Schach für unterwegs auf der PSP? Gibt es beinahe nicht, besonders keines, das so liebevoll umgesetzt wurde wie „Cohort Chess“.
Nachdem wir das detailreich-motivierend umgesetzte “Me Monstar: Hear Me Roar!” der Cohort Studios bereits genau unter die Lupe genommen haben, begeben wir uns mit dem Entwickler auf klassischere Pfade: Wie der Name schon sagt beschäftigt sich „Cohort Chess“ mit einem der ältesten Klassikern der Spielewelt, dem Schach.
Garri Kimowitsch Kasparow lässt grüßen
Sie sehen das Spielfeld aus der klassischen Vogelperspektive, können von Anfang an mit Leichtigkeit Bauern von Springern unterscheiden und wechseln sich im 2-Spieler-Modus mit einem Freund ab. Soweit noch nichts besonders Spannendes, außer dem Faktum, dass das Spiel von Anfang an mit Liebe erstellt worden zu sein scheint. Die Figuren, die Menüs, die Schrift wirken aus einem Guss und nicht lieblos als Pixel zusammengewürfelt.
In den schnellen Spielen treten Sie gegen sechs Computer-Gegner an. Angefangen mit Boris, dem Russen, dem Schach nicht besonders liegt, da er eher Schach-Boxen bevorzugt, bis hin zu Tara, der Großmeisterin und ungeschlagenen Schach-Lehrerin. Obwohl mir Errungenschaften etwas fehlen, wollen alle Gegner von der weißen und schwarzen Seite her besiegt werden. Dabei stehen Ihnen – je nach Schwierigkeitsgrad des Kontrahenten – eine begrenzte Anzahl von Tipps sowie Rückzugsmöglichkeiten des letzten Zugs zur Verfügung.
Übrigens werden Ihnen praktischerweise optisch direkt bedrohte Figuren rot-glühend angezeigt und bei jeder Figur sehen Sie direkt, wie man sie bewegen könnte.
Noch nicht alles
Neben den klassischen Matches, wo sich manch einer wundern wird, wie schnell man von einem CPU-Schachmeister ausgeknockt wird, kennen doch die meisten die beliebten Schach-Probleme aus der Sonntagszeitung – ähnliches gibt es hier zu entdecken: 24 Schach-Herausforderungen warten darauf, von Ihnen geknackt zu werden. Wenden Sie ein bis drei Züge an, um die gegnerische Partei ins Schachmatt zu treiben. Besonders diesen Modus fand ich motivierend und spannend!
Darüber hinaus wartet ein umfangreiches Tutorial auf Sie: In verschiedenen Lehreinheiten bekommen Sie das Rüstzeug, um als Anfänger in Schach hineinzuwachsen, aber auch um als Fortgeschrittener noch besser zu werden.
Grafik, Sound und Steuerung
Die liebevolle Comic-Grafik der Charaktere, die je nach Spielfortschritt auf ihr Gesicht am Seitenrand verziehen, sowie die schönen Menüs und Symbole fügen sich nahtlos ineinander. Das Blau-Weiß, das etwas bayrisch wirkt, passt sehr gut zum Thema des Schachspiels, wobei man ruhig noch etwas mehr Anleihen an „Battle vs. Chess“ nehmen hätte können – dann wären auch animierte Kampfsequenzen mit dabei gewesen.
Die musikalische Untermalung ist unaufgeregt und angenehm im Hintergrund, Soundeffekte sucht man beinahe vergebens. Einfach gehalten ist indes die Steuerung, die notwendigen Knopfdrücke werden direkt auf dem Display angezeigt.
Okay, Sie erwarten sich auf der PSP bestimmt kein zweites „Fritz“, aber bekommen mit „Cohort Chess“ ein Spiel, das deutlich in die Richtung einer ernstzunehmenden Schachsimulation geht. Ich hätte mir noch etwas mehr Kampf-Animationen oder vielleicht einen Modus mit Spezial-Fähigkeiten gewünscht, aber das werden mir die Entwickler doch in „Cohort Chess 2“ erfüllen, oder? Für Schachfans, die unterwegs ihre grauen Zellen trainieren wollen, ein Top-Produkt.
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