Bereits seit 1992 besteht die „Mortal Kombat“-Reihe und geht mit dem neuesten Teil in die neunte Runde. Wie sich diese Neuauflage schlägt, lesen Sie in unserem Review…
Seit vor 19 Jahren das erste „Mortal Kombat“ stattgefunden hat, hat sich im Bereich der Spielmechanik und vor allem der Aufmachung einiges geändert. Was damals noch „echte“ Menschen in Kostümen waren, sind nun detailreich gerenderte Figuren, welche mittels Motion-Capturing zum Leben erweckt werden.
Nach einigen guten Ablegern wie „Mortal Kombat: Shaolin Monks“ (leider sehr stark geschnitten) sowie dem an fast kindgerechten „Mortal Kombat vs. DC Universe“, Filmen wie „Mortal Kombat“ und „Mortal Kombat: Annihilation“ ist „Mortal Kombat 9“ endlich wieder in der Riege der ernstzunehmenden Kampfspiele aufgestiegen. Doch sehen Sie dies am besten anhand eines Trailers:
Die Geschichte beginnt bereits aufregend und erzählt das Ende des „Mortal Kombat“. Alle Erdenkämpfer wurden besiegt, Raiden stirbt und kann kurz, bevor es mit ihm zu Ende geht, eine Nachricht in die Vergangenheit senden, in welcher er seinem früheren Ich nur drei Worte sagen kann. „Er muss gewinnen“ – doch was bedeutet dies?
So starten Sie also, bevor die furchtbaren Ereignisse beginnen und kämpfen nach und nach mit den unterschiedlichsten Charakteren gegen die „Otherworld“-Kämpfer. Hierbei wird die Geschichte in teils recht langen Cutscenes erzählt und führt Sie immer tiefer in das Geschehen. Gerade, wenn Sie glauben, dass nun alles vorbei ist, geht es so richtig los.
Selbst der Spieler selbst steht vor dem Rätsel, wer nun mit dem „Er“ gemeint ist. Ist es vielleicht Liu Kang, Johnny Cage oder auch Cyber Sub-Zero? Doch bevor wir zu viel verraten, nur so viel: Es werden liebgewonnene Charaktere das Zeitliche segnen und andere wiederauferstehen. Die Riege der Kämpfer jedoch übertrifft etliche andere Teile.
Neben Scorpion, Kung Lao, Sub Zero, Sindel oder auch Ermac steht sogar Noob Saibot zum Kampf bereit. Lediglich ein paar Kämpfer sind erst im Story-Modus freizuspielen. Insgesamt sind es momentan 25 Charaktere, wenngleich mit Sicherheit einige per DLC nachgereicht werden. Besonders Kratos als exklusiver PS3-Krieger fügt sich gut ein.
Toll ist neben der Charakterriege auch die Auswahl an Finishing Moves. So hat jeder Gegner mindestens zwei Fatalities, einen Stage Fatality sowie den witzigen Babality. Bei letzterem verwandeln Sie den Verlierer in ein Baby und erhalten nebenbei noch mehr Münzen als bei einem „normalen“ Fatality.
Die Brutalität, welche die Serie schon immer ausmachte, ist auch hier der Hauptanreiz, einen solchen Abschluss zu erreichen. Da wird schon mal die Wirbesäule herausgerissen, der Kopf abgeschlagen und gegessen, mittels Widerhaken der Körper auseinandergerissen oder die Haut abgezogen. Sogar Schusswaffen kommen hier zum Einsatz.
Doch nicht nur am Ende des Kampfes wird es blutig. Während der Auseinandersetzungen können Sie auch den erstmalig verwendeten „X-Ray Move“ einsetzen. Dieser wird nach und nach bei Treffern aufgeladen und Sie können Ihn dann mittels L2 und R2 ausführen. Dann sehen Sie in Nahaufnahme, wie Knochen bersten und Köpfe zerschmettert werden.
Je mehr Sie kämpfen, umso mehr Blut klebt auch an der Kleidung sowie am Boden. Sogar Verletzungen können Sie an den Kämpfern sehen. Diese leichte Veränderung wirkt ausgesprochen glaubwürdig und unterstreicht den Anspruch, ein „Ab 18“-Spiel zu sein. Dass die Blutfontänen stark überzeichnet wirken, macht es jedoch auch deutlich, dass „Mortal Kombat“ eben ein Spiel ist.
Toll ist neben dem hervorragenden Spielgefühl und der Story auch die Steuerung der Krieger. Mittels einfacher Tastenkombinationen führen Sie die Special-Moves wie aus dem Schlaf aus, und die recht großzügige Fatality-Abfrage lässt auch weniger Geübte die Endmoves vollführen. So kommt schnell Laune auf und es macht einfach Spaß, gegeneinander zu spielen.
Neben dem Hauptteil, dem Story-Modus, gibt es natürlich noch einiges zum Spielen und zu entdecken. Der aus der Spielhalle bekannte „Kampf-Modus“, bei dem Sie entweder alleine oder im Tag-Team gegen andere Gegner kämpfen, erzählt eigene Geschichten aus dem „Mortal Kombat Universum“.
