Was ist schon ein Kampfspiel ohne richtige Männer. Die Muskelberge, die einfach in keinem Spiel dieses Genres fehlen dürfen. Die Antwort? Ein Erfrischendes! "Arcana Heart 3" ist so ein Spiel und Männer sucht man hier vergebens. Warum das Spaß macht, lesen Sie in unserem Review.
Story
Der dritte Teil der "Arcana Heart"-Franchise ist endlich in Europa gelandet. Doch wir wollen hier nicht viel Zeit mit der Historie des rein weiblichen Beat'em Ups vergeuden und sehen uns zu Beginn einmal den Trailer zum Spiel an.
Ein Traum für jeden Animefan wird wahr! "Arcana Heart 3" bringt uns sage und schreibe 23 spielbare Mädchen. Eine unterschiedlicher als die andere, nur das eine haben alle gemeinsam: Sie sehen alle nicht älter als 14 Jahre aus. So kann man der kleinen Eko sowieso nicht mehr als fünf Jahre geben, während Charaktere wie Weiß oder Scharlachrot - yep, es haben auch Charaktere mit deutsche Namen ins Spiel gebracht - maximal an der 14-Jahre-Grenze kratzen.
Es gibt in "Arcana Heart 3" einen Story-Modus, der zwar mit jedem Charakter durchspielbar ist und auch eine eigene Geschichte für jedes Mädchen verspricht. Doch sieben Kämpfe, Standbilder der einzelnen Mädchen, Standbilder einer Reporterin, einen Endboss und eine originelle, vor allem quietschige Sprachausgabe sollte man nicht eine Geschichte nennen. Nein, das sollte man wirklich nicht. Die große Motivation, trotzdem mit allen 23 Kreischerinnen die Geschichte durchzuspielen, ist die PS3-Trophäe, die einem dafür winkt.
Aber auch das Gameplay selbst motiviert den Spieler und fesselt ihn für längere Zeit an den Controller. Und auch wenn die Mädels ohne Hilfe wahnwitzige Kombos vom Stapel lassen, so bekommen die Angriffe mit ihren arkanen Mächten noch einmal eine Extraportion Crazyness und 5.000 Extrabilder pro Sekunde dazu. Dann blitzt und blinkt es an allen Ecken und Enden, und ehe man es sich versieht, wurde die Gegnerin mit einer 100+ Hit-Kombo zur Strecke gebracht. Das Beste an den ebenfalls 23 verfügbaren Arcanas ist die Möglichkeit, diese mit allen Mädchen zu kombinieren. So kommt man - laut der Spieleverpackung - auf über 500 verschiedene Charaktertypen. Denn, so sie es noch erwähnt, die Arcanas bieten unterschiedliche Boni auf Angriff und Verteidigung. Wow, kann man da nur sagen!
Wie man auch in diesem Video gesehen hat, ist die Kleidung, genau wie die Story, etwas kurz geraten. Bei vielen Mädchen wurde auch auf eine realistische Oberweite Wert gelegt, genauso wie man es aus den Animefilmen kennt. Während der Kämpfe gibt es auch noch einen schmalen Streifen am Bildrand, der den Spieler mit zum Kampf passenden Animationen versorgt. Hier kann man dann seine Kämpferin im Großformat begutachten.
Neben dem Story-Modus erwartet uns bei "Arcana Heart 3" aber auch noch ein Trainings-Modus, eine feiste Jagd nach dem Highscore und auch der Mehrspieler-Modus, dazu aber später etwas mehr.
Die pixelige 2D-Grafik sieht aus als wäre sie direkt vom Vorgängermodell der PlayStation 3 herüber gehopst. Die Charaktere und die Hintergründe sind nicht gerade das, was man sich von einem Spiel aus dem Jahre 2011 erwartet. Was an akzeptabler Optik fehlt, versucht der Titel mit den Effekten und Blitzgewittern beim Ausführen einer Kombo wieder gut zu machen.
Der optische Höhepunkt ist einfach die Artenvielfalt der verschiedenen Mädchen. Sei es die kleine Eko, die sich ein Strichmännchen baut, um mit diesem dann den Kampf zu bestreiten, das Mädchen, dass in einer formbaren Wasserblase steckt, Catherine, die mit ihrer Hasenohrenkappe vor jedem Kampf in ihren riesigen Roboter steigt oder die übrigen zwanzig skurrilen wie interessanten Gestalten.
Akustisch wurde bereits verraten, dass es nur die originale Spracheausgabe gibt und zum Glück für alle Nichtasiaten eine englische Untertitelfunktion. Wer dieser Stilrichtung sowieso gewogen ist, der wird auch bei diesem Spiel kein Problem mit den quietschenden Gladiatorinnen haben. Alle anderen können immer noch auf lautlos schalten.
Die Steuerung präsentiert sich typisch für ein Prügelspiel. Jede Menge Knöpfe, die alle in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden sollten, um die volle Macht zu entfesseln. Wer darin noch nicht so geübt ist, der darf sich in den Einstellungen eine vereinfachte Steuerung aussuchen. Jetzt sind die halsbrecherischen Kombos und Finishers nicht mehr ganz so kompliziert und mit ein paar auserlesenen Tasten ist man schon mittendrin statt nur dabei.
Der Mehrspieler-Modus lockt mit einem One-on-One-Modus, der sich sogar in Ranglisten- und Nicht-Ranglisten-Matches unterteilen lässt. Wer online spielt, der muss mit seinem Charakter schon sehr gut umgehen können, da man dort meist nur auf die totalen Pros trifft, die einen zerstören, bevor man überhaupt das erste Mal auf dem Boden aufschlägt.
Atmosphäre
Die schnelle Musik und die Sprachausgabe lassen keinen Zweifel aufkommen, aus welchem Land dieses Spiel kommt. Animefans werden von diesem Titel sicherlich total begeistert sein, wobei man sagen muss, dass das Spiel ja eigentlich Spaß macht, durch die miese Pixelgrafik aber wieder viel an Attraktivität einbüßt. Am besten gefallen aber ohne Zweifel die vielen unterschiedlichen Kämpferinnen.
Die Zutaten von "Arcana Heart 3" sind viele coole Mädchen, verschiedene Kampfstile, arkane Mächte und eine schlechte Grafik. Die Möglichkeit, 23 Charaktere mit 23 Arcanas zu kombinieren, um sich die perfekte Kämpferin zu erstellen, ist schon ziemlich cool. Auch die Kombos und Finisher können sich sehen lassen, während die Figuren und die Hintergründe leider sehr pixelig ausfallen. Der Mehrspieler-Modus bietet zwar nur einen simplen Duellmodus, es ist aber eine riesige Herausforderung gegen die Besten der Welt antreten zu dürfen oder zu müssen.
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