Schon zum Launch des Nintendo 3DS im März dieses Jahres bekannte Ubisoft Farbe zu rasanter Rennaction. Damals wurde „Asphalt 3D“ ins Rennen geschickt und nun wartet mit „Driver: Renegade 3D“ der nächste Highspeed-Racer auf die 3DS Besitzer. Ob der Titel eine Empfehlung wert ist oder nicht, erfahren Sie im folgenden Review.
Background
Im Oktober 1999 erblickte der Debüt-Titel der „Driver“-Spielreihe das Licht der Welt. Aufgrund des Erfolgs wurde der Racer für die PlayStation, den PC, den Game Boy sowie den Apple Macintosh veröffentlicht – und rund zehn Jahre später auch für Apples iOS (iPhone und iPod touch) umgesetzt. Weiter ging es im November 2000 mit der Veröffentlichung von „Driver 2“, ehe 2004/05 der dritte Teil der Reihe unter dem schnittigen Namen „Driv3r“ den Weg in den Handel fand. Rund zwei Jahre später erschien „Driver: Parallel Lines“ für den PC, die PlayStation 2, die Xbox und die Wii.
Doch dann wurde es schon ziemlich still um das Franchise. Einzig „Driver 76“ wurde noch für die PlayStation Portable veröffentlicht und hier sind wir nun. Endlich können sich die Fans der Reihe auf neuen Stoff freuen, denn ab sofort ist „Driver: San Francisco“ für die PlayStation 3, die Xbox 360 und den PC im Handel erhältlich. Doch auch die Besitzer eines Nintendo 3DS wurden mit einem neuen Titel gesegnet. Dabei handelt es sich nicht um „Driver: San Francisco“ sondern ein eigenständiges Spiel, das den Namen „Driver: Renegade 3D“ trägt.
In „Driver: Renegade 3D” erwarten Sie im Prinzip zwei Spielmodi. Es gibt einen Abenteuer- sowie eine Karrieremodus. Doch so unterschiedlich sind die beiden Modi gar nicht.
Im Abenteuermodus absolvieren Sie 20 Missionen in der Rolle von Tanner. Dabei müssen Sie Rennen gewinnen, in einer vorgegebenen Zeit von A nach B kommen oder einen Flüchtling einholen. Im Prinzip geht’s aber immer ums Gleiche. Sie versuchen stets, so schnell wie möglich von zum Ziel zu gelangen. Sollten das Auto zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, sieht man Beschädigungsspuren und man wird aufgefordert, eine Werkstatt aufzusuchen.
Weil ich gerade beim Thema Werkstatt bin. Eine solche Schrauberhütte ist auch im Spiel untergebracht. Hier können Sie einen Blick auf die freigespielten Karren werden und diese sage und schreibe in fünf unterschiedlichen Farben erstrahlen lassen. Traurig aber wahr, mehr Indivualisierungsmöglichkeiten gibt es nicht.
Als zweiten Modus gibt es die Karriere, in der Sie sich vom kleinen Fisch zum König der Straße hocharbeiten. Hier erwartet Sie eigentlich das Gleiche wie im Abenteuermodus. Nun werden die Missionen aus dem Abenteuermodus mit Titeln wie „Zeitrennen“ oder ähnliches bezeichnet. Für jede Herausforderung die Sie in diesem Modus meistern, gibt es einen Erfahrungslevelzuwachs. Zusätzlich werden dabei auch noch neue Karren und weitere Herausforderungen freigeschaltet. Beim Karrieremodus muss man jedoch auf die genialen Comicstil-Zwischensequenzen verzichten. Hier ein Beispiel einer solchen Zwischensequenz, die ein wenig an die Videos von „inFamous“ erinnert:
Kommen wir nun zum Fahrgefühl. „Driver: Renegade 3D“ glänzt durch Arcadelastigkeit. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Realismus und ein authentisches Fahrgefühl eher im Hintergrund sind und dafür der Spielspaß und der leichte Einstieg im Vordergrund stehen. Der Titel stellt von der Komplexität her somit für jeden ambitionierten Hobbyraser alles andere als eine Hürde dar. Vom Fahrgefühl und Fahrphysik her erinnert mich der Titel stark an Ubisofts „Asphalt 3D“.
Alles in allem kann man nur sagen, dass der Titel, wenn man auf Arcadelastigkeit steht, auf alle Fälle überzeugt. Es gibt über 100 Missionen und Herausforderungen sowie massenhaft Karren freizuschalten, womit der langfristige Spielspaß nicht zu kurz kommt. Ich hätte mir noch etwas mehr Indiviualisierungmöglichkeiten gewünscht oder eine frei zugängliche Open World, in der man die Herausforderungen annehmen kann, aber an und für sich ist das Gebotene wirklich ok.
Grafik, Sound & Atmosphäre
Im Bezug auf die Optik bin ich hin- und hergerissen. Die Videos bzw. Zwischensequenzen sind optisch mehr als nur ansprechend. Die Vielzahl der verschiedenen Autos muss man an dieser Stelle auch positiv hervorheben, doch wenngleich die Präsentation der Häuser, Stadtgebiete und Brücke ganz gut aussieht, fehlt mir ein wenig die Liebe zum Detail. Es ist einfach kein Leben in der Stadt. Es gibt keine Menschen, keine Ampeln oder Werbetafeln, die ein wenig Atmosphäre versprühen. Nur die Zwischensequenzen als Atmosphäre-Erzeuger dem Spieler hinzuwerfen ist meiner Meinung nach etwas zu wenig.
Soundtechnisch gibt’s ebenfalls Höhen und Tiefen. Während die Vertonung der Zwischensequenzen ein wahres Highlight ist, enttäuscht der Sound in den Rennen und auf der Straße. Die donnernden Motorengeräusche klingen nicht besonders gut. Schade, hier wäre mit Sicherheit noch mehr drinnen gewesen.
Die Steuerung ist wirklich einfach, weshalb niemand vor dem Titel Angst haben muss. Man kann sich eigentlich gar nicht blamieren, da das Handling voll auf den Gelegenheitsspieler ausgelegt ist. Man steuert mit dem Schiebepad oder dem Steuerkreuz, während man mit der rechten Hand Gas gibt und bremst. Mit den Schultertasten kann man ein schnelles Ausweichmanöver vollführen, das jedoch unnatürlich wirkt.
Alles in allem kann ich den Titel Racingfans, die einen 3DS besitzen und auf Arcadelastigkeit stehen, nur wärmstens empfehlen. Ubisoft hat es verstanden, dem Spieler ein unterhaltsames Rennspiel für kurze Intermezzi zu servieren. Der Umfang stimmt, die Zwischensequenzen sind genial, aber dafür gibt’s keine wirklichen Mehrspielermodi, keine wirklichen Individualisierungsmöglichkeiten und nur eine mittelprächtige Atmosphäre.
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