Vor rund sechs Monaten schlug ein Trailer eines Videospiels große Wellen. Millionenfach wurde dieser Trailer im Netz angeschaut und hat große Vorfreude ausgelöst. Es handelte sich dabei um den Announcement-Trailer zum Horror-Action-Titel „Dead Island“ von Deep Silver und Techlands Survival. Ob das Spiel ähnlich wie dieser atmosphärische Trailer überzeugt oder nicht, erfahren Sie im folgenden Review.
Story
Auf der fiktiven Insel Banoi wachen Sie aus heiterem Himmel auf und Ihren Urlaub haben Sie sich wohl anders vorgestellt. Als einer von vier Charakteren (Logan, Purna, Xian, Sam B.) kämpfen Sie im einstigen Urlaubsparadies nicht gegen das Burnout-Syndrom sondern ums nackte Überleben. Gut das Sie nicht wie in „Dead Rising 2“ komplett auf sich alleine gestellt sind. In „Dead Island“ können Sie sich nämlich auf die Hilfe von bis zu drei Mitspielern im Online-Multiplayer-Modus verlassen. Jeder der Charaktere kann alle Waffen verwenden, doch hat auch jeder eine Spezialfähigkeit. So ist Sam B. der Mann fürs grobe, der mit stumpfen Waffen dem untoten Pack einheizt, während beispielsweise Purna eine Spezialistin für Feuerwaffen ist. Gerade zu Beginn müssen Sie nehmen was Sie finden, denn die „richtigen“ Waffen werden erst im späteren Spielverlauf verfügbar.
Hier der im Intro angesprochene Announcement-Trailer:
In der Open World erfüllen Sie Aufträge um den wenigen Überlebenden zu helfen, neue Gegenstände zu erhalten oder einfach nur ein paar Dollar abzugreifen. Man glaubt es kaum, aber selbst auf einer zombieverseuchten Insel ist Bares mehr als nur wichtig. Das nötige Kleingeld, das für das Aufrüsten von Waffen benötigt wird, können Sie bei Leichen, in Kästen oder in Gepäckstücken finden. An handelsüblichen Werkbänken rüsten Sie im Spielverlauf mit dem gefundenen Geld Ihre gefunden Waffen auf oder erschaffen selbst Waffen mit speziellen Fähigkeiten. Durchs Aufrüsten werden Verbesserungen hinsichtlich Schaden, Haltbarkeit und vieles mehr erzielt.
Damit der Titel nicht nur ein sinnbefreiter Zombieshooter ist, wurden ein paar Features im Spiel untergebracht, die für etwas mehr Tiefgang sorgen. Dank des integrierten Erfahrungssystems schalten Sie ständig neue Fähigkeiten frei und auch mit den Waffenupgrades sowie dem Inventarsystem fällt das Überleben auf der Insel des Schreckens bedeutend einfacher. So können Sie eine Vielzahl von Waffen und Gegenständen aufnehmen und dieses auch mit einem Menüaufruf auch schnell wechseln. Wenn das Paddel den Geist aufgibt, heißt es improvisieren und beispielsweise ein rostiges Rohr oder ein Brecheisen auspacken.
Dank des Erfahrungssystems können Sie neue Fähigkeiten wie 10% mehr gefundenes Geld, automatische Lebensregeneration und vieles mehr erlernen. Das ist zwar etwas fernab der Realität, aber passt ganz gut ins Spiel. um etwas mehr Tiefgang zu erzeugen.
Die Kämpfe, von denen „einige“ zu meistern sind, können im Bezug auf Brutalität und Schockmomente nur schwer überboten werden. Schade ist dabei, dass teils etwas die Übersichtlichkeit verloren geht. Wenn ein Zombie all zu nahe kommt, gilt es einen Quicktime-Event zu meistern, um die eigene Haut zu retten. Alles in allem ist der Singleplayer-Modus ganz unterhaltsam, aber man merkt recht schnell, dass man hier als Team viel mehr erreichen kann.
