Sie sind von „Rock Band“ und der Schlagzeug-Umsetzung dort enttäuscht? Dann sollten Sie sich „Drums Challenge“ ansehen, denn hier können Sie sich wirklich austoben.
„Was „Guitar Hero“ kann, können wir schon lange“, haben sich die brasilianischen Entwickler von MusiGames gedacht und sind auf den PlayStation Mini-Partner Sanuk Games aus Thailand zugekommen. „Hat das etwas mit Gitarren zu tun?“, fragte man dort. „Nein, aber mit einem Schlagzeug!“ war die Antwort. Und wahrlich: Der neue Mini für PSP und PS3 versetzt Sie in die Lage, mit den zehn Buttons des Controllers Ihr ganzes rhythmisches Gespür in tatkräftige Beats umzusetzen.
Das Gameplay – bumm, bumm, bumm
Neben den vier Richtungen des digitalen Steuerkreuzes und der vier bekannten PlayStation-Buttons stehen noch die beiden Schultertasten zur Verfügung, um nicht nur die Base Drum, sondern auch Hi-Hats, Tom Toms, Crash-Becken, Trommeln und andere Schlaginstrumente zu bedienen. Neben einem Freestyle-Modus, wo Sie Ihr Talent trainieren und neu frei geschaltete Schlagwerkzeuge ausprobieren können, stehen Ihnen 26 Karriere-Stufen zur Verfügung, in denen Sie sich in Matches gegen angesagte fiktive Künstler in den Olymp des Drummers hochschlagen.
Die Duelle laufen immer nach dem selben Muster ab: Acht Mal spielt Ihnen Ihr Gegenspieler (im wahrsten Sinne des Wortes) etwas vor, das Sie dann möglichst exakt nachspielen müssen. Klingt etwas nach dem beliebten Spiel, wo Sie Farb- und Soundkombinationen nachahmen müssen, ist aber durch das benötigte Timing noch schwieriger. Für die Exaktheit der einzelnen Schläge gibt es direkt visuelles Feedback und natürlich Punkte, die sich am Ende in Medaillen für Ihre Leistung umschlagen. Haben Sie eine Stufe geschafft, so wird Ihnen sehr wahrscheinlich auch ein neues Schlagzeug freigeschalten. Schlagen Sie jedoch zu oft daneben, so leert sich Ihre Energieleiste am unteren Bildschirmrand immer weiter, bis das Spiel schließlich vorbei ist.
Lustige, sarkastische Kommentare Ihrer Konkurrenten während des Spiels lassen Sie kurz durchatmen, doch passen Sie auf: Sie müssen auch den richtigen Einsatz beim Übergang von Ihrem Gegenspieler auf Sie treffen, was besonders bei komplizierteren Schlagvariationen nicht mehr so einfach ist. Wichtig ist: Verfallen Sie nicht in Hektik und bleiben Sie ruhig, denn nur so können Sie auch schwierige Passagen einigermaßen heil überstehen und retten sich so zu den einfacheren Teilen, so Sie dann wieder Ihre Energie auffüllen können.
Wie gut war ich wirklich?
Nach jedem Match sehen Sie eine detaillierte Statistik über erfolgte Schläge und wie genau Sie getroffen haben. Das Spiel wird automatisch zwischengespeichert, Sie können schon gespielte Matches nochmals wiederholen, um sich zu verbessern, und auch die Ladezeiten sind angenehm kurz.
Steuerung, Grafik und Sound
Ja, die Steuerung ist ein großes Thema hier: Vor allem Anfänger werden zuerst überfordert sein. Leider gibt es kein Zwischending zwischen Freestyle und Karriere-Modus, wo man beispielsweise laufend mit Beats gefordert wird, um sich wirklich auch beim Handling zu verbessern. Profis, die schon Spiele wie „Dance Dance Revolution“ gemocht haben, werden sich heimisch fühlen, aber die Steuerung dennoch auch erst kennenlernen müssen. Das Tutorial gibt einen guten Einblick und geizt nicht mit Sarkasmus.
Die Grafik ist gut gelungen, wobei hier vor allem die verschiedenen Grafik-Stile der Drums hervorzuheben sind. Ansonsten passt das visuelle Feedback sowohl beim Vorspielen als auch beim Selbst-Spielen sehr gut ins Gesamtbild.
Die Musik ist angenehm, wobei manche Musikstile wie Reggae durch die asynchronen Melodien nerven, was aber wohl Absicht ist. Ansonsten reicht das Spektrum von Metal bis Kuschelrock, was Abwechslung garantiert und dem Musikinstrument Schlagzeug die Bedeutung gibt, die es hat: Ohne Schlagzeug ist quasi keine Musik vorstellbar.
Zusammenfassung
Das Spiel hat durchaus Potenzial, kommt aber teilweise als Nachahmer von bekannten und beliebten Musikspielen wie „Rock Band“ um die Ecke und setzt keine frischen Akzente. Ich hätte mir einen wirklichen Drummers‘ Workshop, eine alternative Bedienung und vielleicht ein bisschen mehr Liebe im Detail bei Animationen gewünscht. Wer jedoch selbst gerne Schlagzeug spielt, der kommt an diesem Titel nicht vorbei, gibt es doch auch keinerlei ähnlich detailliert ausgeführte Spielvariante speziell für Drummer. Bitte: Teil 2 mit Verbesserungen!
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