Nach zwei Jahren Rally-Abstinenz dürfen wir uns endlich wieder hinter das Lenkrad klemmen. Was dabei rausgekommen ist, können Sie in diesem Review nachlesen.
Story
Alles begann mit "Colin McRae Rally" im Jahre 1998. Damals noch für PC, PlayStation und GameBoy Color. Aufgrund des hohen Grades an Realismus wurde es hoch gelobt und fuhr haufenweise positive Kritiken ein. Dann ging es 2000, 2002, 2003 und 2004 weiter, bevor die Spielserie mit dem Namen des berühmten Rallyeprofis Colin McRae den Zusatz DiRT bekam. Dieser wurde dem Spiel deswegen verliehen, weil man sich von nun an mehr dem Offroad-Teil zuwenden wollte. 2007 ging es mit dem erfolgreichen "Colin McRae Rally"-Franchise weiter und nun, 2011, stehen wir endlich vor dem dritten Teil der "DiRT"-Reihe. Beginnen wir mit einem Trailer zum Spiel.
"DiRT 3" lockt uns mit einem ausgereiften und sehr umfangreichen Kampagnen- und einem ebenso vielschichtigen Mehrspieler-Modus. Natürlich wird zuerst geprüft, was bei der World Tour so geboten wird. Zu Beginn stehen meistens nur zwei Autos zu Verfügung, welche die selbe Leistung erbringen, aber dafür unterschiedlich viel Punkte in der Ruf-Wertung. Bei genügend Punkten steigt man im Ranking auf und schaltet so neue Autos, Lackierungen und Sponsoren frei. Am Anfang jedoch sollten die paar verfügbaren Autos ausreichen, um ein Feeling für das neue Rallyespiel aus dem Hause Codemasters zu bekommen. In der World Tour hat man drei Jahre Zeit, um sich ganz nach oben zu fahren. Sie werden dabei nicht mit einem Versuch, eine Story aufzubauen, belästigt, sondern die Gespräche beziehen sich die größte Zeit auf die aktuelle Etappe. Später gibt es dann noch eine Einführung von Ken Block, dem Gymkhana-Guru schlechthin. Ansonsten ist das Einzige, was man hört, entweder die Stimme des Co-Piloten oder einfach nur das Röhren der Motoren und des Auspuffs. Langsam wird man im Laufe der Zeit in die verschiedenen Wettbewerbe eingeführt, wie zum Beispiel die Rallye-Cross-Rennen, bei denen meistens so um die acht Teilnehmer mitfahren, oder die Head-to-Head-Duelle, bei denen man nur gegen einen Mitstreiter um die Wette fährt. Auch die Drift-Rennen sind wieder dabei, und verlangen dem Spieler sein komplettes Können ab. Hier kommt dann der Vorteil der Lenkrad-Steuerung zum Tragen, da feine Lenkbewegungen mit der Tastatur nicht wirklich ausgeführt werden können. Und vor allem beim Driften kann die genauere Steuerung über die Platin- oder Goldmedaille entscheiden. Dennoch muss gesagt werden, dass die Tastatursteuerung bei "DiRT 3"um Längen besser gefällt als bei "Need for Speed: Shift 2 Unleashed".
Die Neuerungen des neuesten Ablegers überzeugen vor allem bei den Wetterbedingungen und Straßenverhältnissen. Endlich kann man auf Schnee über die Strecken brettern, sieht, wie das Auto langsam von Schnee bedeckt wird, und wird von einer Schneewolke eingedeckt, wenn man seinen Kontrahenten hinterherfährt. Auch bei Regen hat man mit den Sichtverhältnissen auf der Strecke zu kämpfen, wenn man nicht gerade in Führung liegt. So wie wir kämpft auch der arme kleine Scheibenwischer gegen die Wassermassen, und versucht sein Bestes, um uns die Sicht freizuhalten. Dies kann besonders in der Cockpit-Ansicht genossen werden, die für echte Rallye-Fans unerlässlich ist. Hier fühlt man sich, wenn man auch noch ein Lenkrad und die Fußpedale besitzt, wie ein echter Rennprofi. Helm auf, und los geht‘s!
Egal ob man durch die verschneite Landschaft von Aspen, die trockene Wüstenlandschaft von Kenia oder doch die verregneten Straßen in Amerika rast, das Rallyefeeling kann aufrecht erhalten werden. Auch wenn Realismus in diesem Teil nicht so groß geschrieben wird, wie in dem 2004 erschienenen "Richard Burns Rallye". Dort konnte man ein umfang- und lehrreiches Tutorial absolvieren und wurde in die wichtigsten Techniken des Rallyesport unterwiesen. Dennoch konnte man mit "DiRT 3" einen fabelhaften Mix aus Realismus und Action finden. Eine weitere Neuerung und spezieller Abschnitt der World Tour ist das Gymkhana. Bevor man hier um die wichtigen Punkte kämpft, wird man vom Gymkhana-Experten selber eingewiesen: Ken Block. Ebenso wird uns sein Auto zu Verfügung gestellt, um seine irren Fahrkünste nachzumachen.
