Ezio Auditore da Firenze und Desmond Miles sind zurück. Der Kampf gegen den mächtigen Templerorden ist noch nicht vorbei und mit „Assassins Creed: Brotherhood“ wird das nächste Kapitel aufgeschlagen. Wir haben uns den Titel anlässlich des Platinum bzw. Classics-Releases vorgeknöpft und möchten Ihnen nun unser Review zum Titel vorstellen.
Background
Wir wandern ähnlich wie der Protagonist von „Assassins Creed“ Desmond Miles in der Zeit zurück. Genauer gesagt landen wir im Jahre 2007, als Ubisoft mit dem Debüt-Titel „Assassins Creed“ die Herzen der Action-Adventures Fans im Sturm eroberte. Mit Hilfe eines technischen Gerätes, das sich Animus nennt, erlebte Desmond die Erinnerungen von Altaïr Ibn-La'Ahad, kurz Altaïr. Die Organisation die an diesen Erinnerungen interessiert war nennt sich Abstergo, die auf der Suche nach einem mächtigen Artefakt (Edensplitter) ist. Nach einem umfangreichen Abenteuer in der Zeit der Kreuzzüge ist der Endgegner besiegt, doch das Abenteuer von Desmond Miles fängt gerade erst an.
Am Beginn von „Assassins Creed II“, das 2009 hierzulande für die Konsolen (2010 für den PC) erschien, findet man sich wieder in dem Versuchsraum von Teil 1 wieder. Lucy, die technische Helferin der Abstergo Forschungsagentur, hilft Desmond bei der Flucht aus dem Abstergo-Gebäude. Bei der actionreichen Jagd werden am Ende auch die Fäuste eingesetzt, um sich den Weg regelrecht freizukämpfen. Im Versteck der Assassinen angekommen, schlüpft Desmond mit Hilfe des Animus 2.0 in die Rolle von Ezio Auditore da Firenze, der im späten 15. Jahrhundert lebte. Ezio’s Vater, der ein Vertrauter von Lorenzo l. de Medici ist und für ihn öfters Geheimaufträge erledigt, wird kurz nach Beginn von Teil zwei zusammen mit seinen beiden Brüdern von Uberto Alberti, einem Korrupten in den Diensten der Templer, exekutiert. Wie sich im Verlauf des Spiels herauskristallisiert, zieht die Verschwörung weite, sehr weite Kreise und führt Ezio bis in den Vatikan. In einer geheimen Kammer trifft Ezio auf Minerva, eine römische Göttin, die ihn vor der Zukunft warnt. Eine Katastrophe kündigt sich an. Nachdem quasi alles erledigt ist, steigt Desmond aus dem Animus 2.0 und erneut beginnt eine Flucht, denn Abstergo hat den Aufenthaltsort von Desmond und den Animus 2.0 erfahren. Warren Vidic und Sicherheitspersonal lauern Desmond und seinen Freunden auf und ein erbitterter Kampf entbrennt, doch Desmond, Lucy und dem Rest des Teams gelingt die Flucht in ein neues Versteck. Spätestens hier war klar, dass das Abenteuer rund um Desmond Miles noch lange nicht zu Ende ist. Hier ein Trailer zum zweiten Abenteuer von Desmond:
Im November 2010 veröffentlichte Ubisoft die Fortsetzung des Franchises, in dem die Geschichte rund um Ezio Auditore fortgesetzt wird. Dieses Mal führt Ezio’s Reise nicht nach Florenz oder Venedig sondern in die Hauptstadt Rom, in der wie immer einige momumentale Bauwerke, wie zum Beispiel zu bewundern sind. Hier ein offizieller Storytrailer von „Assassin’s Creed Brotherhood“:
Gameplay
Spieltechnisch erwartet die Fans der Reihe nicht viel Neues, denn an der Steuerung und am Gameplay hat sich kaum was verändert, denn „Brotherhood“ orientiert sich, nicht nur im Bezug auf den Protagonisten, sondern auch in puncto Gameplay, an „Assassin’s Creed II“. Spannend hierbei ist, dass man zwar in einer riesigen und vor allem detailreichen Open World-Umgebung des alten Roms agiert, aber dennoch bei der Hand genommen wird und meistens von einem Quest direkt zum nächsten geführt wird. Dadurch verfliegt die Zeit wahrlich wie im Flug. Doch nicht nur die altbewährten und erfolgversprechenden Gameplayelemente machen den Titel zu einem wahren Blockbuster, sondern auch die Einbindung von Minispielchen, die absolut gut ins Setting passen. So müssen Sie beispielsweise gleich zu Beginn mit einer Kanone Zielübungen absolvieren oder mit einem Pferd in einer actiongeladenen Inszenierung durch enge Gassen galoppieren.
Hier ein Gameplayvideo zu „Assassin’s Creed: Brotherhood“:
Für diejenigen, die noch keinen Ableger der Reihe gespielt haben, möchte ich das Gameplay kurz erklären. Sie schlüpfen in „Assassin’s Creed: Brotherhood“ in die Rolle von Ezio Auditore, den Protagonisten aus „Assassin’s Creed II“ beziehungsweise Desmond Miles, der schon seit Teil 1 mit an Bord ist. Mit einer Third Person-Ansicht rennen Sie durch die Spielwelt, in der Sie Haupt- und Nebenquests absolvieren können. Vor allem die Nebenquests sorgen für die notwendige Abwechslung. Sie rennen vorzugsweise über die Dächer, da die Straßen meistens überfüllt sind und Meuchelmörder von der Stadtwache nicht gerne gesehen werden. Meistens verfolgen Sie das Ziel, sich irgendwo einzuschleichen und ein spezielles Ziel (meistens Templer und/oder deren Verbündete) um die Ecke zu bringen. Sie stehen dann meistens mitten in der Menschenmenge mit einem Opfer, doch dann geht der Spaß oft erst richtig los, denn die Flucht sorgt für einen richtigen Adrenalinkick. Ansonsten kann man haufenweise Nebenaufgaben wie das Sammeln von Flaggen, das Erklimmen von Aussichtstürmen und vieles mehr erledigen, weshalb einem praktisch nie langweilig wird. Durch die vielen Checkpoints eignet sich der Titel für kurze und lange Spielsessions.
