100 Räume voller kniffliger Aufgaben und Spuk warten in einem geerbten Schloss auf Sie. Was tun? Klar, immer ran an die Arbeit.
Shuggy, der süße Vampir mit blauen Augen, hat allerhand zu tun: Nachdem er ein riesiges Schloss geerbt hat, muss er dieses nun von Goblins, Geistern und Zombies befreien. Das ist keine einfache Aufgabe, bei der Sie ihm aber hilfreich zur Seite stehen können …
Einfach, aber faszinierend
Jeder der 100 Räume im Einzelspieler-Modus und über 36 Levels im Koop-Zweispieler-Modus umfasst „nur“ einen Bildschirm, was aber auch ausreicht, um für genügend Verwirrung zu sorgen. Nachdem Sie die einzelnen Levels – ähnlich wie bei „Drums Challenge“ - in den Übersichtsräumen von Stiegenhaus, Heizkammer, Uhrturm, Galerie und Friedhof anwählen, finden Sie sich direkt im Rätselspaß wieder. Ein, zwei Zeilen teilen Ihnen mit, was Sie zu tun haben, gegebenenfalls wird ein kurzes Tutorial eingeblendet.
Das Ziel jedes Raums ist es, alle Kristalle aufzusammeln und somit den Schlüssel des Raums zu erhalten. Mit Hilfe der nötigen Anzahl von Schlüsseln schalten Sie neue Übersichtsräume frei. Die Räume haben es aber in sich: Durch die Schultertasten können Sie beispielsweise in manchen Levels den gesamten Raum drehen – immer in die Richtung, in die Shuggy gerade blickt (das sollten Sie immer beachten). Da müssen Sie aber auch aufpassen, dass Sie nicht durch Zufall auf tödliche Stacheln fallen. Passiert das einmal, so sind Sie in Windeseile mit dem nächsten Lösungsversuch an der Reihe – Ladezeiten suchen Sie glücklicherweise vergebens.
Nicht nur ein Drehwurm
Doch mit dem Drehen ist noch lange nicht Schluss: Wie beim legendären „Braid“ spielen Sie auch mit der Zeit. So werden Ihre Bewegungen aufgezeichnet und bei Ablauf der Zeit kommt Ihr Alter Ego wieder ins Spiel und bewegt sich genau so, wie Sie es getan haben. Somit können Sie Schalter aktivieren oder Tore offen halten – doch Vorsicht: Berühren Sie Ihr eigenes Ich, so segnen Sie das Zeitliche.
Doch die knuffige Grafik hat es auch ins Gameplay geschafft: Die Shmugs, kleine gelbe Kriechtiere, schießen bei Berührung senkrecht nach oben und legen somit beispielsweise Kristalle, die über Ihrem Kopf in Felsblöcken eingeschlossen waren, frei. Praktisch und irgendwie süß! Doch das ist noch nicht alles: Sie bekommen es auch mit den verrückten Verwandten von Shuggy zu tun, die Ihnen teilweise helfen (computergesteuert) oder auch einfach im Wege herumstehen. Manchmal wartet auch ein Level auf Sie, in dem Sie mehrere Shuggys vorfinden, die an unterschiedlichen Wänden „kleben“ – dann wird das Steuern wirklich schon recht interessant, wenn Sie seitlich über Kopf denken und springen müssen.
Abseits der 36 Koop-Räume, die ich schon anfangs erwähnt hatte, konkurrieren Sie online auch in der Jagd um die meisten Kristalle auf einer Karte gegen einen Gegenspieler. Witzig, aber hier führt doch eindeutig der Teamwork-Modus mit Abstand!
Grafik, Sound und Steuerung
Die übertriebene, nett umgesetzte Comic-Grafik mit den Standbildern zum Weitererzählen der Geschichte rund um das „verfluchte Haus“ mag gefallen. Auch die Objekte in den einzelnen Levels sind schön gestaltet und groß genug, um auch gut erkannt zu werden.
Die Musik bleibt angenehm im Hintergrund, unterstützt die Atmosphäre der „Geisterbahn“ und regt zum Weiterspielen an. Obwohl auf eine Sprachausgabe verzichtet wurde, können die Soundeffekte das Spiel gut abrunden.
Die Steuerung ist einfach, wobei unklar bleibt, warum man manche Räume drehen kann, andere wiederum nicht.
“Cube“, der Film, und „Solstice“ (damals auf dem NES schon im Iso-Look) lassen grüßen: Rätselspaß, der zwar vor allem von den Charakteren und den schnellen Levels lebt, aber auch süchtig macht, wartet hier auf Sie. Zwar hätte ich mir etwas mehr Geschichte gewünscht sowie mehr Feedback wie Punkte oder eine Art Medaille pro Level, aber für Rätselfreunde auf jeden Fall ein heißer Tipp, um auch an sonnigen Tagen kühlen Kopf bewahren zu können. Anfänger aufgepasst: Die Levelfolge ist nonlinear und so stolpern Sie schnell mal in schwierige Levels, die zwar auch freigeschalten werden müssen, aber nicht als „knifflig“ gekennzeichnet sind.
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