Peter Games bringt "AlternativA" ein klassisches Point & Click-Adventure in den deutschen Sprachraum. Ob es sich dabei um eine gelungene Aktion oder eine gescheiterte Alternativumsetzung einer Zukunftsvision handelt, lesen Sie in diesem Bericht.
Story
Um die Spielhülle von "AlternativA" zu zitieren darf man sich auf folgende Geschichte freuen: "AlternativA" entführt Dich in eine Welt des Jahres 2045, die jegliche Erwartungen sprengt. In eine Welt, die durch Kriege und Revolutionen zerstört wurde, eine Welt unter dem Joch einer grausamen Diktatur.
Richard Rocek lebt in dieser Welt und hat nur ein Ziel... zu überleben! Bis dato war das auch kein Problem... doch dann wurde der Bau einer neuen Endora-Firmenzentrale unter mysteriösen Umständen gestoppt. Verbittert will sich Richard nun dem Widerstand anschließen. Menschen, die es wagen, sich dem Staat zu widersetzen. Leider ist nichts wie es scheint, und schon nach seinem ersten Kontakt mit dem Widerstand wird Richard des Mordes bezichtigt...
"AlternativA" handelt von Menschen, die im Leben Pech hatten. Und von mächtigen Konzernen, die in ihrem Streben nach Macht nichts und niemanden respektieren. Tja, aber jeder Mensch hat eine Chance. Er muss sie nur nutzen.
Wie das aussieht, sehen Sie in diesem Video.
Über sieben Ecken musst du sammeln
Nachdem einer der beiden Schwierigkeitsgrade ausgewählt wurde - im schweren Modus hat man nur zwei Leben und bekommt keine Hinweise - kann man sich dem Spiel widmen.
Richard Rocek steht vor einer riesigen Eisentüre, die ins Arbeitsviertel führt. Durch den Baustopp eines neuen Firmenzentrums, hat Richard seine Arbeitszulassung verloren und wird von den Androiden, die die Türe bewachen, aufgehalten. Dabei prasseln bereits zu Beginn elendslange Dialoge auf uns ein. Mit der linken Maustaste können wir diesen Informationsüberfluss aber recht schnell weiterklicken und verlassen uns darauf, dass uns der Androide nichts Wichtiges mitzuteilen hat.
Endlich dürfen wir uns frei bewegen und sehen uns sofort um. Neben uns befindet sich ein Container mit gefährlicher Ladung. Nur mit den Gummihandschuhen, die sich bereits im Inventar befanden, lässt sich im Müll herumwühlen um wichtige Gegenstände zu finden. Diese verbinden Sie dann mit anderen Gegenständen oder wenden diese direkt an Objekten an. So müssen Sie für eine illegal aufgeladene Hochbahn-Fahrkarte zuerst eine Eisenstange finden, diese dann mit einem ebenfalls gefundenen Klebeband umwickeln. Jetzt erst kann Richard beim Hochbahnterminal die Abdeckung öffnen, um mit dem darin befindlichen Glibber die Karte neu aufzuladen. Leider ist der Glibber schon zu hart, um ihn auf dem Ticket zu verschmieren. Daher wird etwas Heißes gesucht, der Glibber verflüssigt, auf die Karte gepappt und dann mit der Hochbahn quer durch das Prag der Neuzeit gefahren.
Sie sehen also, alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird am Besten eingepackt und für spätere Anwendungen und Kombinationen aufgehoben. Versuchen Sie alles untereinander zu verbinden und auch immer wieder zwischendurch bereits bekannte Orte zu besuchen. Manchmal bekommen Sie erst zu einem späteren Zeitpunkt weiterführende Information dargeboten. So wird aus dem Point & Click-Adventure eine schier endlose Lauferei von einem Ort zum anderen. Schnelles Reisen ist zu Beginn des Spiels nicht möglich, erst zum Schluss hin wird Ihnen diese Chance eröffnet.
