Ende April veröffentlichte SEGA die Videospielumsetzung des Kinoblockbusters „Thor“, der mittlerweile schon auf DVD und Blu-ray erhältlich ist. Nachdem vom Multiplattform-Release des Hammerschwingers im Prinzip nur die Nintendo DS-Version den Test bestand, sind wir gespannt, wie sich die 3DS-Fassung schlägt. Wenn Sie es mit uns herausfinden wollen, sollten Sie sich das folgende Review nicht entgehen lassen.
Story
Wie im Comic beschützt Thor auch in der Nintendo 3DS-Version des Kinofilmablegers seine Heimat Asgard, die aus heiterem Himmel von Trollwesen wahrlich überrannt wird. Mit seinem Hammer bewaffnet und seinem Bruder Loki an der Seite muss Thor Asgard samt allen Bewohnern vor dem plötzlich auftauchenden Feinden beschützen. Mit dabei sind auch gigantische Bossgegner, denen nur schwer beizukommen ist, sowie weitere Charaktere aus dem Universum von „Thor“.
Den ersten Auftritt feierte der Marvel-Held im Jahre 1962 in Journey Into Mystery #83. Seine Erscheinungsform sowie seinen Namen hat der hammerschwingende Superheld von dem nordischen Donnergott Thor. Wie auch in der Mythologie sind seine Eltern Odin und Forjgyn, von denen er auch seine übermenschlichen Kräfte erhielt. Wie es sich für einen nordischen Gott gehört, besitzt der im Comic rund zwei Meter große und rund 290 Kilo schwere Hüne eine außergewöhnliche Stärke. Seine Waffe ist sein Hammer, der den Namen Mjöllnir trägt, und mit dieser mächtigen Waffe versucht er, seine Heimat Asgard zu schützen.
Gameplay
Die 3DS-Version orientiert sich an der Wii-Version, die ebenfalls von der Spieleschmiede Red Fly Studio entwickelt wurde. Sie spielen Sie in einer dreidimensionalen Welt, die wie auch in den anderen Version von trollartigen Wesen überfallen wird. Thor, der voller Zorn ist, kämpft sich dabei mit seinem allseits bekannten Hammer durch die Monsterhorden. Unterstützt wird er bei diesem Hack’n’Slay-Abenteuer durch seinen Bruder Loki, der Ihm „hilfreich“ zur Seite steht. Weiters verlässt sich Thor auf die Kräfte Odins, die man mittels Touchscreen auslöst. Dabei kann man beispielsweise die Schadenswirkung des Hammers verstärken oder mächtige Blitzattacken heraufbeschwören. Verwendet wird dafür Odinskraft, die man im Kampf sammelt.
Doch nicht nur Odinskraft oder Heilkugeln werden eingesteckt, auch mächtige Runen sind auf der Reise zu finden. Dieses Unterstützungsgegenstände sind teils ganz offensichtlich platziert aber auch hier und dar hinter einem Eiskristall oder ähnlichem versteckt. Die Erkundung der Areale ist deshalb wirklich zu empfehlen.
Man hat zwar bis auf die Wahl von vier Runen keine Freiheit im Spiel, dennoch macht das Monsterverprügeln richtig Spaß. Der Grund dafür ist wohl die einfache und intuitive Steuerung sowie die verschiedenen Spielelemente. So muss man auch hin und wieder fliegende Feinde aus dem Weg räumen, Quicktime-Events meistern und gigantische Bossgegner bezwingen. So wird der Spieler bei Laune gehalten, was auch bitter nötig ist, da die repetitive Beseitigung von kleinen Monstern auf Dauer langweilig werden würde.
Grafik und Sound
Es sieht so aus, als würde sich mein Verdachte einer Portierung der Wii-Version auf dem 3DS bestätigen. Die Spielwelt, die Charaktere, die Animationen und auch die Bossgegner sehen verdammt nach handelsüblicher Wii-Grafik aus, die nun auf einem kleineren Display präsentiert wird. Das ist allerdings kein Nachteil sondern eigentlich wirklich in Ordnung. Alles ist gut zu erkennen und auch die Kämpfe sehen für ein tragbares Handheld gar nicht schlecht aus. Dazu kommt der 3D-Effekt, der vor allem bei den Flug-Levels seine ganze Klasse ausspielt. Doch es ist nicht alles rundum perfekt. So vermisst man des öfteren eine Kollisionsabfrage, wodurch schnell mal ein Bein oder der halbe Superheld in einer Wand verschwinden. Weiters ist die Kamera nicht manuell nachjustierbar, wodurch einem oft der ideale Blick aufs Geschehen verwehrt bleibt.
Soundtechnisch gibt’s ebenfalls nicht wirklich was zu meckern. Der größte Vorteil liegt hier wohl bei der Vertonung aller Dialoge, die obendrein auch authentisch wirkt.
Gesteuert wird mit dem Schiebepad sowie den Buttons, bei den Quicktime-Events werden zudem die Schultertasten oder das Steuerkreuz benötigt. Diese Quicktime-Events sind zwar ein gelungener Pausenfüller, dennoch hätte ich mir hier mehr Interaktion gewünscht. Man hätte ja den Touchscreen oder die Bewegungssensoren im 3DS nutzen können. So musste man beispielsweise bei „Naruto Shippuden 3D: The New Era“ den 3DS schnell zur Seite kippen oder ähnliches. Hier muss man lediglich die Schultertasten oder das Steuerkreuz verwenden. Ansonsten ist die Steuerung nicht hundertprozentig genau, was aber bei einem Hack’n’Slay dieser Art nicht wirklich nötig ist. Klar wäre es schön, wenn alle Eingaben exakt erkannt werden, aber die Beeinträchtigung ist nur gering.
Atmosphäre
Die Atmosphäre lebt vor allem von den vielen vertonten Dialogen, die den Spieler immer tiefer in die Geschichte von “Thor: God of Thunder” hineinziehen. Dazu kommen das Runen- sowie das Fähigkeitsfreischaltsystem, die für zusätzlichen Tiefgang sorgen.
Alles in allem bin ich recht zufrieden. Offenbar funktioniert am Nintendo 3DS, was auf den großen Heimkonsolen nicht geklappt hat. Die Optik ist ganz ok, die Vertonung der Dialoge ist richtig klasse und das Gameplay bietet einige Variationen. So wird dem Spieler ein unterhaltsames Hack’n’Slay präsentiert. Fans des Genres können hier gerne zugreifen.
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