Die Rückkehr von Optimus Prime, Bumblebee und den anderen „Transformers“ feierten nun mit einer Vielzahl von Special Effects und massenhaft Action das Comeback an der Kinoleinwand. Passend dazu veröffentlichte Activision die Videospielumsetzung zum Kinofilm für nahezu alle Plattformen, und die Nintendo 3DS-Version möchten wir Ihnen im folgenden Review vorstellen.
Story
Wie schon in den unzähligen „Transformers“-Videospielen, Serien und Filmen ist der Zwist zwischen den Autobots und den Decepticons noch immer nicht ausgestanden. Einige Jahre sind seit dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Parteien vergangen und jetzt scheint der Kampf wieder aufs Neue zu entbrennen. Die Autobots schnappen ein Signal von den Decepticons auf und stellen gleich Nachforschungen an, und der Verdacht bestätigt sich. Die Deceptions planen etwas und die Autobots müssen Ihnen das Handwerk legen. Hier der Ankündigungstrailer der Videospielumsetzung von „Transformers 3: Dark of the Moon“:
“Transformers“ am NDS – Funktioniert das?
Ich erinnere mich noch gerne an den letzten Ableger von „Transformers“ am Nintendo DS (Anm.: „Transformers: Kampf um Cybertron“), der eigentlich richtig gut zu spielen war. Aus diesem Grund und vor allem auch wegen der gelungenen Atmosphäre erhielt der Titel gute 75%. (Hier geht’s zum Review!).
Jetzt kommt die große Frage: Hat man es geschafft, die Möglichkeiten des Nintendo 3DS auszunutzen und dem Titel noch mehr Tiefgang und Mehrwert zu verschaffen, um möglicherweise einen Silberaward abzustauben? Die Frage dazu erhalten Sie schon im folgenden Gameplay-Abschnitt.
Gameplay & Steuerung
Das Spiel startet mit einem genialen Intro im Anime-Stil. Hier hat man leider auf Ausschnitte aus dem Kinofilm verzichten, dennoch sind die Anime-Sequenzen samt Sprachausgabe wirklich klasse. Danach wartet ein kurzes Tutorial, in dem Sie lernen, sich zu bewegen, den Tarnmodus zu aktiveren oder Feinde zu eliminieren. Das Herumdüsen funktioniert schon mal prächtig, doch was ist dieser Tarnmodus? Dabei verwandelt sich der jeweilige Transformer nicht in einen Roboter, wie üblich, sondern in eine aufgemotzte Kampfversion. Das erinnert mich ein wenig an Super Pursuit Mode von KITT in der TV-Serie „Knight Rider“. Wieso heißt dieser Modus Tarnmodus, wenn man vollbepackt mit Kanonen und Raketenwerfern ja nicht wirklich getarnter ist als ein normales Fahrzeug? Dazu kommt, das in diesem Tarnmodus die Steuerung komplett anders ist. Man lenkt jetzt links und rechts mit den Schultertasten, was eher Krämpfe in den Händen verursacht. Weiter geht es mit dem Kämpfen. Dazu muss man in diesen Super-Tarnmodus wechseln und kann dann aus einem riesigen Arsenal von Waffen wählen, ob man lieber das Maschinengewehr oder doch den Raketenwerfer nimmt.
Es ist echt klasse, dass die Steuerung so eingängig erklärt wird, aber dennoch ist sie meiner Meinung nach alles andere als optimal. Wieso verschlechtert man etwas, das in einem Vorgänger schon eigentlich ganz gut funktioniert hat? Der Steuerungswechseln zwischen dem Tarn- und dem normalen Modus ist einfach nur unsinnig und sorgt allein für Verwirrung. Dazu kommen gelegentliche Aussetzer, wenn man vor einem Hindernis steht. Man lenkt dann beispielsweise nach rechts und auf einmal fährt der jeweilige „Transformer“ nach links. Selbst nach 3-4 Missionen fühlt sich die Steuerung noch immer nur fremdartig an.
Weil ich gerade bei den Missionen bin: Nach drei absolvierten Missionen, die teilweise absolut sinnbefreit in die Länge gezogen werden, hat man schon 22 Prozent des Spiels absolviert. Das entspricht einer Gesamtspielzeit von rund 2-3 Stunden im Storymodus. Da darf man ja nicht den Missionsmodus vergessen, der umfasst nochmals die Missionen des Storymodus‘, nur kann man die Missionen einzeln auswählen. Also das ist ja in Sachen Spielmodi wohl das erbärmlichste, was ich bislang gesehen habe. Sogar „Tetris“ hat in der Urform mehr Spielmöglichkeiten geboten. Ich vergaß! Einen Mehrspielermodus oder Online-Features wie herunterladbare Missionen, Bestenlisten und dergleichen sucht man vergebens.
Alles in allem ist der Umfang ein Witz, die Steuerung alles andere als eingängig und die Missionen sind über weite Strecken nur in die Länge gezogen. Es scheint fast, als wäre für das Spiel einfach nicht genügend Zeit eingeplant worden.
Grafik und Sound
Optisch ist der Titel dafür ganz in Ordnung. Die Videosequenzen sind klasse und auch der 3D-Effekt kommt gut rüber. Auch das Leveldesign ist ganz ok, wenn auch nicht berauschend. Soundtechnisch gibt’s eine Sprachausgabe, die wirklich klasse ist. Auch die Soundeffekte sonst sind ganz ok, bis auf die wiederholenden Kommentare von Optimus, die auf dauer etwas nerven.
Was will man mehr als den Kampf zwischen den Autobots und Decepticons, der schon über Jahre hinweg existiert? Jeder kennt die “Transformers”, die Geschichten und die Charaktere. Insofern muss man es doch schaffen, den Spieler sofort in den Bann zu ziehen. Das passiert nur leider nicht. Dank des sinnlosen Strecken der Missionen wird jegliche Fahrt aus dem Spiel genommen. Dazu kommt die Steuerung und das schwache Gameplay, die eher Frust als Atmosphäre aufkommen lassen. Die Story hingegen ist ok, aber dennoch zu kurz.
Alles in allem könnte man den Titel mit einem dummen Blondinenwitz vergleichen. Sorgt vielleicht für kurzes Gelächter (Geschmacksache), aber sobald man nochmal darüber nachdenkt, kommt einem das pure Grauen. Ich bin normalerweise immer positiv gegenüber der Arbeit von Entwicklern eingestellt, die Tage, Wochen und Monate an der Spielentwicklung arbeiten, aber hier kann ich einfach außer der Optik und dem Sound keine lobenden Worte finden. Das Gameplay ist öde, die Steuerung unausgegoren und der Umfang ein Witz.
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