Vor vier Jahren veröffentlichte die schwedische Spieleschmiede Paradox Interactive das Historien-Strategie-Epos „Europa Universalis 3“, das besonders durch seine große Spieltiefe und historische Genauigkeit viele Hardcore-Strategen zu stundenlangem Planen, Handeln, Kolonisieren und Krieg führen vor den Bildschirm fesselte. Seitdem sind nicht weniger als vier Addons erschienen, die das ohnehin schon epische Spielerlebnis weiter steigerten. Erstmals ist jetzt das Hauptspiel inklusive der vier Erweiterungen „Napoleon’s Ambition“, „In Nomine“, „Heir to the Throne“, und „Divine Wind“ komplett im Handel erhältlich. Wir zeigen Ihnen ob „Europa Universalis 3 Chronicles“ auch nach vier Jahren noch im Stande ist Strategen-Herzen höher schlagen zu lassen und ob sich der Kauf der Komplett-Box lohnt.
Das Spiel entführt uns in die Historischen Epochen des späten Mittelalters bis zur Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen, genauer gesagt von 1399-1820. Allein dieser große Zeitraum lässt schon erahnen, welchen Umfang „Europa Universalis 3 Chronicles“ bietet, denn Sie sind bei der Auswahl der Lieblingsnation keineswegs nur auf Europa beschränkt sondern können aus über 250(!) Ländern des gesamten Erdballs wählen, darunter z.B. das Frankreich zur Zeit der Revolution, das Preußische Reich, die chinesische Ming-Dynastie oder die unzähligen kleinen Königreiche, die im Heiligen Römischen Reich liegen. Selbst Nationen in Afrika, Nord- und Südamerika oder Ozeanien sind spielbar. Durch die verschiedenen Startvoraussetzungen in puncto Größe, Nachbarländer und Regierungsform ergeben sich mit jeder Nation völlig unterschiedliche Möglichkeiten, sein Reich zu Erfolg und Ruhm zu führen. Dabei sind kriegerische Auseinandersetzungen nicht immer erforderlich und häufig sogar schlichtweg nicht möglich, denn um ein anderes Land anzugreifen, braucht es einen triftigen Grund, wie z.B. eine diplomatische Beleidigung oder der territoriale Anspruch auch eine Region, sonst sinkt das Ansehen Ihres Reiches rapide und macht Sie somit zur Zielscheibe für Angriffe Ihrer Nachbarn.
Zudem sollten Sie immer ein Auge darauf haben, mit wem Ihr zukünftiger Feind verbündet ist, denn schnell kann es passieren, dass Sie mehr Gegner haben, als ursprünglich angenommen. Wenn es dann zum Krieg kommt, müssen Sie Ihre Truppen taktisch klug positionieren, um im richtigen Moment genügend Kämpfer in der richtigen Region zu haben. Die Schlachten werden lediglich in statistischer Form angezeigt und leider gibt es keine Möglichkeit, hier einzugreifen. Zudem kann man zur selben Zeit immer nur drei verschiedene Einheitentypen besitzen, auch wenn diese sich durch Forschung nach und nach aufwerten lassen. Obwohl das Kampfsystem sehr einfach gehalten ist, erfüllt es doch seinen Zweck. Zudem liegt das Hauptaugenmerk bei „Europa Universalis 3 Chronicles“ ohnehin auf dem Staatsmanagement, denn das ist an Komplexität kaum zu überbieten. Viele verschiedene Staatsformen, in regelmäßigen Abständen wechselnde Staatsoberhäupter oder das Anwerben von Beratern mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind nur ein paar wenige Dinge die Einfluss auf die Staatsführung haben. Zudem können Sie durch Forschung unter anderem neue Gebäude für Ihre Städte freischalten, die Moral und Kapazität Ihrer Armee und Schiffsflotte verbessern oder neue Handelsmöglichkeiten erschließen.
Neulinge werden sich von der Informationsflut und den Zahlenkolonnen leicht abschrecken lassen und auch Genre-Experten brauchen Zeit und Ausdauer, um die Auswirkungen jeder möglichen Maßnahme zu verstehen, denn obwohl sich bei fast jedem Wort, über dem der Mauszeiger ruht, ein Fenster mit allen relevanten Informationen öffnet, sind diese Erklärungen teilweise sehr schlecht übersetzt und dadurch unverständlich. Wenn der Hardcore-Stratege aber mal dahinter gekommen ist, eröffnen sich unzählige Möglichkeiten die Geschicke seiner Nation zu lenken, wobei es immer mehrere Herangehensweisen gibt. Entscheiden Sie sich also, ob Sie in der Gunst des Papstes und aller kirchentreuen Nationen steigen wollen, indem Sie das Ablasswesen einführen oder ziehen Sie den Zorn des Heiligen Stuhls auf sich und erheben Sie Ihren König zur höchsten religiösen Instanz, wie es einst Heinrich VIII. tat! Jede Aktion zieht weitreichende Konsequenzen nach sich, die oft erst später deutlich werden.
Grafik und Sound
„Europa Universalis 3 Chronicles“ ist zwar schon vier Jahre alt, aber die Grafik wirkte wohl auch 2007 schon altbacken. Das gesamte Geschehen spielt sich auf der Weltkarte ab, die sich in verschiedene Darstellungen umschalten lässt und somit z.B. Auskunft über Handelszonen, religiöse Einflussgebiete oder auch schlicht die politischen Grenzen liefert. Die voreingestellte Terrainkarte ist leider total langweilig gestaltet, so stellt sich Europa als riesige Wiese dar, hin und wieder unterbrochen von einem angedeuteten Hügel. Da hätte ein wenig mehr Liebe zum Detail der Atmosphäre gut getan. Die musikalische Untermalung ist indes sehr gut gelungen und bietet epische Orchesterklänge, die den Aufstieg zum Weltreich würdig begleiten.
„Europa Universalis 3 Chronicles“ ist sicherlich kein Spiel für zwischendurch und eigentlich nur echten Strategie-Experten zu empfehlen. Diese werden aber ihre helle Freude haben, denn hat man sich erst einmal in die komplexen Funktionen hineingefunden, kann man Stunden damit zubringen, sein Reich auszubauen, seine Grenzen zu erweitern, Bündnisse zu schließen und auch wieder zu brechen, wahlweise auch im Multiplayer-Modus über LAN oder Internet mit bis zu 32 Spielern. Wer sich von der teilweise fehlerhaften Übersetzung und der relativ schwachen Grafik abschrecken lässt, ist selber schuld.
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!