Zusätzlich zu den zeitaufwendigen Reisen quer durch das Prag der Zukunft, kommen noch die anstrengenden Sucheinlagen. Wer nicht auf die Tabulator Taste – die Hinweisanzeige – drückt, darf sich wie in einem Wimmelbildspiel durch die Schauplätze suchen. Das ist nur zu Beginn des Spiels spannend, zieht sich jedoch mit fortlaufender Dauer immer mehr in die Länge. Zudem muss man wirklich alles untersuchen, da man oft auch sehr kleine Objekte finden oder betätigen muss. Besonders aufgrund der mangelnden Logik bei den Aufgaben ist deren Lösen einige Male sehr schwer.
Um das Spiel dennoch etwas interessanter gestalten zu können, hat man den Sensenmann eingebaut. Ab und an gibt es die Chance während eines Gesprächs zwischen mehreren Antwortmöglichkeiten zu wählen. Wählen Sie die falsche Antwort, dann war es das und Sie müssen die Sequenz von vorne beginnen. Im schweren Modus haben Sie aber nur zwei Leben zu Verfügung, überlegen Sie sich also Ihre Antwort ganz genau. Des Weiteren können Sie im schwierigen Modus nicht auf die Hinweisfunktion zurückgreifen.
Das Prag der Zukunft ist vom Krieg gezeichnet und sieht heruntergekommen aus. Die verschiedenen Schauplätze bieten viel Abwechslung. Egal ob Slums, Industrie- oder die Wohngebiete, jeder Abschnitt zeigt einen einzigartigen Blick in die Zukunft. Zwischen den ganzen zerstörten und von Leuchtreklamen und Werbungen durchzogenen Gebieten treffen Sie immer wieder auf kaputte Androiden, die am Boden und in ihren letzten Atemzügen liegen.
Musikalisch bietet das Spiel ebenfalls keine allzu großen Überraschungen. Wenn es spannend wird, steigert sich die Musik, ansonsten bewegt sie sich innerhalb der Bandbreite von unauffällig bis nicht vorhanden. Die Synchronisation ist wie gewohnt nicht gerade optimal gelungen, der einzige Lichtblick ist die Synchronstimme von “King of Queens“-Star Kevin James.
Steuerung
Genretypisch steuern Sie “AlternativA” praktisch ausschließlich mit der Maus. Für die Hinweisfunktion benötigt man noch die Tabulator-Taste, ansonsten kommt man mit einer handelsüblichen Maus recht gut aus. Während eines Dialoges können die Sätze weitergeschaltet werden und auch die Schauplätze können mit einem Doppelklick übersprungen werden.
Atmosphäre
Die Stimmung im zukünftigen, vom Krieg zerstörten Prag wird sehr gut vermittelt. Die bedrückende Atmosphäre weiß zu überzeugen und auch die Story bietet zwischendurch spannende Passagen. Leider reicht dies nicht für eine durchgehend fesselnde und innovative Geschichte. Die Langwierigkeit des Reisens und das Absuchen nach Hinweisen strapaziert die Nerven und lässt einem schnell die Freude am Spielen vergehen.
”AlternativA” ist ein Point & Click-Spiel, das zwar ein gutes Grundpaket liefert, aber leider nicht mehr. Auf der positiven Seite stehen die vielen unterschiedlichen Schauplätze, die tolle Grundidee für die Geschichte, und die Möglichkeit, im Laufe des Spiels in vier verschiedene Charaktere zu schlüpfen. Auf der negativen Seite aber lassen sich die langwierige Herumlauferei, das wimmelbildähnliche Bildschirmabsuchen, und die schlechte Synchronisation verbuchen - insgesamt eine schlechte Bilanz.
PROS
Mehr als 100 Schauplätze
Vier steuerbare Charaktere
Teilweise mehrere Antwortmöglichkeiten mit Konsequenzen
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