Von der gesamten "Cultures"-Fan-Gemeinde lange schon heiß ersehnt, ist es nun da, das Add-On zu dem knuddeligen Aufbaustrategiespiel aus deutschen Landen. "Die Rache des Regengottes" hält, was Funatics versprochen hat. Die Story ist spannend und abwechslungsreich und auch die kleinen Änderungen im Gameplay wirken sich äußerst positiv aus.
Die Wikinger leben friedlich in ihrem Dorf, nachdem sie von ihrem Abenteuer in der Neuen Welt heimgekehrt sind. Doch eines Tages landen Indianer an der Küste Grönlands und bitten die Wikinger um Hilfe gegen einen mächtigen, unheimlichen und gefährlichen Feind. Diese Bitte können unsere Wikinger natürlich nicht abschlagen und nachdem sie einige Veteranen des letzten Abenteuers angeheuert haben, brechen sie wieder einmal zu ihrer Reise in die Neue Welt auf, ohne wirklich zu wissen oder auch nur zu erahnen, was sie dort erwartet.
Die Kampagne besteht aus sieben Missionen, die während des Spielverlaufs durch Treffen mit anderen Stämmen erweitert werden. Diese Indianerstämme sind den Wikingern gegenüber unterschiedlich gesinnt: Es gibt freundliche Stämme, die Hilfe anbieten, aber natürlich auch sehr aggressive Indianer, denen unsere Wikinger entweder nur aus dem Weg gehen können oder sie besiegen müssen.
Wie bereits in "Cultures - Die Entdeckung Vinlands" ist auch hier das wichtigste, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Anfangs ist es vor allem nötig, die Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen, da die Beeren, von denen sich unsere Freunde anfangs ernähren, zwar nachwachsen, aber doch für eine größere Bevölkerung wirklich nicht ausreichend sind. Ansgar, Olof, Knut und Konsorten schätzen es auch sehr, ein festes Dach über dem Kopf zu haben - es erhöht ihre Produktivität ganz ungemein. Natürlich darf auch der soziale Aspekt nicht vergessen werden. Besonders die Frauen wie z.B. Ragna und Gunnhild wollen möglichst rasch heiraten und einen Hausstand gründen. Sie sind auch sehr eifrig damit beschäftigt, das ganze Haus mit Nahrung zu versorgen (es genügt also, wenn z.B. in einem Dreifamilien-Haus ein verheiratetes Paar wohnt - die beiden anderen Männer werden von der Hausfrau mitversorgt). Zusätzlicher Komfort wie Schuhe, Möbel und Geschirr erhöhen das Wohlbefinden der Bevölkerung. Letztendlich ist auch die Errichtung eines Tempels für die Gemeinschaft wichtig, denn nur Wikinger, die sich wohl fühlen, arbeiten auch so richtig. Wie schon bekannt, kann man auch wieder den Nachwuchs steuern - Büblein oder Mädchen, je nach Bedarf.
Die freundlich gesinnten Indianerstämme erwarten meist ein gewisses Entgegenkommen, und zwar in Form von Waren. Es ist vorteilhaft, den optionalen Forderungen der Indianerstämme nachzukommen, da man dann nicht nur mit diesen Handel treiben kann, sondern auch die Möglichkeit hat - das ist in diesem Add-On neu - Söldner zu rekrutieren. Da die "Bezahlung" für die Söldner aus Waren - meist Waffen oder Ausrüstung - besteht, liegt natürlicher Weise der Schwerpunkt des Spiels auf der Wirtschaft. Und manche Karten sind so pitzelig gestaltet, dass man schon sehr gut planen muss, damit auch wirklich alles reibungslos abläuft und die Wirtschaft blüht und gedeiht. Diese neu rekrutierten Söldner erscheinen gleich nach "Bezahlung" vor dem eigenen Hauptquartier des Wikingerdorfes - ist recht praktisch, da dort zumeist Nahrung lagert und man sie dann gleich verköstigen kann, falls dies notwendig wird. Ich finde, es ist überhaupt sinniger, die Tributzahlungen relativ knapp vor einem geplanten Angriff zu leisten, da dies N ahrung spart!
Es ist nun möglich, die Zivilbevölkerung in Gruppen zu steuern - ist manchmal recht praktisch. Hin und wieder ist es vorteilhaft, die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen, was mit dem Tastendruck "L" möglich ist. Auch der Einbau einer Labyrinth-Mission hat mir viel Spaß gemacht - ist doch einmal etwas anderes, vor allem, da man zu Beginn meint, dass das sowieso ganz einfach ist, aber ganz so ist es dann doch nicht ;-). Außer der neuen Kampagne gibt es noch 7 Einzel-Missionen, die auch spannend und gut gemacht sind.
Zusammenfassung
Das einzig Negative an diesem Spiel - wie es ja auch schon bei " Cultures - Die Entdeckung Vinlands" war - ist, dass man nicht aufhören kann. Man muss einfach noch eine Holzfällerhütte bauen, den Kundschafter noch ein Stück weiterführen, noch Familienplanung betreiben. Es ist wirklich schwierig, da ein Ende zu finden, solange man eine Mission nicht gelöst hat - und dann ist man natürlich schon wieder neugierig, wie es denn weitergehen könnte. Aber eigentlich kann es ja kein besseres Urteil über ein Spiel geben, als dass man immer weiter und weiter und weiter spielen will! (übrigens: "Cultures 2" ist bereits angekündigt! Juhuu!)
Die Grafik ist nach wie vor hervorragend und auch die Steuerung ist handlich und benutzerfreundlich. Sogar das Militär ist nun besser steuerbar und nicht mehr ganz so eigenwillig wie in "Cultures -Die Entdeckung Vinlands". Die Sprachausgabe ist recht putzig und der Sound ebenso, aber das ist bei diesem Spiel sicher nicht das wichtigste Feature. Falls also Ihre Soundkarte ausgefallen ist, ist das hier kein Problem - ich habe es oft - um die Familie nicht zu stören - ohne Sound gespielt und es macht genauso viel Spaß!
Alles in allem: Ein äußerst gelungenes Add-On, das für viele Stunden Unterhaltung und Spaß bietet.
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