Die "SmackDown vs. Raw"- Serie bringt Ihnen nur die neuen Superstars, und "Legends of Wrestlemania" nur die alten Legenden? Dann passen Sie auf, und lesen dieses Review, um zu erfahren, warum "WWE All Stars" das perfekte Spiel für Sie sein könnte.
Story
Man nehme das Beste aus der Zeit der WWF und das Beste aus der Zeit der WWE, mische etwas Beat'em'Up Action hinzu, und würze das Ganze noch mit einer kräftigen Prise Übertriebenheit. Das Endergebnis packt über dreißig Jahre pures Wrestling-Entertainment in ein Spiel und nennt sich "WWE All Stars". Aktuell befinden sich im Raster dieses Spiels 18 Legenden und 17 aktuelle Superstars. Dass es hier zu einigen brisanten, generationsübergreifenden Auseinandersetzungen kommt, ist natürlich klar und auch ein wichtiges Feature dieses Spiels. Sehen wir uns aber einmal ein Video zum Spiel an.
Bei diesem Spiel kann man sich zwischen den folgenden Punkten entscheiden: Exhibition, Path of the Champions, Fantasy Warfare und Create-a-Superstar. Unter Exhibition können Sie ein schnelles Match starten, bei dem Sie, vom Gegner über die Matchart bis hin zur Arena alles selber festlegen dürfen. Unter dem Punkt Create-a-Superstar können Sie Ihren eigenen Wrestler zusammenbasteln. Zwar geht dies leider nicht so detailliert wie in der "SvR"-Franchise, aber immerhin gibt es die Möglichkeit. Schließlich und endlich kann es schon vorkommen, dass bei diesem verhältnismäßig kleinen Raster ("SvR 2011" bietet ca. 70 Wrestler, Divas und Legenden an) der Lieblingswrestler fehlt. Dann kann man den Einmarsch, die Wrestlingmoves, den Finisher und das äußere Erscheinungsbild für seinen Wrestler festlegen, und fertig ist der neue Superstar. Ist man aber vollends zufrieden mit den vorhandenen Wrestlern, dann kann man unter dem Fantasy-Warfare mehrere Generationsduelle ausfechten, und Wrestler freischalten. Wie das aussieht, sehen Sie hier.
Sei es der Kampf um den größten Warrior aller Zeiten zwischen dem Ultimate Warrior und dem "Celtic Warrior" Sheamus, oder dem Kampf um den größten Undisputed Champion aller Zeiten zwischen "The Game" Triple H und "The People's Champ" The Rock. Insgesamt gibt es fünfzehn dieser Schlachten, bei denen je ein Superstar gegen eine Legende antritt. Bevor das Match beginnt, werden in einer schönen Videosequenz die beiden Wrestler vorgestellt, ehe Sie sich dann im Ring beweisen müssen. Als dritte und letzte Option gibt es noch den Path of the Champion. Hier gibt es drei verschiedene Wege, die man einschlagen kann. Entweder man tritt gegen den Deadman, "Viper" und "Legend Killer" Randy Orton, oder gegen Triple H und Shawn Michaels (Degeneration X) an. Ziel ist es jeweils nach dem zehnten Match einen der begehrten Championtitel in Händen zu halten. Zwischen den einzelnen Matches werden ab und zu kleine Sequenzen der genannten Wrestler eingeblendet, in denen sie sich zu Wort melden. Leider gibt es nur für diese vier Wrestler eine Sprachausgabe.
Was für einen Klassengesellschaft...
In den Matches geht es dank dem actionlastigen Gameplay ordentlich zur Sache. So heben die meisten Wrestler bei ihren Moves meterhoch ab, um dann aus fünf Meter Höhe auf ihre Gegner zu krachen. Die Schläge sind extrem verheerend, vor allem bei den großen Wrestlern, die der Klasse der Big Man angehören. Wenn WWE Superstar Big Show oder Legende Andre the Giant hinlangen, dann wächst dort, wo die Riesenfaust einschlägt, ein paar Jahre lang nichts mehr. Hier steht die Power im Vordergrund, und wenn man einmal in die Fänge eines solchen Kämpfers gelangt, dann sieht es nicht gut aus.
