Konami mag schon so manchem Zocker einige schöne Spielstunden beschert haben. Das ist kein Wunder bei Serien wie “Metal Gear Solid”, “Castlevania” oder sogar “Frogger”. Interessanter Weise publisht diese große Spieleschmiede auch “Yard Sale Hidden Treasures: Sunnyville“, das stark an die alten Kinderbilderbücher erinnert, in denen man etwas suchen sollte. Ob dieses Adventure selbst ein „Hidden Treasure“ ist, erfahren Sie jetzt.
Willkommen in Sunnyville!
Sie ziehen gerade in den Ort “Sunnyville”, in dem Sie niemanden kennen und schon werden Sie von den Nachbarn besucht. Passender Weise steht ein Wettbewerb an, bei dem das am schönsten eingerichtete Haus gewinnt. Natürlich wollen Sie den Wettbewerb gewinnen und begeben sich daher auf die verschiedenen Trödelmärkte in der Nähe, um versteckte Schätze zu suchen, die Ihre Zimmer aufwerten sollen. Dabei begeben sie sich aber nicht direkt auf die Suche nach allen Gegenständen, sondern arbeiten Zimmer für Zimmer ab.
Das Gameplay von “Yard Sale Hidden Treasures: Sunnyville” unterscheidet sich in zwei Elemente. Der Löwenanteil des Spiels besteht daraus, dass man auf einem Bild bestimmte vorgegebene Gegenstände sucht. Hierbei steht es Ihnen frei, ob Sie es mit oder ohne Zeitdruck tun wollen. Die Suche kann und wird zumindest bei bestimmten Gegenständen für Sie schwierig sein, da Sie vorher kein Bild von dem Gegenstand bekommen und manche Gegenstände so im Bild versteckt sind, dass man sie nicht unbedingt als den geforderten Gegenstand erkennen kann. Ihnen werden aber pro “Mission” drei Tips gegeben, die Ihnen den Aufenthalt eines Gegenstandes zeigen. Außerdem können Sie an manchen Stellen auch einen Stern entdecken, wodurch Sie einen weiteren Tip bekommen. Sie werden in den Bildern allerdings nicht nur die suchen, die praktisch für ihr Zimmer sind, sondern auch sehr viele weitere, die mit ihrer Mission eigentlich nichts zu tun haben. So müssen sie u.a. oft auch Kaninchen, Erdmännchen und Ähnliches suchen. Dass man bei jedem Trödelmarkt eine gewisse Anzahl an Gegenständen suchen muss, ist zwar ok, allerdings hätte ich mir hier gewünscht, dass die geforderten Items dann doch wenigstens einen Sinn erfüllen. Wenigstens steht es Ihnen frei, ob Sie alle Gegenstände am Stück suchen wollen oder aber zwischendurch einen anderen Trödelmarkt aufsuchen und erst später Ihre Suche fortsetzen wollen.
Dieser Hauptanteil des Spiels hört sich durchaus ungewöhnlich an und hat natürlich auch seine Daseinsberechtigung. Meiner Meinung nach ist die Umsetzung allerdings extrem schlecht. Sie können in die starren Bilder zwar reinzoomen, da Sie aber bei manchen Gegenständen, wie z.B. “alte griechische Urne”, nicht immer unbedingt wissen, wie er aussieht, kam es zumindest bei mir öfters zum wahllosen Durchgeklicke. Hinderlich ist es dabei auch, dass nicht immer unbedingt jeder Klick auf das gesuchte Schmuckstück anerkannt wird und man daher manchmal 4-5 mal rauf klicken darf, ehe es als gefunden anerkannt wird.
Der kleinere, aber deutlich bessere Anteil des Spiels besteht aus Restaurationsarbeiten. Da die gefundenen Gemälde, Tische etc. nicht immer im besten Zustand sind, müssen Sie diese reparieren, anmalen und manchmal auch modifizieren. Es wird auch vorkommen, dass Sie aus mehreren verschiedenen Stücken einzigartige Möbel anfertigen. Diese Minispielen hören sich zwar abwechslungsreich an, allerdings sind sie sehr linear und wer bei der Suche viel Frust entwickelt, wird sich bei den Minispielen wundern, wie kinderleicht sie sind. In der Regel müssen Sie nämlich lediglich den A-Knopf Drücken und Ihre Wii Remote etwas bewegen, um etwas anzustreichen oder vielleicht eine Schraube ziehend entfernen. Durch die Minispiele kommt zwar etwas Bewegung in das sonst recht langatmige Spiel, dennoch erinnern sie nur entfernt an den Spaß, den man sich wünscht.
