Kniehohe, dicke und nackte "Bro's", mechanische Götter, die auf einer Führungsschiene quer über ihre Insel gleiten und jede Menge FUN. So, oder aber auch ganz anders, könnte man das Spiel "Cargo! The Quest for Gravity" beschreiben. Was wir in diesem verrückten Spiel alles erlebt haben, können Sie in diesem Bericht nachlesen.
Story
Die Geschichte ist schnell erklärt und total abgedreht. Es gibt keine Menschen mehr, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die Erde besteht nur mehr aus kleinen Inselgruppen, und die Gravitation ist auch Geschichte. Die Götter, ja, es gibt mehr als nur einen Gott, müssen verrückt sein, werden Sie sich jetzt sicherlich denken, doch sie waren einfach nur mit der Menschheit unzufrieden. Daher weg mit den Menschen, und her mit den Kumpels, oder auch Bro's genannt. Diese Kumpels sind klein, fett und nackt, und sehen aus Doctor Evil's MiniMe! Sie starten mit der Spielfigur in einem Zeppelin. Flawkes, das ist Ihr Name, ist Mechanikerin und Botin zugleich, und erledigt gerade einen Auftrag mit ihrem Captain. Als Sie sich der Insel mit den Kumpels nähern, gehen diese vor lauter Freude über die Besucher buchstäblich in die Luft. Wie Silvesterraketen gehen sie ab, und zerbersten oben mit einem schönen Feuerwerk. Leider haben ein paar der Kumpels ihr Zielvisier schlecht eingestellt und explodieren im Zeppelin. Nach der Bruchlandung, bei der sich die komplette Ladung über der Insel verteilt, beginnt für Sie das Spiel.
Auf der Insel gestrandet, und mit null Ahnung, um was es in diesem Spiel geht, stehen Sie da, und werden von einer Musikkapelle der Kumpels begrüßt. Mit einer Stimme, die ihresgleichen sucht, wird Ihnen in Reim-Form das Nötigste erzählt. Auch der Dialekt des Kapellmeisters fällt sofort auf, und auch wenn das ein abgedrehtes Spiel ist, so hätte man sich wahrscheinlich auch bessere Synchronsprecher besorgen können. Aber die Ohrenfolter geht weiter und nachdem Sie auch noch von den vier Göttern, diese werden als riesige mechanische Masken dargestellt, begrüßt werden, ist es um unseren auditiven Cortex geschehen. Hier sieht man dann doch, dass es zwischen einer schlechten deutschen Synchronisierung und der von "Cargo!" doch noch deutliche Unterschiede gibt. Wenn die aufmunternde Hintergrundmusik nicht wäre, gäbe es keinen Grund mehr, die Boxen eingeschaltet zu lassen. Auch das, was Flawkes, und vor allem wie sie es von sich gibt, passt wahrscheinlich eher in eine Rede der Alternativen für mehr Baumliebe. Also hier hat man echt danebengegriffen. Zum Glück bewahrt die Musik dieses Spiel vor einer katastrophalen Soundbewertung.
Gameplay
Nach der ganzen Lästerei wird es jetzt aber Zeit die positiven Dinge hervorzuheben: Das Gameplay! Sie brauchen Gravitation, viel Gravitation! Und hier kommen nun die Bro's und Ihr rechter Fuß ins Spiel. Denn diese dicken FKK-Fröner produzieren FUN, wenn sie, ja genau, Spaß haben. Sie benötigen FUN, um damit die Gravitation herzustellen, und so ist Ihr Auftrag klar definiert. Besorgen Sie den MiniMe's mit Ihrer Mechanikerin so viel Spaß, wie sie nur ertragen können. Da dieses Spiel ab sechs Jahren gespielt werden darf, geht es bei diesem Vorgang aber nicht um die Bienen und Blümchen, sondern um kindergartengerechte Tritte ins Hinterteil der Bro's. (Nein, sadistische Praktiken sind ja so viel besser.) Auf sowas stehen die kleinen Kerlchen nämlich total, und wenn Sie sie genug getreten haben, dann gehen die Kumpels erst richtig ab und explodieren in einer Wolke aus Blümchen. Ooohhh, ist das süß! Aber nicht nur, naja, liebevolle Gesäßberührungen mit Ihrem Fuß lassen die Bro's FUN erzeugen, sondern auch Musik.
