Seit Ende Juni läuft der dritte Teil der Transformers-Filmreihe im Kino. Analog dazu erschien auch das Game „Transformers 3“. Wir haben die Wii-Version des Kampfes Autobots gegen Decepticons für Sie getestet. Ob auch das Spiel Blockbusterformat hat, erfahren Sie in unserem Bericht.
Story
Wider Erwarten setzt sich die Spielumsetzung von „Transformers 3“ nicht mit den Inhalten des Films auseinander, sondern versucht, eine Vorgeschichte dazu zu erzählen. Obgleich es sich bei der Aneinanderreihung von Missionen nicht wirklich um eine Geschichte handelt. Im Endeffekt kämpft man sich ein paar Stunden durch stupide Decepticon-Gegner und schießt, fährt, sammelt, was das Zeug hält. Eine wirkliche Story lässt sich dabei nicht erkennen, oder wenn doch, dann ist sie einer Erwähnung kaum wert.
Hier der Ankündigungstrailer der Videospielumsetzung von „Transformers 3: Dark of the Moon“:
„Transformers 3 – Stealth force Edition“ bietet drei Spielmodi: den Story-Modus, die Missionsauswahl und den Ko-op-Modus. Der Story-Modus setzt sich aus sieben kurzen Kapiteln zusammen und umfasst 18 Missionen, wobei jedes Kapitel mit einem anderen Transformer zu spielen ist. Die Missionsauswahl ermöglicht, wie der Name bereits offenbart, das Spielen einzelner bereits absolvierter Missionen und der Ko-op-Modus zu guter Letzt erlaubt es zwei Spielern, lokal gemeinsam auf einem Split-Screen einzelne Missionen zu bestreiten.
So weit, so gut. Nach einem Tutorial, das einen in die Spielmechanik einführt, geht es mit Bumblebee an die ersten Missionen. Wer hier nach 20 Minuten den Kauf des Spiels noch nicht bereut, ist entweder masochistisch veranlagt oder leicht zufrieden zu stellen. Zu den einzelnen Aspekten des Spiels komme ich in den jeweiligen Kapiteln, aber der Gesamteindruck, den das Spiel bei mir hinterließ, ist kein guter. Katastrophale Steuerung, miese Grafik, schlechte Sprachausgabe und nicht vorhandene Story machen „Transformers 3 – Stealth Force Edition“ zu einer der größten Enttäuschungen in diesem Sommer.
Grafik und Sound
Was dem Spieler hier von den Entwicklern geboten wird, ist schlicht und ergreifend eine Frechheit. Das Leveldesign wirkt wie ein Gruß aus den 90ern, ähnlich verhält es sich mit der Gestaltung der Transformers, egal ob Autobots oder Decepticons und der Sound wirkt lustlos hingeklatscht, ohne Inspiration oder Gefühl für Situationen. Das Schlimme dabei ist, dass es keine Ausreißer aus diesem Einheitsbrei gibt. Nicht einmal kommt man in die Verlegenheit zu denken, naja, das war jetzt gar nicht so schlecht.
Die Qualitätslosigkeit zieht sich durch das ganze Game und verhindert jedes Aufkommen von Freude beim Zerlegen zahlloser lieblos programmierter Gegner. Blockbuster 3D-Erlebnis im Kino, lustloses Ramschniveau auf der Wii.
Steuerung
Das Erste, was hier auffällt ist, dass das Wii Motion Plus-Konzept, von dem dem die Wii zum Großteil lebt, gar nicht integriert wurde und man sich rein auf das Steuern mit Nunchuk und Controller verlegt hat. Schade, wie ich finde. Das nächste Manko ist die unterschiedliche Steuerung im Automodus und im „Stealth“-Modus. Lenkt man als Auto noch allein mit dem Analogstick des Nunchuks, ist man im „Stealth“-Modus auf eine eigenartige Kombination aus Stick und Steuerkreuz angewiesen, mit der es sich so grausam spielt, wie es sich anhört. Die Autos, egal ob Sportwagen oder Truck, fahren sich alle annähernd gleich und auch hier kommt wenig Spielspaß auf, da von realistischem Fahrverhalten wenig zu spüren ist. Aufgrund der mangelnden Spielvariationen ist die restliche Steuerung denkbar einfach und aufgrund der wenig intelligent agierenden Gegner fällt das Ballern auf allerlei bewegte und unbewegte Ziele nicht wirklich schwer. Eine Mischung aus Langeweile und Frustration dominieren diesen Aspekt des Spiels.
Alles bisher Gesagte trifft auch in vollem Umfang auf den Multiplayermodus zu. Zu Zweit machen die sinnfreien Missionen in lieblosen, schlauchartigen Levels ebenso wenig Spaß und halten so nur für die Unerschrockensten unter den Transformersfans ihre bescheidene Unterhaltung bereit. Vier Klassen, eine bescheidene Upgradefunktion, etwas Hochleveln, aber keine bahnbrechenden Spielideen, die über die Mangelhaftigkeit des Gesamtkonzepts hinwegtrösten könnten.
Wie Sie, werter Leser, sicher bereits dem Vorangegangenen entnehmen können, kann es in Sachen Atmosphäre keine positive Überraschung geben. Denn, wenn etwas in „Transformers 3 – Stealth Force Edition“ nicht aufkommt, dann ist das Stimmung. Die abgespeckte Version ohne Roboterform verbreitet selbst bei Fans der Transformers keine Spielfreude und lässt den Spieler nach spätestens 30 Minuten das Spiel wechseln, da sich mit Sicherheit Titel finden, die vier bis fünf Jahre älter sind, aber in allen Belangen mehr hergeben, als dieses sinnlose Destruction Derby der Autoaliens.
Das wenig überraschende Fazit kann in diesem Fall nur sein: Hände weg von diesem Spiel! Um den eigentlich stolzen Preis bekommt man rein gar nichts geboten und nicht einmal eingefleischte Fans werden diesem Titel etwas Gutes abgewinnen können. Angefangen bei der ausgelassenen Roboterform, die es zumindest auf den anderen Konsolen gibt, über die wirklich spartanische Grafik bis hin zur nicht vorhandenen Story kann „Transformers 3 – Stealth Force Edition“ in keinen Belangen überzeugen und enttäuscht auf ganzer Strecke. Selbst der Name ist bereits irreführend, denn das Game hat nichts mit Tarnung oder taktischer Finesse zu tun, wie man bei dem Zusatz „Stealth“ vermuten könnte. Nach dem gelungenen Vorgänger „Transformers – Kampf um Cybertron“ hatte ich wirklich mehr erwartet und war mit großer Vorfreude ans Spielen gegangen, aber leider wurde ich diesmal auf ganzer Linie enttäuscht. Mein Tipp: Finger weg!
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