Nicht ganz! Zwar wartet mit Ezio wieder der Held aus Teil 2 auf Sie und auch an der Steuerung wurde nicht viel verändert, aber dafür gibt’s im Bezug aufs Gameplay einige gezielte Änderungen, die absolut Sinn machen. So können Sie nun auch innerhalb der Städte mit einem reitbaren Untersatz unterwegs sein oder auch Schnellreisetunnel verwenden. Auch der Kampfmodus wurde ein wenig überarbeitet, womit nun der Konterangriff nicht mehr ganz so leicht einzusetzen ist wie in Teil 2, dafür kann man nur mit dem Attentatsmesserchen gleich mehrere Gegner nacheinander töten. Auch ein Mehrspielermodus, der im Vorfeld für große Wellen sorgte, soll für deutlich mehr Tiefgang sorgen, doch dazu kommen wir noch später.
Grafik und Sound
Wie Sie vielleicht schon im vorher gezeigten Gamplayvideo gesehen haben, ist das Detailreichtum sehr groß. Überall gibt es kleine, aber feine Details zu entdecken, die der Spielwelt eine richtige Atmosphäre verpassen. Das gilt auch für die Straßen, in denen sich zwar oftmals Kopien, aber dennoch wirklich viele Menschen tummeln, die auch sofort zu allem ihren Senf abgeben. Zwar wirkt es etwas komisch, wie die Gegner vor allem in der Gruppe oft agieren, weil meistens nur ein bis zwei Gegner auf Ezio einprügeln, aber dennoch sind die Kampf- sowie Bewegungsanimationen gut gelungen. Das Leveldesign mit der riesigen Open-World sowie die Videos zwischendurch runden den guten Eindruck perfekt ab. Nur in den seltensten Fälle verschwindet findet man Grafikfehler wie Waffen die in Wände verschwinden oder ähnliches.
Soundtechnisch gibt’s ebenfalls nur Lobeshymnen. Viele Spieler sind mit der deutschen Vertonung meist unzufrieden, wobei man wirklich sagen kann, dass diese meiner Meinung nach bei „Assassin’s Creed: Brotherhood“ richtig gelungen ist. Die Stimme von Ezio passt perfekt ins Setting, was auch auf Desmond in der Neuzeit zutrifft. Auch die restliche Soundkulisse im Spiel lässt kaum Wünsche offen.
Steuerung
Die Steuerung könnte für meine Begriffe noch etwas langwieriger erklärt werden, doch wollte man hier wohl die eingefleischten „Assassin’s Creed“-Fans nicht langweilen. Dennoch finden sich auch Neulinge recht bald zurecht, da vor allem im Vergleich zu Teil 1 das Ganze etwas vereinfacht wurde. Man braucht nur noch die Richtung angeben beim Klettern und vielleicht die „Schnelllauftaste“ drücken, und schon flitzt Ezio quasi wie von der Tarantel gestochen auf den Wänden der römischen Häuser, Tempel und Türme hoch. Auch die Steuerung im Kampf geht leicht von der Hand und die Kameraführung kann nach Belieben nachjustiert werden.
Das Singleplayerabenteuer von Ezio ist meiner Meinung nach schon genügend Inhalt für ein Spiel, da für mich die Qualität über der Quantität steht, dennoch haben sich die Entwickler für den Mehrspielermodus so einiges einfallen lassen. Es gibt diverse Spielmodi, die ans Setting von „Assassin’s Creed“ angepasst wurde. So müssen Sie beispielsweise ein Opfer finden und um die Ecke bringen. Alles ganz nett, aber mehr als eine Draufgabe ist es dennoch nicht. Meiner Meinung nach steht der Mehrspielermodus ganz klar im Schatten der Singleplayerkampagne, aber dennoch ein nettes Zusatzfeature.
Die Atmosphäre ist neben dem Gameplay wohl der größte Pluspunkt des Spiels. Wie schon in Teil 1 überzeugt auch „Brotherhood“ mit einer riesigen und vor allem hübschen Open World-Umgebung, die im Herzen Roms angesiedelt ist. Dazu kommt der rote Faden, der trotz der vielen Möglichkeiten (Nebenquests) immer allgegenwärtig ist und den Spieler wahrlich fesselt. Die Zeit verfliegt wie im Fluge, weil man sich einfach nie langweilt. Stets wird für Spannung und Tiefgang gesorgt.
Alles in allem ist die Story von “Brotherhood“ nicht so fesselnd wie bei „Assassin’s Creed II“, aber dennoch um Welten spannender als bei so manch anderen Vollpreisspiel, das so erscheint. Am Gameplay hat sich nicht viel verändert, aber dennoch haben die Entwickler hier und da einige Macken des Vorgängers ausgebügelt, weshalb nun einem fantastischen Abenteuer nichts mehr im Wege steht. Der Mehrspielermodus ist in nettes Zusatzfeature, kann aber nicht mit dem Tiefgang der Singleplayerkampagne mithalten. Aufgrund der Aufnahme des Titels in die Classics und Platinumreihe können nun alle Unentschlossenen ohne weiteres zugreifen. „Assassin’s Creed: Brotherhood“ ist eines der besten Action-Adventures am Markt.
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