Dafür sind über der gesamten Insel Musiknoten verteilt, die Sie dafür sammeln sollten. Wenn Sie dann zum Tanz laden, laufen, oder rollen, die Kumpels zu Ihnen und zappeln zur Musik. Je mehr Kumpels tanzen, umso mehr FUN wird erzeugt. Und eine weitere Möglichkeit, um den adipösen, kleinwüchsigen Meister Propers Spaß zu verschaffen, ist der Bau eines Fahrzeuges mit einem Rettungsring. Bei diesem halten sie sich dann an, und produzieren FUN, dass es eine wahre Freude ist. (Wortwitz ist Absicht.) Um so ein Fahrzeug aber überhaupt einmal bauen zu können, müssen Sie die Ladungen des Zeppelins aufsammeln. Denn in den Kisten sind Teile, die Sie für den Bau dieser Maschinen benötigen. Zusätzlich müssen Sie auch noch Baupläne für die Autos, U-Boote, Hubschrauber und Flieger finden, damit Sie diese nachbauen können. Zum Glück haben die Götter einen Laden, in dem man Gegenstände ein- und verkaufen kann. Haben Sie alle notwendigen Teile beisammen, können Sie entweder das gewünschte Fahrzeug nach Plan bauen, oder sich nach Lust und Laune ein eigenes Gefährt zimmern. Hier sind Ihnen keine Grenzen gesetzt, denn der Bau-Modus wurde sehr benutzerfreundlich umgesetzt und ist einfach zu bedienen.
Die Grafik ist zwar nur mittelmäßig, ich bin aber der Meinung, dass die Optik für dieses Spiel genau so passt. Die Götter, die in Form der mechanischen Masken auftreten, passen vom Stil ebenso gut dazu, wie das Äußerer der Kumpels. Grafisch bietet sich uns einfach eine herrlich abgedrehte Insel, auf der es einiges zu entdecken gibt.
Flawkes, die Mechanikerin, überzeugt mit einem Satzrepertoire, bestehend aus zwei bis drei verschiedenen Sätzen, die Musikkapelle mit ganz, ganz schlechten Reimen, und das Spiel mit schlecht gewählten Synchronstimmen. Zum Glück gibt es aber eine witzige Hintergrundmusik, die wieder einiges gut machen kann.
Steuerung
Die Steuerung ist benutzer- und einsteigerfreundlich, und nach den ersten paar Schritten gibt es nichts mehr, was Sie nicht machen können. Springen, schwimmen, treten, Gegenstände aufheben und Fahrzeuge bauen, es gibt nichts, was Flawkes nicht kann.
Zu einem verrückten Spiel gehört eine verrückte Geschichte, verrückte Charaktere und wahrscheinlich eben auch viel nacktes Fleisch. In Kombination mit der Musik ergibt sich ein grandioses Spiel, das man so sicherlich noch nie zuvor gesehen hat. Wenn die Sprecher nicht wären, könnte man dem Spiel nicht mehr viel vorwerfen. Außer vielleicht, dass es ein wenig zu kurz geraten ist, und recht schnell durchgespielt werden kann.
Auf der Suche nach Gravitation muss man kleine, nackte Menschen treten. Hätte man das Newton im Jahre 1726 erzählt, hätte er seinen Gedanken wohl für sich behalten. In Falle von "Cargo" The Quest for Gravity" bedeutet das aber nur viel Spaß. Wenn Sie so einen Kerl treten, und dieser dann ruft: "Die kann das aber", dann wissen Sie, dass Sie alles richtig gemacht haben. Abgesehen von den Sprechern bekommt man wirklich ein innovatives, in der Form noch nie dagewesenes Spiel präsentiert.
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