Grafik und Sound
Die Grafik ist comiclastig gehalten. Die individuellen Nachbarn sehen ganz nett designed aus, ihre Märkte dagegen nicht so wirklich. In den Stages wurde mehr auf Realismus gesetzt und es sieht in der Tat so aus, als ob sie direkt aus einem Bilderbuch gescannt wurden. Allerdings ist es sehr schade und hinderlich, dass die Zoomfunktion nicht so nah ran will, wie man es eigentlich bräuchte. Ein paar Pixel zusätzlich hätten dem Bilderbuch-Look keinen Abbruch getan. Die Entwickler hatten aber auch ein Problem mit der Schriftgröße. Die Texte in den sehr kurzen Dialogen sind zwar nicht unbedingt lesenswert, allerdings wäre es doch nett, wenn man sie mit etwas entspannteren Augen lesen könnte.
Noch schlimmer ist der Sound des Spiels. Im Menü gibt es noch nervige Hintergrundmusik, auf all den Trödelmärkten fehlt sie aber. Zwar hört man hier und da Umgebungsgeräusche, allerdings wirkt das Soundpaket trotzdem sehr spärlich. Es muss ja nicht immer etwas Atemberaubendes sein, aber etwas musikalische Untermalung ist selbst bei einem Titel für etwa 5 Euro nicht zu viel verlangt.
Steuerung
Die Steuerung gehört zu den wenigen Elementen des Titels, die nicht negativ auffallen. Point and Click Adventure-typisch bewegen Sie ihren Pfeil über den Bildschirm und klicken via Druck auf die A-Taste. Mit der + Taste zoomen Sie in das Bild hinein, mit der – Taste hinaus. Halten Sie B gedrückt, können Sie das Bild leicht bewegen. Gelegentlich müssen Sie in den Minispielen mal die A-Taste gedrückt halten oder die bisherigen Steuerelemente anders benutzen, jedoch werden Sie hier immer darauf hingewiesen, was zu betätigen ist.
Atmosphäre
Ich muss zugeben, dass ich nicht sehr häufig auf Trödel- bzw. Flohmärkte gehe. Dennoch habe ich genug in Erinnerung, um zu behaupten, dass eine ähnliche Atmosphäre bei diesem Spiel nicht entsteht.
Der Mangel an musikalischer Untermalung und weiteren Soundeffekten ist fatal und die minimale Bewegung auf dem Bildschirm hatte auf mich eine eher einschläfernde als Interesse erweckenden Effekt. Eine Frage, die sich mir das ganze Spiel über gestellt hat ist: “Warum?”. Die schrillen Nachbarn haben alle einen Trödelmarkt – das kann man akzeptieren. Doch warum muss man Herzaufkleber und vieles mehr an Plunder sammeln, was für die “Mission” irrelevant ist? Wahrscheinlich sollten hier und da durch manche Bildelemente Humor rüber gebracht werden. Dieser ist aber wohl nicht nur nicht mein Ding. Die wenigen Minispiele jedoch wirkten durchaus besser, sodass ich manchmal eher das Gefühl hatte ein Heimwerker-Spiel zu spielen. Dennoch ist die Atmosphäre nicht mal eine Spur mit der von den vielen anderen Konami-Titeln zu vergleichen.
Zusammenfassung
“Yard Sale Hidden Treasures: Sunnyville“ hätte durchaus Potential gehabt. Dieses wurde aber nicht mal ansatzweise ausgeschöpft. Die Suchspiele sind überwiegend mehr Frust als Freude bereitend. Dazu kommt, dass das ganze Design recht einschläfernd wirkt. Lediglich die Minispiele lockern die Stimmung etwas auf, sind aber doch zu linear und einfach, als dass sie einen Kauf rechtfertigen würden. Lediglich “Wo ist Walter?”-Hardcore-Fans kann ich dieses Spiel empfehlen. Alle anderen sollten sich den Kauf sehr gut überlegen und vielleicht eine hübschere (und oft günstigere) Version auf einer anderen Plattform erwägen.
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!