Der russische Entwickler Targem Games brachte im Jahre 2009 den PC Titel „Armageddon Riders“ für den PC auf den Markt und genau dieser abgedrehte und „storylastige“ Titel feierte nun auch sein Comeback auf Sony’s PlayStation 3. Die ursprünglich angedachte Xbox 360-Version wurde laut letzten Informationen gecancelt, womit sich die Fans des Action-Racingtitels nur über ein Comeback auf der PlayStation 3 freuen können. Ob sich die Fans wirklich auf das Comeback des Titels freuen können oder nicht, erfahren Sie im folgenden Review.
Story
Kommen wir nun zur tiefgreifenden Story. Wie baut man eine Story um einen Action-Racer in dem Tonnen von Zombies rumrennen? Ganz einfach. In der blühenden und aufstrebenden Stadt Atom City explodiert eines Tages das Atomkraftwerk, das die Stadt mit Energie versorgt hat. Aufgrund der radioaktiven Verseuchung laufen nun keine lebenden Menschen in der Stadt herum, sondern nur noch untotes Gesocks. Das wäre ja nicht besonders spannend. Der Witz kommt erst jetzt. Warum wagen sich todesmutige Fahrer in die verseuchte und mit Zombie übersäte Stadt? Logisch, sie wollen Rennen fahren? Sorry, aber wer hat sich so einen Schwachsinn überlegt?Hier ein Trailer zum Spiel:
Der Titel ist ein typisches Sandbox Action-Racinggame. Kurz und knapp könnte man den Titel mit den Worten „Dead Rising“ meets „Have a nice Day“ zusammenfassen. Die Stadt ist übersät mit Zombies und Sie brettern mit Highspeed, hübscher Karosserie, massenhaft Waffen und dem Hang zu Todessituationen durch Atom City, um sich mit weiteren so kranken Typen zu matchen.
Auf der Übersichtskarte sehen Sie eine Auflistung und den Aufenthaltsort der aktuell verfügbaren Events. Diese Events sind mit beispielsweise stinknormalen Rennen, Checkpoins- oder Zombieniedermähevents auf den ersten Blick ganz unterhaltsam, doch nach wenigen Events wiederholt sich das Ganze immer von vorne. Die Gegner werden meiner Meinung nach stärker, aber ansonsten ändert sich nichts, außer vielleicht Ihr Auto. Genau dieser Aspekt macht das Spiel auf lange Sicht interessant. Sie können Ihren fahrbaren Untersatz mit dem in Events verdienten Geld ordentlich aufmotzen und bessere Bodykits, schärfere Klingen, besseren Boosts und vielem mehr effizienter oder schneller machen. Auch optisch können Sie ein wenig für Veränderung sorgen, indem Sie dem Auto beispielsweise einen neuen Anstrich verpassen.
Was ich hierbei allerdings etwas schade finde ist die Tatsache, dass die Waffen eher passiv sind. Sie können nicht wie bei „Have a nice Day“ Gatlingguns oder Raketenwerfen auf Ihr Auto bauen, sondern bauen sondern müssen sich eher nur Klingen oder a der Frontseite platzierte Fleischzerhäcksler begnügen. Was hingegen aktiv ist, ist der Zombies-am-Autodach-Abwehr-Blitzgenerator. Die Zombie wirken zwar dumm, planlos und auch extrem langsam, doch oft überkommt es diese untoten Figuren und mit einem Satz springen die Zombies aufs Autodach und hämmern mit dem Kopf, dem Arm oder dem Bein auf das Auto ein, um an das Wertvolle, den Fahrer, im Inneren zu kommen. Durch geschickte Abschüttelmanöver, das Donnern gegen eine Mauer oder den Blitzgenerator können Sie sich dieser unerwünschten, blinden Passagiere entledigen. Beim normalen Erkunden der Stadt macht es einem nichts aus, kurz mal gegen eine Wand zu fahren, doch bei den Events und Rennen können die Zombies mit ihren Angriffen doch ganz schön lästig sein.
Alles in allem ist der Titel nicht besonders tiefgreifend oder fesselnd, aber aufgrund des abgedrehten Settings sowie den Upgrademöglichkeiten sorgt der Titel trotz allem für Unterhaltung. Zwar kann man den Titel nicht stundenlang spielen, aber dafür oft, denn eine Runde Zombies umfahren, um sich von einem stressigen Arbeitstag zu erholen, macht doch auf alle Fälle Laune - nicht erst seit „Dead Rising 2“.
Grafisch ist der Titel für einen PSN-Titel eigentlich ganz nett. Die möglichen Veränderungen am Auto laden zu mehrmaligen Besuchen in der Werkstatt ein und auch die Zombies mit ihren Angriffen wirken äußerst unterhaltsam. Auch die in der Stadt versteckten Objekte sowie die Powerups lassen nicht viele Wünsche offen, was allerdings nicht auf die Stadt ansich zutrifft, denn Atom City ist nicht besonders groß und auch nicht besonders detailreich. Schade, hier wäre sicher noch mehr drinnen gewesen. Soundtechnisch gibt’s einen ordentlichen Soundtrack mit gelegentlichen Soundeffekten, die weder positiv noch negativ auffallen.
Steuerung
Die Steuerungsmöglichkeiten werden am Anfang kurz mit einem Erklärungsbildschirm aufgezeigt und schnell wird klar, dass man kein Prophet sein muss, um mit dieser Steuerung zurechtzukommen. Spannend finde ich hingegen, das man durchs Schütteln des PlayStation 3-Controllers den Zombie-auf-dem-Autodach-Blitzgenerator aktivieren kann und sich somit von unerwünschten Mitfahrern entledigen kann. Alles keine große Hexerei und die Steuerung funktioniert auch ganz gut.
Neben dem Singleplayermodus gibt’s auch noch einen knackigen Mehrspielermodus, der sich auf die Ausrichtung von Events beschränkt. Mit einem Kollegen oder Freund können Sie lokal gegeneinander antreten und gemeinsam durch Atom-City rasen.
Die Atmosphäre wäre ja ganz gelungen, wenn da nicht dieses schwachsinnige Story bzw. dieses sinnlose Setting ware. Todesmutige Rennfahrer brettern durch einen mit Zombies und Radioaktivität verseuchte Stadt? Da muss doch mehr drinnen sein.
Das abgedrehte Setting rund um die todesmutigen Fahrer, die sich in Atom City um die Asphalt-Krone matchen, ist nicht wirklich spannend beziehungsweise kreativ. Es wirkt einfach irgendwie hingeworfen. Dafür ist der Spielspaß vor allem für kurze Gaming-Sessions mehr als nur ok. Es macht einfach Spaß, alleine oder mit einem Kollegen die Zombies in der Stadt auf den Kühlergrill zu nehmen und ein wenig Zombie-Blut in Atom City zu verteilen. Dank vieler Events, die sich allerdings auch wiederholen, und den Aufrüstungsmöglichkeiten am Auto sorgt der Titel auch längerfristig für Unterhaltung, wenn auch nur für kürzere Gamingsessions.
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