Hier sehen Sie ein Gameplay-Video zum Spiel:
Grafik und SoundIn “Dead Island” findet die Chrome Engine 5 Anwendung. Der Vorgänger dieser Grafik-Engine kam beispielsweise beim Multiplattformtitel „Sniper: Ghost Warrior“ zum Einsatz. Zwar wurden einige Fehler des Vorgängermodells ausgebessert, aber einige davon sind noch immer präsent. So merkt man gleich einmal, dass die Kollisionsabfrage noch immer nicht vollständig unter Kontrolle ist. Auch die Animationen der Zombies sehen oft etwas unnatürlich und unglaubwürdig aus.
Abgesehen von diesen beiden Mankos ist die Optik allerdings auf einem guten Niveau. Die Insel ist gespickt mit Kleinigkeiten, wie Müll, Sonnenschirme, verlassene Autos und vielem mehr. Ein Punkt, der hier noch Erwähnung finden sollte, ist die Tatsache, dass man das komplette Spiel aus der First Person-Perspektive erlebt. Das ist jetzt kein Problem, aber das Blickfeld wirkt ziemlich eingeschränkt, weil man so nah am Geschehen ist.
Soundtechnisch gibt’s meiner Meinung nach auch nicht viel zu meckern. Der Held spricht, wenn auch nicht besonders viel. Viele NPCs haben was zu erzählen und die Gespräche sind vertont. Die Sprachausgabe ist zwar nur englisch, aber das würde ich eher als Vor- denn als Nachteil bezeichnen. Zu oft wurde schon ein Spiel dank unterirdischer deutscher Synchronisation im Bezug auf die Atmosphäre und die Soundkulisse zum Flop.
Steuerung
Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist schnell erlernt. Die Quicktime-Events sorgen für eine ständige Anspannung, wobei man sich hier auch etwas mehr Mühe hätte geben können. Es reicht einfach nur IMMER L1 und anschließend R1 zu drücken, um sich von einem Zombie zu befreien. Mit etwas mehr Variation wären Spieler mit Sicherheit sicher auch klar gekommen. Ddie Navigation durchs Menü finde ich persönlich ok, aber nicht restlos überzeugend.
Der Mehrspielermodus ist meiner Meinung nach das Kernelement des Spiels. Am besten startet man das Spiel als Viererteam, wobei jeder einen der vier Charaktere übernimmt. Wenn man noch die Spielweisen der Spieler auf die Charaktere abgleicht, steht einer erfolgreichen Zombie-Räumungsaktion wohl nichts mehr im Wege. Hier sollte man sich auch ähnlich wie bei MMORPGs im Bezug auf das Skillen absprechen und Klassentypen definieren. Beispielsweise eignet sich Sam B sehr gut als Tank, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist meiner Meinung nach ein großer Vorteil des Spiels. Zwar ist die Story nicht der Überkracher, aber dennoch erfüllt Sie den Zweck. Spannender finde ich hier die ständige Gänsehaut-Stimmung. Sobald man das typische Zombie-Gestöhne vernimmt, ist man schon hellhörig und angespannt. Wo und vor allem wie viele Zombies sind da? Die Präsentation der Insel sowie die Vertonung der Dialoge sind ebenfalls wichtig für die Atmosphäre-Erzeugung.
„Dead Island“ ist sicher kein Spiel für jedermann. Ganz im Gegenteil wird hier meiner Meinung nach nur eine ganz spezielle Zielgruppe angesprochen. Der 4-Spieler-Coop-Modus ist das Kernelement, aber auch der Singleplayer-Modus kann aufgrund des Erfahrungs- und Waffenaufrüstsystems überzeugen. Zwar ist der Titel kein Meilenstein in der Videospielgeschichte und vor allem hat man sich nach dem Announcement-Trailer mehr erwartet, doch ist „Dead Island“ ein solider Survival-Horror-Titel.
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