Smartphone-Gamer rund um die Welt schnippeln dank „Fruit Ninja“ seit 2010 auf iPhone, Android und Co fleißig Früchte. Jetzt erobert das Fruchtsalat-Erfolgsrezept mit „Fruit Ninja Kinect“ endlich auch Fernsehschirme. Im Xbox LIVE Summer of Arcade gilt es, mit vollem Körpereinsatz die feine Frucht-Klinge zu führen. Eine große Story bietet der Titel wie schon das Smartphone-Vorbild zwar nicht – dafür aber beschwingten, partytauglichen Arcade-Spaß.
Großer Fruchtsalat
Das Spielprinzip von „Fruit Ninja Kinect“ ist genau so einfach wie auf dem Smartphone. Es gilt, auf den Bildschirm fliegende Früchte mit der Klinge zu teilen, ehe sie herunterfallen – denn ein großer Haufen Schnittobst bringt dicke Punkte. Je nach Spielmodus verläuft die Highscore-Jagd teils bis auf ein wenig Zeitdruck beschaulich, meist aber doch recht hektisch. Denn in den meisten Spielvarianten müssen sich Obst-Ninjas hüten, nicht auch die gelegentlich auftauchenden Bomben zu spalten. Denn der resultierende Knall ist für die Highscore-Jagd äußerst hinderlich – aber gerade im Klassik-Modus auf die Dauer kaum zu vermeiden.
Speziell im Arcade-Modus geht es dann richtig zur Sache. Hier gilt es über standardmäßig 60 Sekunden in wahren Fruchtmassen den Überblick zu behalten und so Bombentreffer zu vermeiden. Doch wäre es schlecht, eine der bunt schillernden Bonus-Bananen zu verpassen. Denn sie geben vorübergehend beispielsweise doppelte Punkte oder einen besonders intensiven Strom an spaltbarem Obst. Letzteres erleichtert auch gleich Kombi-Treffer mehrerer Früchte, die Bonuspunkte bringen. Wirklich hohe Scores erfordern dabei nicht nur Geschick, sondern auch eine ordentliche Portion Glück – beispielsweise, dass man möglichst viele kritische Treffer landet.
Auf die Effekte kommt es an
Optisch ist „Fruit Ninja Kinect“ mit seinen virtuellen Äpfeln, Bananen oder Kiwis zwar keine Offenbarung, aber sehr solide. Interessanter als das Obst sind defintiv die Effekte. Der Hintergrund, der im Laufe der Zeit so richtig mit Fruchtmatsch vollgekleckert wird, ist gleich noch ein Anreiz für effektives Obstschneiden. Der Schatten, den mittels Kinect-Sensor erfasste Spieler auf dem Bildschirm werfen, wiederum deutet auf Liebe zum Detail. Besonders wichtig für Frucht-Ninjas sind freilich die virtuellen Klingenbahnen – denn sie verraten auch, ob der Kinect-Sensor einen wirklich sinnvoll erfasst. Der Sound passt als Untermalung, ist aber unaufdringlich bis unauffällig - mit Ausnahme natürlich des Bomben-Knalls.
Schwung statt Touch
Gegenüber dem Smartphone-Vorbild ist die offensichtlichste Veränderung die Steuerung. Statt mit dem Finger am Touchscreen geht es dank Kinect-Sensor mit der Handkante zur Sache. Wer sich das virtuelle Ninja-Schwert als Verlängerung der eigenen Hand vorstellt, kann eigentlich wenig falsch machen – und so leicht sieht das Spiel auch aus.
Allerdings sollte der Kinect-Sensor wirklich gut justiert sein. Ist das nicht der Fall, werden exakte Schnitte gerade am seitlichen Bildschirmrand schwierig. Zudem ist es der Ninja-Atmosphäre nicht zuträglich, dass die idealen Bewegungen für die Punktejagd oft eher an ein Rühren im Fruchtsalat denn an elegante Klingenschnitte erinnern.
Natürlich hat “Fruit Ninja Kinect” mit den üblichen Problemen der Xbox 360-Bewegungssteuerung zu kämpfen. Das macht sicht insbesondere im Party-Modus bemerkbar, wo zwei Spieler gemeinsam auf Punktejagd gehen ober aber versuchen, sich im Duell gegenseitig die Früchte vor der Nase weg zu schneiden. Wer da auf eher engem Raum all zu enthusiastisch ausschwingt, landet womöglich einen unbeabsichtigten Sieg durch technisches KO.
Wie schon gesagt bietet “Fruit Ninja Kinect” einen eigenen Party-Modus für zwei Spieler. Dabei macht das direkte Duell, bei dem um die Wette gepunktet wird, etwas mehr her als der Koop-Modus für die gemeinsame Highscore-Jagd. Die eigentliche Frage ist aber: Wie intensiv werden User diese Spielvarianten überhaupt nutzen? Durch das einfache, schnelle Spielprinzip lädt der Titel nämlich gerade in der Party-Runde zum improvisierten Hot-Seat-Modus ein. Der Klassik- und der Arcade-Modus bieten sich richtig dafür an, dass alle Anwesenden abwechselnd auf Highscore-Jagd gehen und sich gegenseitig zu übertrumpfen suchen. Dem hätten die Entwickler ruhig auch direkter Rechnung tragen können, etwa durch einen leichten Wechsel der aktiven Xbox LIVE-Identität.
So ehrlich muss man schon sein, ohne echte Story kann ein Spiel nur bedingt Atmosphäre vermitteln. “Fruit Ninja Kinect” macht das vor allem durch den vollgematschten Hintergrund – das vermittelt wirklich das Gefühl von massig zerhacktem Obst. Auf lange Einzelsitzungen ist der Titel zudem nicht ausgelegt, einen allein kann das Spiel also sicher nicht besonders lange fesseln. Das eigentliche Potenzial des Spiels liegt darin, als von Prinzip her einfaches, schnelles Spiel für Zwischendurch in der Gruppe zu unterhalten. Genau dafür ist es meiner Meinung nach besser geeignet als alle bisherigen Kinect-Titel.
Zusammenfassung
Sensei sagt: Auch der vierte Summer of Arcade-Titel dieses Jahres ist absolut gelungen – insbesondere, wenn man „Fruit Ninja Kinect“ mehr noch als die Entwickler als Party-Spiel nimmt. Für einen allein ist das bewegungsgesteuerte Fruchtschneiden nicht abendfüllend. Doch als wilde Highscore-Jagd in der Gruppe ist die wilde Obstschlacht ideal. Zum Mitmachen animieren ist dabei einfach – immerhin sieht das doch soooo leicht aus...
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