Sie sind alleine im Wald, es regnet und gewittert. Sie haben Angst. Dann sehen Sie eine erleuchtete Ruine, eine Burgfeste. Ja, dort können Sie Zuflucht suchen, oder?
Die Entwickler hinter “3, 2, 1 … SuperCrash!” und anderen kurzweiligen Spielen für die Mini-Plattform, StormBASIC, haben wieder zugeschlagen. Diesmal verschlägt es einen kleinen Jungen, Ihren Protagonisten, in einem kurzen Intro (sowas hat man noch selten von diesen Entwicklern gesehen) bei Schlechtwetter in eine alte Burgruine. Zum Glück ist er seltsamerweise mit einer Art Strahlenwaffe ausgestattet, denn in insgesamt 12 Levels warten viele Geister auf Sie und lassen den jungen Mann ganz und gar nicht ruhig schlafen.
Jeder der 12 Levels im Abenteuer-Modus unterteilt sich in drei Stages, die jeweils einen Bildschirm groß sind. Das Ziel immer wieder: Schicken Sie alle vorhandenen Geister endlich in die ewigen Jagdgründe. Doch leichter gesagt als getan: Mit Ihrer Waffe machen Sie nämlich ganz nach dem Vorbild des Klassikers „Asteroids“ aus einem großen Geist zwei etwas kleinere, wodurch das Gewusel am Bildschirm schnell steigt und Sie hektisch herumhüpfen, um ja nicht in Berührung mit den unheimlichen Wesen zu kommen.
Erst nach drei bis vier Verkleinerungen können Sie durchatmen und die schwebenden Quälgeister endgültig vergessen. Ihre „Strahlenkanone“ können Sie natürlich durch Pick-Ups aufrüsten: So schießen Sie bald entweder zwei Strahlen gleichzeitig oder Ihr Strahl bleibt länger haften, quasi als Laser-Falle für vorbeikommende Geister. Stressig wird es vor allem, wenn Sie nur einen Strahl verschießen können. Um dann nämlich wieder schießen zu dürfen, müssen Sie warten, bis der Strahl die Unterseite einer Plattform, den oberen Rand des Bildschirms oder aber einen Gegner berührt hat. Dann erst dürfen Sie sich wieder erneut wehren. Schnell werden Sie so von den Geistern heimgesucht und fliegen ganz nach dem „3, 2, 1 … SuperCrash!“-Vorbild gegen die virtuelle Bildschirmscheibe.
Neben den Pick-Ups für die Waffe tickt unbarmherzig die Uhr, oder außerdem müssen Sie zusehen, dass Sie auch möglichst viele Punkte einheimsen. Dazu fallen ab und an auch Früchte herunter, die Sie aufheben können. Erleichternd wartet auch mal eine Schutzkapsel auf Sie, die Sie vor einer einzigen feindlichen Berührung schützt, oder auch ein Wecker, der die Zeit anhält und den gefahrlosen Abschuss der Schwebegestalten ermöglicht. Eine Sanduhr bringt Ihnen zusätzlich Zeit.
Nach Beendigung jedes Abschnitts finden Sie eine Aufzählung der Punkte sowie eine Wertung Ihrer Abschussrate im Verhältnis der abgefeuerten Schüsse vor. Auch dürfen Sie sich über bis zu drei Pokale freuen, die Sie bei guter Leistung erhalten (eine Art Trophäen-Raum suchen Sie aber vergeblich). Ob Sie in einem Level die Maximalpunktzahl haben, erfahren Sie nach dem dritten Abschnitt per Einblendung in der Statistik.
Neben dem Abenteuer-Modus, der leider die Geschichte gar nicht weiter erzählt, wartet der „Wahnsinns-Modus“ auf Sie: In diesem Überlebens-Modus kommen ohne Ende und immer wieder die beliebten und auch auf dem Ladebildschirm vorhandenen weißen Buu-Huus zum Vorschein und gehen Ihnen auf die Nerven. Wie lange halten Sie durch und wieviele Punkte ergattern Sie?
In den Optionen können Sie die Effekt- und Musiklautstärke wählen, eine separate Hilfe weist Sie auf drei bis vier Seiten an, wie das Spiel grundsätzlich funktioniert. Übrigens: Achtung vor Stacheln, Blöcke können Sie verschieben, um auf Vorsprünge zu kommen und natürlich dürfen auch von selbst rotierende Plattformen nicht fehlen. Übrigens: Die zwölf Levels werden nacheinander frei geschalten und Sie können auch in einen Level direkt springen, um beispielsweise die Highscores zu brechen (nur beim Endlos-Modus gibt es eine Liste der Highscores, ansonsten ist pro Level die Höchstpunktezahl gespeichert).
Grafisch gibt es ganz traditionelle StormBASIC-Kost: Comic-Charaktere und quietschige Action vom Feinsten. So kann mir das gefallen, wenn ich auch nicht wirklich mal was gegen mehr Details oder eine realistischere Darstellung hätte.
Die Musik ist im Stile von „Luigi’s Mansion“ oder den Endlevel-Kämpfen gegen Bowser bei „Super Mario Bros.“ gehalten. Die Soundeffekte sind gutes Mittelmaß.
Das Hauptmenü ist schon mal als Jump ‘n‘ Run lustig gestaltet, wobei es besonders interessant ist, dass man schlecht zu den Punkten „Hilfe“ und „Optionen“ kommt bzw. man beim Punkt „Hinsichtlich …“ (die Credits der Entwickler) startet. Selbstverliebt? Ansonsten ist die Steuerung gut umgesetzt und einfach genug, um ein gutes Casual-Spiel zu begleiten. Leider aber bockt die Kollisionsabfrage ziemlich oft und sorgt so für Frustmomente, wenn Sie eigentlich gar nicht das Zeitliche segnen sollten, aber einen wahren Abflug am Bildschirm machen.
Das Spielprinzip ist einfach klassisch und gut, macht auch zwischendurch Spaß und sorgt immer wieder für eine Herausforderung. Leider wurde zu sehr auf die Geschichte vergessen, so dass kein Langzeit-Spielspaß aufkommt, doch war das generell der Anspruch? Ich denke, kaum. StormBASIC ist bekannt für einfache, aber gut umgesetzte und süchtigmachende Spielprinzipien. Diesem Ruf werden Sie auch mit „Run Ghost Run“ gerecht, setzen aber auf ein durchdachteres Gameplay-Konzept, das insgesamt runder wirkt. Wer etwas mit Action und Retro-Flair anfangen kann, sollte zugreifen.
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