Endlich gibt es nun auch für die PC-Besitzer das fabelhafte "Fable III"! Wir haben uns in Albion umgesehen und was wir dabei entdeckt haben, lesen Sie am besten in unserem Bericht nach.
Story
Die Geschichte von "Fable III" beginnt mit der Auswahl des Helden. Man kann sich entweder für den Prinz oder die Prinzessin entscheiden. Dann wird erzählt, wie das mit so einer Revolution abläuft. Veranschaulicht wird das Ganze durch eine Zwischensequenz, bei der ein weißes Huhn der Schlachtung entgehen will. Es entflieht aus dem Käfig, und kämpft sich durch die Straßen, wobei es immer wieder herumgeschubst und getreten wird. Zum Schluss kämpft sich das Huhn bis ins Schloss und wird dort aber vom Koch erfolgreich hingerichtet. Dieses Szene wird vom Satz, dass niemand alleine eine Revolution gewinnen kann, begleitet. So startet man also, leicht deprimiert, in das Spiel, und hofft, für die eigene Revolution genügend Anhänger zu finden.
Nachdem der Held oder die Heldin vom Butler Jasper geweckt wird, geht es ans Ankleiden. Wollen wir eher leger oder doch majestätisch auftreten? Nach der Anprobe sehen wir bereits unseren Modefortschritt nach oben steigen, und wir befinden uns auf dem Level eines "Modeopfers". Dann rauschen wir durch den königlichen Garten und treffen auf vielerlei Diener und Untergebene. Mit diesen können Sie interagieren, wobei sich die Interaktion zu Beginn des Spiels auf Hände schütteln und rülpsen reduziert. Nach einem gangstermäßigen Handshake, bei dem Sie die Interaktionstaste gedrückt lassen müssen, können Sie dem Auserwählten auch noch eine Geruchsprobe Ihres letzten Abendmahls hinterlassen, indem Sie ihm gefühlte zehn Sekunden mit einem lautstarken Bäuerchen belustigen/belästigen. Nach einem Spaziergang und einer kleinen Waffenlektion mit Sir Walter Beck kommt es zur Eskalation. Die Bevölkerung demonstriert vor dem Schloss gegen den amtierenden König Logan. Der Bruder der Heldin, wenn Sie sich die Prinzessin als spielbaren Charakter ausgesucht haben. Logan will alle hinrichten lassen, wogegen Sie natürlich protestieren und sich gegen ihn stellen. Daraufhin stellt Logan Sie vor die Entscheidung. Entweder Sie lassen die Anführer der Demonstration hinrichten, oder Ihren Freund. Eine schwierige Entscheidung, die uns der Freund leicht macht, indem er immer wieder sagt, Sie sollen doch bitte ihn umbringen. Eine Entscheidung später, wird der Freund abgeführt, und, auch wenn es sich nur um ein Computerspiel handelt, so denkt man dann doch ziemlich lange noch über die gefällte Entscheidung nach, und fühlt sich sogar ein bisschen schlecht. Wie dem auch sei, es ist Zeit für eine Revolution, und Sie sollten diese anführen. Aus diesem Grund verlassen Sie, Jasper, Sir Beck und Ihr treuer Hund das Schloss, um nach Anhänger für die Revolution zu suchen.
Zum Glück haben Sie einen Hund, denn was der alles kann, ist phänomenal. Er jagt in Pausen nicht nur seinem eigenen Schwanz hinterher, sondern man kann ich ihn auch streicheln, bestrafen und ihn Dinge apportieren lassen. Aber das Beste an Ihrem treuen vierbeinigen Begleiter ist seine grandiose Spürnase. Schatzkisten wittert er bereits, bevor man sie überhaupt sehen kann, und macht dann lautstark darauf aufmerksam. Ebenso verhält es sich mit Stellen, an denen etwas vergraben ist, er bellt und ein Zeichen erscheint über seinem Kopf. Nun brauchen Sie ihn nur noch verfolgen, und sobald er die Stelle erreicht hat, fängt er an zu graben. Mithelfen müssen Sie trotzdem, und nach zwei Spatenstichen entlocken Sie der Erde ihr Geheimnis. Zum Glück haben Sie immer einen riesigen Spaten mit, der sich nach getaner Arbeit wieder versteckt und zumindest auf Zwergengröße schrumpfen muss, damit man ihn schön einstecken kann. Aber das ist man von Rollenspielen ja sowieso meisten gewohnt, dass Gegenstände aus dem Nichts auftauchen.
Ja, wo sind sie denn?
