Steuerung
Auch die Steuerung wurde auf das Wesentliche reduziert. Sie können den Jungen lediglich nach links und rechts bewegen und springen. Mit der Quadrat- oder Kreis-Taste können Sie nach Objekten wie Hebeln oder Kisten greifen und diese schieben oder ziehen. Diese Tatsachen und eine sehr gute Kollisionsabfrage geben Ihnen jederzeit die volle Kontrolle über den Jungen und machen die Steuerung zu einer wahren Freude. Nun gut, obwohl das mit der „vollen Kontrolle“ nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn ab und zu wird der kleine Held von einer Art Parasit angesprungen, der sich in seinem Kopf verbeißt und Ihnen die Kontrolle über die Richtung entzieht. Das ist besonders spannend, wenn Sie auf einen Abgrund zuwanken und den Jungen mit Gegenlenkmaßnahmen lediglich verlangsamen, aber nicht stoppen können. Sie können aber Sprünge vollziehen und in eine Richtung so lange weitergehen, bis Sie an eine Lichtung kommen, denn die Sonne zwingt den Parasiten dazu, dass er seinen Wirt umkehren lässt. Glücklicherweise gibt es dann auch Tiere, die in genau diesem leuchtenden Gedankenlenker ihre Mahlzeit sehen.
Atmosphäre
Ein dunkler trostloser Wald macht sich über den Bildschirm breit. Der Nebel räkelt sich am Boden entlang und nur vereinzelt dringen matte Sonnenstrahlen durch die Kronen der riesigen Bäume. Von einer Spielfigur fehlt jede Spur und auch kein Intro klärt uns über die Situation auf. Etwas leuchtet - es sind die Augen eines Jungen, der sich langsam aufrichtet und nur als Silhouette sichtbar ist. Sie gehen den zweidimensionalen
Level entlang und hoffen auf eine Erklärung, doch diese wird noch lange nicht kommen. Akustisch ist Minimalismus Trumpf, so hören Sie lange Zeit nur die Schritte des Jungen, das Tropfen des Regens und das gruselige Trippeln der Spinnen. Plötzlich schnappt eine im hohen Gras versteckte Bärenfalle mit einem lauten metallischen „Klack“ zu und enthauptet den Jungen auf brutalste Weise. Spätestens da wird einem bewusst, dass „
LIMBO“ nichts für schwache Nerven ist. Obwohl Sie überhaupt keine Einführung bekommen, ist „
LIMBO“ eines der besten Spiele im
PSN, wenn nicht gar das beste: Gäbe es auch noch von Anfang an eine kurze Hintergrundgeschichte - nämlich, dass er sich auf der Suche nach jemand Bestimmten befindet - oder nur einen kleinen Einleitungsbildschirm, die Atmosphäre wäre kaum mehr zu übertreffen... dennoch: Sie wird in „
Limbo“, so seltsam es sich auch anhören mag, vor allem durch die anfänglich fehlende Story erzeugt. Warum ist man hier, wer sind diese anderen Schattengestalten, die einen töten wollen, und wohin will der Junge eigentlich?