Sollte Ihnen dies zu langweilig sein, steigen Sie einfach mal in den „Turm der Herausforderungen“ ein. Hier stehen Sie vor unterschiedlichen Aufgaben wie zum Beispiel einem Kampf, bei dem die Kämpfer durch einen Lichtkegel geheilt werden oder Sie keine Special-Moves ausführen können. Besonders witzig sind auch die Herausforderungen, bei denen Sie mehrere Gegner mittels Waffeneinsatz aufhalten müssen.
Als wäre dies nicht genug, gibt es noch „Test your Strength“ (Ziegelsteine und ähnliches zerschlagen), „Test your Might“ (Genaue Dosierung der Kraft), „Test your Sight“ (Im Prinzip Hütchen verschieben) sowie „Test your Luck“ (Mittels Zufallsgenerator werden unterschiedliche Kampfbedingungen ausgewertet).
Dies alles dient nicht nur dazu, um Spaß zu haben, sondern auch um Münzen zu verdienen. Diese werden dann in der Krypta ausgegeben, um Fatalities freizuschalten, neue Kostüme zu erhalten, Artworks und Speed-Paintings zu bestaunen und die Musik aus dem Spiel zu hören. Generell eine sehr motivierende Aktion.
Noch motivierender, jedoch auch um einiges zeitaufwendiger ist der Versuch, alle Trophäen zu sammeln. Ohne Zweifel enthält „Mortal Kombat 9“ mit Sicherheit eine der am längsten dauernden „Platinum Trophy“. Sie müssen nämlich zum Beispiel mit jedem Charakter den „Meister“-Rang erreichen. Dies dauert mindestens 24 Stunden pro Kämpfer, da dies ein „Meilenstein“ dorthin ist.
Grafisch hat sich gegenüber dem direkten Vorgänger „Mortal Kombat vs. DC Universe“ einiges getan. Die Charaktere sehen realistischer aus denn je, die Kamera ist ständig richtig positioniert und besonders die „X-Ray Moves“ tun schon beim Zusehen weh. Dazu kommen noch die hervorragenden Animationen der Kämpfer, welche absolut realistisch aussehen.
Selbst im Hintergrund tut sich einiges. Auf der Straße fahren Autos umher, während Monster vom Militär bekriegt werden, Kämpfer der Außenwelt beharken sich mit Helden, Flammen lodern empor und die Arenen sehen einfach sehr gut aus. Trotz dem ganzen Aufwand gerät das Spielgeschehen nie ins Stocken, was auch ein Beweis für gute Programmierung ist.
Neben der Grafik kann auch der Sound hervorgehoben werden. Die Kampfgeräusche klingen realistisch und auch die bekannten Sounds wie „Fatality“, „Come over here“ oder „Toasty“ sind vorhanden. Die Hintergrundmusik wiederum unterstreicht das Geschehen, was ebenfalls der Atmosphäre zugute kommt.
Dass ein Kampfspiel von Mehrspielerkämpfen lebt, ist klar, und so können diesmal sogar vier Kämpfer vor einem Bildschirm oder acht online gegeneinander antreten. Natürlich nicht alle gleichzeitig, aber im Tag-Team zumindest miteinander. Durch die einfache Steuerung ist auch ein Neueinsteiger nicht komplett benachteiligt.
Dennoch sollte vor dem Spielen ordentlich geübt werden, um die „Juggler“-Kombos zu vollführen beziehungsweise diese unterbrechen zu können. Es gibt auch keinen unbezwingbaren Charakter, da jeder individuelle Stärken und Schwächen besitzt. Vor dem Kampf können Sie sogar bestimmte Regeln aufstellen, die etwa das Blocken verhindert oder einen kopflosen Kampf im wahrsten Sinne des Wortes ermöglicht.
„Mortal Kombat 9“ ist ohne Zweifel das bislang beste „Mortal Kombat“. Viele Kämpfer, unzählige Missionen, tolle Story, etliche Nebenaufträge und sehr gute Spielbarkeit überzeugen einfach. Vielleicht wäre gerade noch das „Motor Kombat“ einzufügen gewesen oder ähnliches außerhalb der Kämpfe, doch auch so macht das Spiel einfach Spaß.
Auch die überzeichnete Brutalität macht natürlich einiges an Spielspaß aus, wenngleich diese eigentlich mehr Mittel zum Zweck ist als alleiniges Merkmal. Der neue Tag-Team Modus, der Turm der Herausforderungen sowie die riesige Krypta mitsamt der freischaltbaren Boni fügen indes noch mehr Motivation bei, wodurch sich die Spielzeit neben der Hauptstory noch weiter steigert.
Wer volljährig ist und ein Top-Prügelspiel sucht, sollte an „Mortal Kombat 9“ nicht vorbeigehen, sondern dieses kaufen und mitsamt seinen Freunden oder auch alleine spielen, bis all die Fatalities wortwörtlich in Fleisch und Blut übergehen.
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