Wenn Sie "Fable III" starten, werden Sie feststellen, dass der gesamte Bildschirm Ihnen gehört. Kein Gesundheits- und kein Fortschrittsbalken, keine Mini-Map, die Ihnen anzeigt, wo es lang geht und auch keine Leiste für Zaubersprüche. Und auch wenn Ihnen diese Dinge nicht die Sicht versperren, so sind die meisten dann doch vorhanden. So brauchen Sie keine Lebensanzeige, denn Sie werden schon früh genug merken, wenn sich Ihre Lebensgeister zu verabschieden beginnen. Eine Mini-Map brauchen Sie auch nicht, da die Levels sowieso nicht allzu großräumig sind, und Ihnen außerdem eine schillernde Spur den rechten Weg weist. Und die meisten anderen Dinge können Sie alle in Ihrem Unterschlupf begutachten. So gibt es in der Waffenkammer die Nah- und Fernkampfwaffen, und daneben in der Umkleide, können Sie sich immer passend einkleiden. In der Mitte des Unterschlupfs, der einst des Heldins Vater gehörte, befindet sich eine Karte, über die Sie sich dann Ihre Reiseziele aussuchen können. Und für die Weiterentwicklung Ihres Charakters gibt es die Siegesstraße. Auf dieser können Sie diverse Kisten und Tore aufsperren, und zwar mit den Gildensigeln, die Sie bei der Interaktion mit den Bewohnern Albions verdienen. So fühlt man sich schon fast wie ein Politiker, wenn man ständig Hände schüttelnd durch die Gegend läuft. Aber zurück zur Siegesstraße. Dort können Sie Ihre Fertigkeiten durch das Öffnen von Kisten erhöhen. So erkaufen Sie sich stärkere Angriffe mit dem Schwert, der Magie und mit der Fernkampfwaffe.
Grafisch sieht man im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viele Fortschritte, dafür, dass "Fable II" doch schon relativ alt ist. Hin und wieder gibt es aber den einen oder anderen optischen Lichtblick, und so gestaltet sich "Fable III", als optisch gutes, aber nicht überragendes Rollenspiel. Die Musik ist auch in diesem Teil wieder sehr gelungen und verstärkt die Gefühlslage der Spielers durch den Einsatz der richtigen Musikstücke. Auch die Vertonung kann sich hören lassen, und auch der Held oder die Heldin tragen ihren verbalen Teil zu einem akustisch gelungenen Spiel bei.
Steuerung
Durch den relativ einfachen und benutzerfreundlichen Beginn des Spiels werden die wichtigsten Tasten immer sofort erklärt, wenn sie benötigt werden. Man muss kein rollenspieltypisches "I" für das Inventar, und "C" für die Charaktereinstellungen drücken, es gibt lediglich laufen, kämpfen, zaubern und Hund streicheln. Und die meisten dieser Befehle funktionieren mittels der Maustasten. Ein Minus bekommt "Fable III" für die nicht zoombare Kamera, die aber wenigstens frei schwenkbar ist.
Da es für den mangelhaften Mehrspieler-Modus auf der Xbox360 viel Kritik hagelte, kann man als Besitzer der PC-Version zufrieden sein, dass hier anscheinend gar keiner vorgesehen wurde. So erspart man sich viel Ärger und kann die Geschichte alleine genießen.
Atmosphäre
Alleine durch die vielen Entscheidungen, die man treffen muss, und die einen teilweise in eine richtige seelische Zwickmühle bringen, baut das Spiel seine typische Stimmung auf. Auch die optischen Auswirkungen auf die gefällten Entscheidungen tragen da sehr viel zum atmosphärischen Gesamtpaket dieses Spiels bei. Sind Sie ein guter Held, der für die Armen und Unterdrückten kämpft, wird aus Ihnen ein strahlender Held. Aber wenn Sie sich auf die dunkle Seite der Macht begeben, dann wird man Ihnen das auch ansehen. Hier kann man nur erwähnen, dass es auf jeden Fall interessant sein wird, beide Seiten im Spiel auszuprobieren.
"Fable III" führt Sie wieder in eine moralische Zwickmühle! Das Rollenspiel, das ein wenig seines Rollenspielcharms eingebüßt hat, überzeugt mit einer tollen Geschichte und den vielen wichtigen Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Auch wenn es grafisch nicht gerade der Höhepunkt des Jahres 2011 ist, so ist es dennoch eine Freude, dieses Spiel zu spielen. Gut oder Böse, helfen oder vernichten! Die Welt von Albion liegt Ihnen zu Füßen, und es liegt an Ihnen, schlussendlich eine Seite zu wählen.
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