Das Chi ist so eine Sache: Einerseits ist es das Größte im Kung Fu, andererseits sollte man sich vorsehen, wenn es einmal abhanden kommt. Die innere Energie ist es, die „Kung Fu Panda 2“ fehlt, aber ist das Kung Fu deswegen dem Untergang geweiht? Lesen Sie unser Review!
Story
Der Panda Po ist am Ziel seiner Träume. In Teil eins wurde er zum Drachenkrieger wider Willen, einem Gesandten des Kung Fu selbst, und obwohl er sich zunächst der Herausforderung gar nicht gewachsen fühlte, schaffte er es schlussendlich doch, den fiesen Tai Lung zu besiegen und ein Kung Fu-Meister zu werden. Doch die Party am Ende des Kinofilms dauert nicht lang, denn Tai Lung war kein Einzelkämpfer, sondern hatte eine Menge Mitläufer um sich geschart. Die Gorillas und Wölfe, sein Gesindel, haben nun die Dörfer übernommen, und es gilt, die armen Bauern und Bewohner zu befreien. Zunächst einmal ein Trailer zum Kinofilm „Kung Fu Panda 2“!
Und hier hätte noch ein Trailer zum Spiel folgen sollen ... dies tut er aber nicht.
Warum?
Diese Frage könnte man sich schon durchaus berechtigt stellen. Warum gibt es keinen Trailer zur PS3-Version des Spiels, warum spielt man wider besseres Wissen schon wieder eine Kinofilm-Umsetzung, warum soll „Kung Fu Panda 2“ so großartig anders sein? Aber alles der Reihe nach. Das Gameplay in „Kung Fu Panda 2“ ist so einfach, wie es nur sein kann: Sie steuern den dicken Panda Po und prügeln alle Widersacher windelweich. In kleinsten Stages (lesen Sie: so gut wie keine Freiheiten zum Erforschen) kommen Ihnen Feinde in Form von Gorillas und Wölfen entgegen, und Sie tun einfach nichts anderes, als die Bösewichte zu verklopfen. Natürlich gibt es hier und da Gegenstände zu sammeln, mit denen Sie sich besondere Errungenschaften freischalten können, aber mehr auch schon nicht. Weiters kommt es, dass die Fausthiebe des Kung Fu-Meisters Po genau halb so stark sind wie seine Kicks. Was spricht also dagegen, dass Sie nur noch in der Gegend herumtreten und -wirbeln? Eben. Standardfeinde sind mit drei Fußtritten zu erledigen, wohingegen die stärkeren mit Rüstung und Schild - Vorsicht! - zwischen vier und fünf Kicks benötigen. Sie suchen Abwechslung? Leider müssen Sie danach anderswo suchen. So bleibt es nämlich die ganze Zeit in „Kung Fu Panda 2“, und es scheint, als wäre nur die Xbox 360-Version mit der Kinect-Unterstützung eine gelungene Umsetzung...
Grafik und Sound
Zur Frage, warum es keinen Trailer zum Spiel gibt, lassen Sie mich diese möglichst objektiv beantworten: „Kung Fu Panda 2“ ruckelt auf der PS3, dass es eine Freude ist. Vergessen Sie „Battlefield 3“, „Crysis 2“ oder dergleichen - der Panda fordert die PlayStation 3 bis an ihre Grenzen und noch darüber hinaus. Sieht das Spiel aber deswegen irgendwie gut aus? Nein! Das Fell sieht aus, als würden Sie einen 3D-Film ohne Brille betrachten, die Mimik des Pandabären passt in den wenigsten Fällen zum Gesagten, die Stimmen sowie die Musik sind nicht das Original, die ständigen Kommentare nerven sogar Kinder und zu guter Letzt ist auch die Abwechslung nicht wirklich groß geschrieben.
Witze kommen auf Deutsch gar nicht irgendwie in den Bereich des Lustigen, und auch die Synchronisation ist eher ... lauwarm. Da fällt es gar nicht mehr ins Gewicht, dass sogar die Kamera es schafft, unübersichtlich zu wirken, obwohl es nur einen Protagonisten in einer eigentlich kleinen Arena gibt. Eigentlich schade, da gerade animierte Filme so viel Stoff bieten, sie irgendwie in einem Videospiel zu verarbeiten oder gar zu erweitern. Doch hier ist dies nicht der Fall, sondern vielmehr ein Fail...
Steuerung
Zum Handling des Titels gibt es leider Gottes auch nicht so viel zu sagen. Hier muss man allerdings sagen, dass trotz Rucklern und dem behäbigen Panda selbst zumindest die Steuerung am besten gelungen ist. Wenn Sie auf Button-Mashing-Action stehen, sollten Sie hier keine Probleme haben, denn davon liefert „Kung Fu Panda 2“ massig. Mit minimaler Verzögerung, aber doch prügelt Po seine Feinde ins Delirium, und es gibt keine komplizierten Kombinationen: Immer feste drauf auf die Quadrat- oder Dreieck-Taste, Ihre Feinde werden fallen. Wieder und wieder, egal, wie groß sie werden.
Atmosphäre
Der Film ist ohne Zweifel gut animiert, hat eine Storyline, der Witz punktet mit Charme und (ganz wichtig!) Humor, und nach gut zwei Stunden ist der Streifen vorüber. Das Einzige, was die Spielumsetzung mit der Filmvorlage teilt, ist die Länge. Nicht viel mehr als knapp vier Stunden metzeln Sie sich durch die Scharen von Comicgegnern, und für ein Vollpreisspiel ist das einfach ... nichts. Es ist zu kurz, bietet zu wenige Highlights, die Qualität lässt vielerorts zu wünschen übrig, der Wiederkennungswert beschränkt sich ausschließlich auf Shifu, Po und die Furiosen Fünf, und im Prinzip gibt es hier tatsächlich nichts, das Sie verpassen könnten. Traurig, aber wahr!
Ein herber Niederschlag für den Kung Fu-Panda: Eine kaum vorhandene Geschichte, eine unterdurchschnittliche Grafik, völlig unnötige Ruckler, eine verbesserungswürdige Steuerung, keine Abwechslung sowie ein gähnend langweiliges Spielprinzip schlagen dem Protagonisten immer weiter auf den dicken Bauch, bis er umfällt. Wenn Sie den Film gesehen haben, müssen Sie kein zusätzliches Geld für „Kung Fu Panda 2“ ausgeben, und nein: Sie machen weder Hardcore-Fans noch Ihrem Kind eine Freude damit. Leider.
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