“Resident Evil: The Mercenaries 3D” ist ein Spin Off-Titel der bekannten Horror-Serie. In Szenarien, die aus “Resident Evil 4” und “Resident Evil 5” bekannt sind, müssen Sie in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Mutanten erledigen. Ob der Action-Titel im 3DS-Gewand Spaß macht, erfahren Sie jetzt.
Söldner ohne Wenn und Aber
Sind Sie bereit zu kämpfen? Bereit zu töten? Zombies und Mutanten auszulöschen? Gut, denn etwas anderes werden Sie in diesem Spiel nicht tun. Am Anfang werden Sie zwar noch von einem Commander über Funk betreut, allerdings erläutert dieser auch nicht, warum Sie sich in die Monster-überbevölkerten Gebiete begeben. Zwar ist es etwas schade, dass es keine Story gibt, doch wählten die Entwickler diesen Weg bewusst, da der Titel an einen Arcade-Titel in einer Spielhalle erinnern soll. Und ganz ehrlich: Ist bei guten Action-Filmen die Geschichte immer das Entscheidende?
Sobald Sie sich für einen Charakter entschieden haben, können Sie zusätzlich auswählen, welche drei Fähigkeiten dieser haben soll. Diese müssen Sie zwar erst freispielen, dennoch gibt z.B. die verbesserte Regenerationsfähigkeit Ihrem Charakter einem individuellen Touch. Die Waffen der Charaktere sind zwar festgelegt, allerdings können Sie mittels Gamecoins die Waffensets anderer bereits freigespielter Charaktere zum auswählen freischalten. So können Sie z.B. als Jack Krauser, sonst mit Bogen, Messer und Raketenwerfer unterwegs, Chris Redfields Handfeuerwaffe, Schrotflinte und Gewehr auswählen. Etwas schade ist es, dass man stets nur das gesamte Waffenset wählen kann und sich kein eigenes Zusammenstellen kann.
Doch nun zum eigentlichen Gameplay: Nach einem kurzem Tutorial, in dem Ihnen die Steuerung erklärt wird, geht es ans Eingemachte: Infizierte töten – und das in möglichst kurzer Zeit. Ziel des Spiels ist es, dass Sie möglichst viele Gegner in möglichst kurzer Zeit ausschalten. Lassen Sie sich zwischen den Besiegen von Feinden nicht allzu viel Zeit, erhalten Sie zusätzlich Kombopunkte, die sich positiv auf Ihren Highscore auswirken. In einer Stage haben Sie allerdings nicht unbegrenzt Zeit. Sie müssen daher zusätzlich die „Zeitboni-Säulen“ finden und zerstören. Sollten Sie außerdem eher zum Nah- als zum Fernkampf tendieren, bekommen Sie zusätzlich für Finishing Moves ein paar Sekunden Zeit dazu. Zunächst ist das erledigen von Zombie-Horden auch nicht allzu schwer – sollte Ihnen die Munition nicht ausgehen. In den späteren Spielabschnitten jedoch, tauchen immer mehr und immer häufiger Zwischenbosse auf, die deutlich mehr einstecken können als die einfachen Untoten. Sie sollten daher Ihre Waffen mit hoher Explosionskraft nicht unbedingt gegen das einfache Fußvolk verwenden, sondern gegen die Majini Henker, Kettensägenmänner usw.
Sobald Sie ein Level überlebt haben, bekommen Sie einen Highscore und einen entsprechenden Rang für die Mission. Dieser Rang reicht von D (schlecht) bis SP (sehr gut). Für das Freischalten der nächsten Mission reicht zwar schon der Rang B, nichtsdestotrotz gibt es noch mehr zum Freispielen.
Die Entwickler haben nämlich ein Medaillensystem eingebaut, das an das System aus „Super Street Fighter IV: 3D Edition“ oder das Achievement-System erinnert. Um alle Medaillen freizuspielen, müssen Sie dann z.B. alle Missionen mit dem Rang A abschließen oder auch mal einen Gegner in Lava fallen lassen. Bei den meisten Medaillen steht zwar, was Sie tun müssen, allerdings ist es bei manchen „geheim“, wie man sie freispielt. Prinzipiell finde ich die Idee nett, weil sie durchaus einen Mehrspielwert schaffen kann, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man durch die Medaillen irgendetwas freischaltet. Gut, durch ein paar erhält man für seine Charaktere das jeweilige alternative Kostüm oder Fähigkeiten, dennoch schaltet man durch die meisten eben nichts frei – keine Videos, keine zusätzlichen Waffen, keine Artworks. Schade! Umso mehr schade ist es, dass man seine Highscores und Medaillen online nicht vergleichen kann .
Grafik und Sound
Die Grafik in „Resident Evil: The Mercenaries 3D“ ist einfach bombastisch! Die bekannten Abschnitte aus dem Mercenaries-Modus aus „Resident Evil 4 & 5“ lassen sich wirklich sehen. Ich selbst habe zwar nur kurz „Resident Evil 5“ mit einem HD-Fernseher spielen können, dennoch bin ich mir sicher, dass es wenn, dann höchstens etwas besser aussah, als dieser 3DS-Titel! Sind jedoch zu viele Gegner auf dem Bildschirm, kann es zu leichten Rucklern kommen. Etwas schade ist es aber, dass das Spiel nicht wirklich vom 3D-Effekt profitiert. Spätestens hier merkt man, dass es sich um eine erweiterte Portierung handelt. Schade, kein Blut, das einem entgegen spritzt!
