Never face „F.E.A.R.“ alone!
So lautet das Motto von “F.E.A.R. 3” und weist auf einen neuen und durchaus gelungenen
Koop-Modus hin. Dieses Mal müssen Sie sich Alma nicht alleine stellen. Während Sie die Kontrolle über Point Man übernehmen, kann ein Kumpel Paxton Fettel spielen. Dieser verlässt sich nicht auf Schusswaffen, da er als Geist nach den Gesetzen der Logik keine Waffen aufheben kann, sondern besitzt übernatürliche Kräfte, mit Hilfe derer er in der Lage ist, Gegner zu töten oder in ihre Haut zu schlüpfen. Dies funktioniert auch über große Entfernungen hinweg und macht riesigen Spaß. Bleibt nur die Frage offen, warum er keine Waffen aufheben kann und trotzdem durch Kugeln verwundbar ist… Ganz anders sieht die Situation bei Point Man aus. Nach bereits gewohnter Manier haben Sie ein beschränktes Arsenal an Feuerwaffen und Granaten und die Fähigkeit die Zeit anzuhalten, um die Gegnerscharen mit Stil in Zeitlupe zu zerlegen. Neu ist jedoch, dass Sie ihren Charakter durch erlangte Punkte aufleveln können. Diese erhalten Sie teils durch bestimmte Aufgaben, wie zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Gegner aus aktiver Deckung zu töten und das Sammeln von Seelenbändern und Voodoo-Puppen. Das Sammeln nervt zwar mächtig, aber so sind Sie auf jeden Fall motivierter, die verschiedenen Areale genauestens abzusuchen. Aufgelockert wird das Ganze durch die gewohnten Mechasuit-Parts, in denen man sich mächtig austoben kann. Nun jedoch zum negativsten Punkt des gesamten Spiels, besonders für Fans der Serie. Auch wenn der Markt bereits völlig übersättigt ist mit 08/15-Shootern, wollten Day 1 Studios anscheinend einen weiteren auf den Markt werfen. Genau das, was „
F.E.A.R.“ von anderen Spielen dieses Genres abhob, was es einzigartig und genial machte, kommt in diesem Teil viel zu kurz. Zum größten Teil des Spiels befinden Sie sich in einem kleinen, begrenzten Areal und werden von Horden von Gegnern attackiert, die Sie immer allesamt töten müssen, bevor irgendwo eine Passage frei wird oder eine Tür aufgeht, durch die Sie in das nächste begrenzte Areal vorrücken können, wo das selbe langweilige Spiel wieder von vorne losgeht! Die Gruselparts, die Ihnen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen, Ihre Hände zittrig werden lassen und Sie Ihren Protagonisten mit Zeitlupe durch den Raum bewegen lassen, kommen viel, viel, viel zu kurz und wirken erzwungen. Das soll jedoch nicht heißen, dass sie nicht gelungen sind und die obigen Symptome bewirken. Jedoch ist es enttäuschend zu sehen, in welche Richtung sich das Spiel nun entwickelt hat. Die Gegner-
KI ist teils fordernd, teils richtig doof. So kommt es vor, dass ein Gegner sich mit den Rücken zu Ihnen gewandt vor Ihren Füßen versteckt oder einfach stehen bleibt und „tanzt“, wenn er getroffen wird. Das sind aber nur Ausnahmen, ansonsten sind die Gegner ziemlich fordernd und fügen dem Spiel einen teils frustrierenden Schwierigkeitsgrad hinzu. Bleibt nur die Frage offen, ob man ein Spiel wie „
F.E.A.R.“ überhaupt zu zweit spielen möchte, schließlich kommt das beklemmende und angsterfüllte Magengefühl nur zustande, wenn Sie alleine im Dunkeln sitzen.