber nur ein „Nicht Genügend“.
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