Angefaulte Knochen, ein zerstückeltes Herz und herunterhängende Augen. Willkommen in der Welt der Zombie-Fans!
Woran denken Sie bei diesem Spieletitel? Stimmt, damit liegen Sie vollkommen richtig: Blut, Untote (die eigentlich kein Blut haben dürften bzw. nur geronnenes und steinhartes … aber das führt zu weit) und schnelle Autos. Hat Toyota noch mit Autos und Zombies geworben, was wohl einige Kunden eher verschreckt hat, ließ Zombie-Fans vor allem das Action-Spiel „Trapped Dead“ 2010 nicht im Regen stehen. Nun schickt sich „Doodle Pool“-Entwickler Big Head Games an, einen ähnlichen Hype in der Fan-Gemeinde zu schaffen und kombiniert „Need for Speed“ mit Splatter-Action in einem Mini-Titel. Ob das gut gehen kann?
Achievements müssen sein
Wie schon bei „Doodle Pool“ haben die Entwickler auch hier eine Reihe von Achievements ins Spiel gepackt, um scheinbar die Langzeit-Motivation zu steigern: 20 Zombie-Köpfe gilt es zu erkämpfen, wobei die ersten fünf Stück sehr abwechslungsreich klingen – töten Sie 10, 100, 1.000, 10.000 und 100.000 Zombies. Wow…
Bei den Optionen können Sie Ihr Profil speichern und wechseln, hinter den Extras erwarten Sie dann auch noch ein paar Statistiken. Der Hauptteil des Spiels, neben drei Fun-Modi, ist aber der Story-Modus: Die Regierung hat nach einer Zombie-Plage 100 US-Dollar auf jeden toten Zombie ausgesetzt, was einige seltsame Ausprägungen auf den Plan rief. So findet unter anderem eine Rennserie statt, wo Sie nicht nur als Erster durch das Ziel gehen sollen, sondern wo Sie ganz im Vorbeifahren Zombies plätten.
“Micro Machines“ lässt grüßen
Aus der bekannt-beliebten Top Down-Perspektive geht es dann auch schon los: Drei Totenschädel verkünden den Start, zwar etwas unspektakulär ohne röhrende Motoren, aber dennoch ganz okay. Dann drehen Sie mit zumindest drei Mitstreitern sechs Runden auf den Strecken, müssen dabei darauf achten, dass Sie möglichst in der Mitte der Strecke bleiben, da Sie sonst extrem an Geschwindigkeit verlieren. Von allen Rändern der Strecke kriechen dann auch schon die Zombies hervor, die Sie gar nicht attackieren, sondern die Sie durch einfaches Überfahren beseitigen. Mal spritzt das Blut, mal fliegt ein Schädel – so mag es der treue Fan.
Anfangs stehen vier gleich starke, nur unterschiedlich designte Autos zur Wahl. Doch dann geht es daran, die Autos aufzumotzen: Um jeweils 4.000 US-Dollar können Sie Ihr Auto in zehn Stufen in den Kategorien Beschleunigung, Spitzengeschwindigkeit und Kontrolle hochrüsten. Ab Runde vier werden schrittweise die weiteren sechs verfügbaren Autos freigeschalten, die schon mit besseren Werten an den Start gehen.
Insgesamt acht Rennen spulen Sie so ab, dann ist der Spaß erstmal vorbei. Die drei Modi sind kurzweilig lustig, aber langfristig lockt vor allem die Hatz nach den Achievements: „From Dusk To Dawn“ versetzt Sie auf eine große Map (4 zusätzliche sind gegen 10.000 US-Dollar an virtuellem Geld freischaltbar), auf der Sie gegen drei CPU-Gegner in einer bestimmten Zeit möglichst viele Zombies töten müssen – Pick-Ups machen das Ganze etwas abwechslungsreicher.
Bevor wir zum nächsten Modus kommen: Die Menüs sehen sehr klobig und grobschlächtig aus, auch das Heads Up-Display (HUD) kann mich nicht begeistern, wenn immer bei jedem Kill irgendein komischer Kommentar in gelber Schrift aufpoppt und sich teilweise Zeit und Gegner-Anzeigen überlagern. Schade, dass man hier so übertrieben hat. Die Steuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig, da man nicht mit X, sondern mit dem Quadrat Gas gibt und mit dem digitalen Steuerkreuz lenkt.
Bei „666 Zombies“ ist das Prinzip ähnlich: Wer tötet die meisten der 666 verfügbaren Zombies – nette Idee. Der letzte Modus, „Every Last Drop“, machte mir am meisten Spaß: Auf den selben sechs Maps fahren Sie herum und töten zur Abwechslung wieder mal Zombies, sammeln aber automatisch das Blut der Zombies auf, wodurch sich ein Blutbeutel füllt. Seien Sie der Erste, der einen vollen Blutbeutel hat! Auch nur eine Variation, aber eine witzige. Übrigens: Sie brauchen 350 Zombies, um einen Blutbeutel zu füllen.
Die Grafik ist altbacken, angestaubt, passt aber dadurch wieder irgendwie abartig in das Image der Zombie-Filme. Man fühlt sich wie in einem 60er-Jahre-Gruselfilm, „Dracula“ lässt grüßen. Das Look and Feel ist gut umgesetzt, nur hätte man manchmal die Elemente etwas detaillierter ausarbeiten können – beispielsweise die Autos oder die HUD-Anzeigen. Schade…
Der Sound ist eine eigene Geschichte: Die Musik geht in die Heavy Metal-Richtung, was an sich gut passt, wenn nicht teilweise die Songs schon vor Ende des Rennens vorbei wären. Dann hört man nämlich fast gar nichts, weil die Motorengeräusche so gut wie nicht existent sind – leider. Auf eine Sprachausgabe hat man sich nicht eingelassen, was auch gut ist.
Die Steuerung ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig: Wie oben beschrieben muss man sich etwas einspielen, bis man das Handling gut beherrscht. Dann geht aber alles flüssig von der Hand.
Anfangs macht das Spiel viel Spaß, man wird von rotem Blut überwältigt, die Leichenteile fliegen herum, Zombies zu schlachten macht einfach Spaß. Doch dann kommt der Punkt, wo man merkt, dass das Spielprinzip ganz linear und simpel ist. Schade, da hätte man mehr draus machen können – vor allem die kleinen Fehler und Designmängel sind unnötig. Dennoch ein Mini für echte Zombie-Fans!
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