Es ist soweit! Alma, die Ausgeburt der Hölle mit ihren übersinnlichen Sprößlingen ist zurück und wir haben uns das neueste Abenteuer im „F.E.A.R.“-Universum für Sie angeschaut. Ob der Titel seinen Namen gerecht wird oder nicht, lesen Sie im folgenden Review.
Story
Wie sollte es anders sein? Alma, der Begriff für Horror in der Shooterecke, ist zurück und auch ein neuer Sprößling ist auf dem Weg. Wie Sie sicher schon längst wissen, sind auch einige alte Bekannte mit an Bord. So schlüpfen Sie in die Rolle von Paxton Fettel und Point Man, um der Ausgeburt der Hölle kräftig in den Hintern zu treten. In einer rund 6-8 Stunden dauernden Singleplayerkampagne kämpfen Sie in Ego-Shootermanier in der Rolle von Paxton Fettel nicht nur gegen das eigene Fleisch und Blut (Alma ist die Mutter von Paxton Fettel und Point Man), sondern auch gegen die Schergen der Armacham. Nach Abschluß eines Levels können Sie das gleiche Level nochmals in der Rolle von Point Man, der als Geist zurückgekehrt ist, in Angriff nehmen. Auch wenn das Level sich nicht ändert, tut es die Wahrnehmung, denn die Art und Weise, wie man mit Point Man spielt, unterscheidet sich nicht gerade wenig von Paxton Fettel’s Ego-Shooter Weise. Hier der offizielle Ankündigungstrailer zur Einstimmung:
„F.E.A.R.“ zeichnete bislang immer ein intensives Horrorerlebnis sowie actiongeladene Ballerorgien aus. Viele Spiele wurde im Bezug auf den Horrorfaktor nur noch mit Alma beziehungsweise „F.E.A.R.“ verglichen, und wie sieht’s nun in Teil 3 aus? Hier kann man ganz klar sagen, das der Grusel- und Horrorfaktor allgegenwärtig ist. Immerhin hat sich Warner die Dienste von Horrorguru John Carpenter gesichert, aber leider wurde hier nicht das Optimum rausgeholt. Der Horrorfaktor ist vorhanden, keine Frage, aber die Intensität des Angstgefühls könnte hier und da noch präsenter sein, doch kommen wir nun zum Spielvergnügen.
Was bisher geschah...
Die ersten beiden Teile wurden von den Monolith Studios entwicklet und zur Auffrischung möchten wir Ihnen hier und jetzt die Zusammenfassungen unserer Reviews der ersten beiden Titel präsentieren.
"F.E.A.R." ist bestimmt nichts für schwache Gemüter: Fans von Horrorfilmen will ich diesen Titel wirklich ans Herz legen, denn die hier erzeugte Spannung kann eigentlich kaum übertroffen werden. Zartbesaiteten und solchen, die eigentlich nur einen netten neuen Shooter suchen, würde ich empfehlen, die Demoversion vor dem Kauf anzuschauen, obwohl sich der Schock-Faktor darin noch sehr in Grenzen hält. Fans des Genres, die sich auf Multiplayer-Orgien freuen muss ich an dieser Stelle etwas enttäuschen: Deathmatch, Team-Deathmath, Elimination und Capture the Flag können das Game in dieser Hinsicht kaum aufwerten. Wer sich nun noch angesprochen fühlt, der kann sich auf eine geniale Atmosphäre, schöne Grafik, perfekten Sound und eine erschreckend inszenierte Story freuen ...
Sowohl für Kenner des ersten Teils, als auch für Neulinge in der Welt von „F.E.A.R.“ kann man getrost empfehlen, einen Blick auf den neuen Titel zu werfen. Zwar sollte man eine gewisse psychische Belastbarkeit aufbringen und einigermaßen gewaltresistent sein, aber die Atmosphäre dieses Spiels ist es wert. Der Gruselfaktor ist zweifelsfrei vorhanden und der Shooterpart überzeugt durch optischen, wie unterhaltsamen Anspruch. Die kleineren Macken, die „F2“ sich leistet, fallen kaum ins Gewicht und auch sonst bietet sich ein recht rundes, kaum fehlerbehaftetes Spiel, das seinen besonderen Reiz durch Neugier und Spannung äußert. Wer will nicht wissen, wie die Geschichte um Alma und Sgt. Beckett nun endet? Auch die Tatsache, dass das Spiel die Geschichte nicht einfach so erzählt, sondern eine Menge Hintergrundinformationen einfach in auffindbare Ordner und Disks verlagert, sorgt für weitere Motivation.GameplayIm Singleplayermodus rennen Sie, wie bereits erwähnt, in der Rolle von Paxton Fettel durch die verschiedenen Levels, die von der Abwechlsung her ganz unterhaltsam sind, aber im Bezug auf das Leveldesign einige Wünsche offen lassen. Es gibt einfach keine Freiräume, die man nutzen kann. Ganz im Gegenteil muss man sich auf oft sehr schlauchige Levels einstellen. Wenn auch das Leveldesign nicht grandios ist, muss man sagen, dass die Gegner und deren Hirn sehr wohl zu überzeugen wissen. Im Gegensatz zu so manch anderen Shooter verhalten sich die Gegner in „F.E.A.R. 3“ auch am niedrigsten Schwierigkeitsgrad sehr schlau. Der Shotgun-Typ versucht Sie beispielsweise in einen Nahkampf zu drängen, um mit der vollen Wucht der Shotgun Eindruck zu hinterlassen.