An der Musik und dem Sound gibt es nicht wirklich etwas zu meckern. Die Melodien sind serientypisch und die Effekte fallen nicht negativ auf. Trotzdem fehlt es irgendwie an der richtigen Würze.
Steuerung
Für die Steuerung wird alles Mögliche vom 3DS genutzt, geht nach kurzer Zeit aber gut von der Hand. Sie bewegen Ihren Charakter mittels Schiebepad, der Y-Knopf ist die Aktionstaste, mittels Halten des R-Knopfs wechseln Sie in den Ziel-Modus. Via Schiebepad können Sie in diesem Ihren Gegner anvisieren und mit Druck auf dem Y-Knopf Ihre Waffe abfeuern. Im Ziel-Modus können Sie sogar laufen, wenn Sie die L-Taste gedrückt halten. Außerhalb des Ziel-Modus können Sie eine 180° Drehung vollziehen, indem Sie das Schiebepad nach unten drücken und den B-Knopf drücken. Ihre Ausrüstung können Sie auswählen, indem Sie auf das entsprechende Symbol auf Ihrem Touchscreen drücken oder aber das Steuerkreuz nutzen.
Das Kernstück des Spiels?
Der Titel bietet neben einem lokalen auch einen online Mehrspielermodus. Beim online Mehrspielermodus können Sie mit einem Freund oder aber einem Unbekannten zusammen spielen. Dieser Multiplayer unterscheidet sich nicht vom Singleplayer, abgesehen davon, dass Sie Unterstützung haben und stets auf einander achten müssen. Ist die Lebensenergie Ihres Partners im kritischen Bereich, müssen Sie ihn heilen, bevor er stirbt – im Singleplayer könnte er sich mittels häufigen Drückens auf Y noch selbst retten. Es ist also viel Teamarbeit gefragt! Etwas schade ist es, dass es für den online Multiplayer keinen Voice-Chat gibt und es auch anders nicht möglich ist, mit Ihrem Kumpanen zu kommunizieren. Nichtsdestotrotz ist es möglich sich aufeinander einzustellen – und dann kann es richtig Spaß machen!
„Resident Evil: The Mercenaries 3D“ wirkt wie ein Arcade-Titel. Die Melodie leistet ihren Beitrag zur Atmosphäre, ebenso wie die Horden an Mutanten, die Sie immer und immer wieder angreifen. Die Charaktere steuern sich, wie in anderen „Resident Evil“-Spielen – somit aber auch leider etwas lahm. Freunde voriger Ableger finden sich darin zwar gleich wieder, wer aber auf reine Action aus ist, könnte sich über die leichte Trägheit etwas wundern. Auf mich wirkte es auch etwas befremdlich, dass Nahkampfangriffe nicht zu jeder Zeit möglich sind. Sie müssen erst eine Nahkampfwaffe ausgerüstet haben oder aber Glück, dass Sie ein Quicktime Event nutzen können. Das Gefühl der Unterlegenheit und Hilflosigkeit mag zwar manchen gefallen, allerdings ist es für mich ein zweischneidiges Schwert. Wer den Mercenaries-Modus bereits aus „Resident Evil 4“ kennt, dürfte sich zusätzlich wundern, warum z.B. Leon nicht als Charakter vorkommt, obwohl es beim „Original“ der Fall war.
Unfreiwillige Lacher liefert das Spiel allerdings bei diversen Lokalisationsfehlern. In einer Mission z.B. müssen Sie sich gegen Wellen von Mutanten behaupten. Interessanter Weise wurde „Wave“ mit „Winke“ übersetzt.
Atmosphärisch deutlich stimmiger ist die sehr kurze Demo zu „Resident Evil: Revelations“. Dank dieser kann man schon erahnen, wie es im Frühjahr 2012 sein wird, im klassischen „Resident Evil“-Stil u.a. ein Schiff zu erkunden.
Man nehme einen Modus aus zwei Titeln, ändert die Charakterauswahl, fügt Fähigkeiten dazu sowie eine sehr kurze Demo zu einem kommenden Titel und tada – man erhält „Resident Evil: The Mercenaries 3D“? So schlicht lässt es sich zwar nicht ganz zusammen fassen, allerdings trifft es den Kern. Spaß macht der Action-Titel auf jedenfall, noch mehr Spaß macht er im Koop-Modus! Fans des Mercenaries-Modus wird zwar nicht viel Neues geboten, allerdings sind es eben die kleinen Dinge, die positiv auffallen. Wer gerne auf Highscore-Jagd geht, kann bei diesem Titel nicht viel falsch machen. Sollten Sie die „Resident Evil“-typische Trägheit mögen, können Sie viele schaurig schöne Spielstunden erwarten, wenn auch nur in Arealen aus „Resident Evil 4 & 5“.
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