Die nächste Klasse gehört den wendigen, schnellen Wrestlern, den Akrobaten. Diese flinken Gesellen sind immer in Bewegung und können quer durch den Ring fliegen. Ihre Heimat ist das dritte Seil, denn von dort starten sie meistens atemberaubende Aktionen, wie den Starship Pain von John Morrison, den bekannten Hurricanrana, sowie diverse Moonsault-Variationen. Die Wrestler, die der Klasse der Brawler angehören, sind mit Vorsicht zu genießen. Mit ihren Superschlägen und starken Griffen sind sie für jeden eine Gefahr, der ihnen zu nahe kommt. Zu diesen Schlägern gehören Hulk Hogan oder auch The Ultimate Warrior. Als letzte der vier Klassen meldet sich der Grappler zu Wort. Als bestes Beispiel für diese Klasse braucht man nur den Namen des Hitman erwähnen, und jeder, der sich im Wrestlingbusiness auskennt, weiß was der Grappler macht. "The Excellence of Execution" Bret Hart war für seine technisch sauber ausgeführten, aber brutalen Aufgabegriffe bekannt. Allen voran war der Sharpshooter nicht nur sein Finisher, sondern auch der gefürchtetste Aufgabegriff seiner Zeit. Ist Ihnen die Wrestlingaction innerhalb des Rings zu wenig, dann verlassen Sie doch den Ring, und suchen unterhalb nach verwendbaren Gegenständen wie Stühlen. Diese zerbrechen zwar nach drei, vier Schlägen, aber dafür verursachen sie auch großen Schaden, und können sogar noch ein verloren geglaubtes Match drehen. Um sicher zum Sieg zu kommen, ist es aber auch wichtig, seine Signature-Moves und den Finisher zu zeigen. Diese werden in Zeitlupe gezeigt, und erweisen sich als besonders spektakulär. Für Unterhaltung während der Matches, sorgen die beiden Kommentatoren Jim Ross und Jerry "The King" Lawler.
Grafik und Sound
Die überspitzt und im Comicstil dargestellten Wrestler bieten eine angenehme Abwechslung zu den realistischen "SvR"-Ablegern. Die kunterbunte Grafik mit den vielen Effekten zeugt weiters von einem actionlastigen Beat'em'Up, das nicht nur die Wrestler, sondern auch deren Aktionen überspitzt und „leicht“ unrealistisch darstellt. Einen Pluspunkt gibt es für die originalen Eingangslieder der Wrestler, und die beiden Kommentatoren. Denn auch wenn sich die meisten Sprüche zu wiederholen beginnen, ist es immer noch besser, als nichts zu hören. Auch die Aktionen werden mit krachenden Soundeffekten untermalt, um das Ganze noch einmal so brutal erscheinen zu lassen. Leider gibt es nur eine Sprachausgabe für den Undertaker, Randy Orton und die DX. Hier hätte man vielleicht noch den einen oder anderen Wrestler sprachlich einbauen können.
Die Steuerung ist passend zum Spielstil sehr action- und arcadelastig. Wer normalerweise "SvR"-Ableger spielt, wird kurz umdenken müssen, kommt dann aber mit der simplen Steuerung rasch zurecht. Trotzdem bleibt es schwierig, ein abwechslungsreiches und interessantes Match zu veranstalten. Denn bloßes Verkloppen macht niemanden auf Dauer glücklich, da müssen schon richtige Kombos und Griffe durchgeführt werden, dann klappt es auch mit dem Gegner.
Das Spiel kann online wie auch lokal mit bis zu vier Spielern genossen werden. So macht es nämlich auch am meisten Spaß, sich in einem Fatal-Four-Way Match den Kopf einzuschlagen. Online trifft man in gewerteten oder ungewerteten Ranglistenmatches auf andere Wrestlingfans, und kann dort dann versuchen, sich weltweit zu etablieren.
Atmosphäre
Trotz des fehlenden Realismus, bezüglich des Äußeren der Wrestler und deren Aktionen, bietet "WWE All Stars" die volle Wrestlingdröhnung. Die bekannten Kommentatoren, die originalen Einmärsche und Finisher sind vorhanden, und die großartigen Fantasy Warfare-Einspieler versetzen einen zurück in die Zeit, in der man noch an die Echtheit der Aktionen und die gute Einstellung der Face-Wrestler und die Bösartigkeit der Heels glaubte.
Wrestlingfan, was willst du mehr? Die Legenden sind dabei, die WWE Superstars sind dabei, und die die noch nicht dabei sind, werden vielleicht als DLC nachgereicht. "WWE All Stars" bietet unkomplizierten Spaß für jedermann. Auch wenn dieses Spiel vom Realismus der "SvR"-Reihe abweicht, so ist das überhaupt kein Nachteil, da so viel sehenswerte und rasante Action geboten wird, dass man den fehlenden Grad an Realismus überhaupt nicht mehr vermisst. Schade ist nur, dass die Einmärsche der Wrestler nicht viel länger als zehn Sekunden dauern.
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