Doch nicht nur das taktische Verhalten der Gegner, das beispielsweise auch Rückzüge beinhaltet, setzt dem Spieler zu, sondern auch die Organisationsfähigkeit, denn die Gegner positionieren sich durch Zurufe, um Sie möglichst gut aufs Korn nehmen zu können. So macht ein Shooter richtig Laune und genau so müssen sich Gegner verhalten.
Zur Abrundung der Shooteraction kommen eine überschaubare Anzahl von Waffen, die meiner Meinung nach nicht genügend Abwechlsung in diesem abgedrehten Setting bieten, ein gut funktionierendes Deckungssystem sowie ein Erfahrungssystem. Wieviele Gegner Sie töten, wieviele versteckte Objekte Sie finden und viele weitere Dinge beinflussen die Anzahl der gesammelten Erfahrungspunkte in einem Level. Diese Erfahrungspunkte ziehen Level-Ups nach sich und verbessern damit die Fähigkeiten des ungleichen Duos.
Was mir neben dem schlauchigen Leveldesign noch ein wenig sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass oft doofe Checkpoints eingerichtet wurden. So müssen Sie oft alle Gegner töten, bevor ein Tor aufgeht und Sie die Suche nach Alma fortsetzen können. Ganz sinnvoll und naheliegend ist das nicht gerade. Zum Abschluß des Gameplayabschnitts möchten wir Ihnen noch den Scoring-Trailer vorstellen, der weitere Informationen zum Erfahrungssystem bereithält und noch einige Gameplayausschnitte zeigt.
Die Optik an sich ist in Zeiten, in denen uns Shooter wie „Crysis 2“ oder „Killzone 3“ präsentiert werden etwas mau. Die Texturen sind zwar ganz ok, aber eben nicht spitzenmäßig. Selbes gilt für die Optik der Gegner, von denen ruhig mehr verschiedene im Spiel auftreten könnten und über das schlauchige Leveldesign möchte ich an dieser Stelle keine weiteren Worte mehr verlieren. Positiv hingegen fallen die Videosequenzen auf, die wirklich schöne, aber auch meist blutige Bilder zeigen.
Selbiges gilt für den Sound. Die Soundkulisse samt den Musiktracks im Hintergrund macht Spaß und ist wirklich gelungen. Leider trifft das nicht auf die deutsche Lokalisierung zu, die zwar eigentlich ein Pluspunkt wäre, aber aufgrund der Unglaubhaftigkeit negativ ins Gewicht fällt.
Steuerung
Die Steuerung sollte für Shooter-Experten kein wirkliches Problem darstellen, wobei ich absolute nicht verstehen, warum die Entwickler bei den Day 1 Studios nicht einfach Waffenwechsel auf der Dreieckstaste lassen können oder Granatenwerfen beispielsweise auf die R2-Taste legt. Das ist doch in nahezu jedem Shooter so. Dafür feuert man mit bei “F.E.A.R. 3” mit der R2-Taste und zoomt mit der L2-Taste. Hier hätte man meiner Meinung nach ruhig bei den anderen Shootern spicken können, denn nicht umsonst ist diese Steuerungsvariante mehr als nur gängig. Bis auf diesen kleinen Nachteil, der nur eine Gewohnheitssache ist, gibt’s nicht viel auszusetzen. Die Steuerung bietet keine großen Überraschungen und wirkt auch über weite Strecken für Shooter als auch Neulinge geeignet.
Der Mehrspielermodus ist eigentich das Kernelement. Das Vergnügen, zu zweit in einem Koop-Modus auf die Jagd nach Alma zu gehen, klingt nicht nur fantastisch, sondern fühlt sich auch richtig gut an. Ein Spieler schlüpft in die Rolle von Paxton Fettel, während der zweite Spieler die Rolle von Point Man übernimmt. Somit kann man sich perfekt ergänzen und sich gegebenfalls aus brenzligen Situationen retten. Neben dem Koop-Modus gibt es auch noch die Möglichkeit, online mit bis zu drei Mitspielern auf die Jagd zu gehen. Allerdings kann man den Koop-Modus auch online in Angriff nehmen.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist wieder ein großer Pluspunkt, denn wenn auch das Leveldesign nicht wirklich viel Freiraum offenlässt, überzeugt das Setting mit blutverschmierten Wänden, den auftauchenden Illusionen sowie den Schockermomenten voll und ganz. Dazu kommt die nervenaufreibende Soundkulisse, die das Spektakel perfekt abrundet.
Alles in allem ist „F.E.A.R. 3“ nicht der absolute Horrorshooter, da vor allem die Story einige Wünsche offen lässt und auch das Leveldesign, verglichen mit anderen Shootern, einfach nicht zeitgerecht ist. Oftmals werden Sie mit Gegnern überflutet, anstatt mit einem intelligenten Leveldesign für noch mehr Tiefgang zu sorgen. Dafür entschädigt ein gelungener Koop-Modus, ein authentisches Setting sowie eine fordernde Gegner-KI, die teilweise schon einige Frustmomente für den Spieler parat hält. Dennoch muss man sagen, dass „F.E.A.R. 3“ ein solider Shooter mit dem Hang zum Horrorsetting ist.
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