Und so sieht eine Übungseinheit von Ken Block aus:
Um diese Präzision zu erreichen, bedarf es einiges an Übung. Da das Spiel aber so viel Spaß macht, ist es selten ein Problem, die eine oder andere Stelle ein paar Mal hintereinander zu spielen. Besonders die Wiederholungen sehen fantastisch aus und lassen die eigene Leistung in einem nahezu professionellen Licht erscheinen. Dank der Uploadfunktion für YouTube kann jeder seine Erfolge und besten Drifts veröffentlichen. Dies hat natürlich einen wahren "DiRT 3"-Videoansturm ausgelöst. Ein paar der besten Videos, nämlich die eigenen, werden hier präsentiert. Nebenbei kann man auch noch die großartige Grafik und die Effekte dieses Spiels begutachten.
Die nächsten beiden Videos gehören zusammen, da man aber nur Videos mit einer Länge von einer halben Minute aufnehmen kann, gibt es hier halt zwei Teile.
Grafik und Sound
Wie man bereits gesehen hat, kann "DiRT 3" mit einer großartigen Grafik und tollen Effekten aufwarten. Sei es die Wassergischt, die bei einem Regenrennen entsteht, das langsam vereisende Auto im Schneesturm, oder die Staubschicht, die man in Afrika hinter dem Auto nach zieht. Auch die Landschaften überzeugen, und bieten ein unglaubliches Ambiente, ins Besonders, wenn man der Sonne entgegenfährt. Auch für die Ohren wurde gesorgt, und so kann man sich von den unterschiedlichen Sounds der Wagen überzeugen. Beim Schalten kracht der Auspuff, der Co-Pilot sagt wo es lang geht, und der Mechaniker freut sich nach dem Rennen über die Platzierung, und fordert auf, ein YouTube-Video zu erstellen.
Die Steuerung ist auf der Tastatur überraschenderweise gut gelungen. Gar keine Frage, dass dies kein Vergleich mit einem Lenkrad und den Pedalen ist, aber auch wenn man nur eine Tastatur hat, kann man sich auf dieses Spiel freuen. Die Tasten sind dabei frei belegbar und bleiben im überschaubaren Rahmen.
Der Mehrspieler-Modus verspricht einiges an Spaß. Denn Sie können nicht nur online und über Netzwerk spielen, sondern auch im Splitscreen-Modus. Online warten dann viele verschiedene Möglichkeiten, um sich mit den restlichen "DiRT 3"-Besitzern zu messen. Neben den normalen Wettkämpfen wartet auch noch ein Party-Modus auf die Spieler. Hier gibt es den "Transporter"-, "Invasion"- und "Outbreak"-Modus. In „Invasion“ müssen Sie einen imaginären Roboterangriff abwehren, indem Sie Papp-Roboter überfahren und gleichzeitig Gebäudeteilen ausweichen. „Transporter“ ähnelt „Capture the Flag“, wobei die Flaggen zufällige Spawnpunkte haben. Bei „Outbreak“ startet ein Spieler als „Infizierter“ und muss daraufhin andere Spieler rammen, um sie auch zu infizieren, bis nur mehr einer übrig ist, der damit gewinnt.
Atmosphäre
"DiRT 3" versetzt uns in die Lage eines Rallyeprofis und macht das ganz ordentlich. Mit dem richtigen krachenden Sound, den wunderbaren Landschaften, dem Fahrverhalten auf den unterschiedlichen Bodenbelägen, der Cockpit-Ansicht, den fantastisch aufbereiteten Wiederholungen, einem überzeugenden Schadensmodell und vielem mehr.
Endlich wieder einmal coole Rallyeaction. "DiRT 3" schafft es, den Hardcore-Rallyefan zu motivieren und die blutigen Anfänger gekonnt in die Welt des Rallyesports einzuführen. Besonders die Flashback-Funktion, die es erlaubt, nach Fehlern zurückzuspulen, um die gescheiterte Kurve oder den misslungenen Sprung zu meisten, hilft Neulingen ungemein. Für das Spiel spricht eindeutig die Atmosphäre, das Hochladen von eigenen Rennen während des Spiels, und auch die neuen Wetterverhältnisse, die jedes Rennen zum Erlebnis machen. Als weniger gut könnte man die deutsche Synchronisation, die wenigen Strecken und die minimalen Autoeinstellungen betrachten.
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