Bereits im September 2009 erschien der Multiplayer “Section 8” als Vollpreistitel in den europäischen Läden. Außer schlechter Kritik und unzufriedener Spieler konnten die Entwickler damals aber nichts abstauben.Nun wurde das Spiel nochmal überarbeitet, leicht abgeändert und als Downloadtitel auf dem Xbox Live Arcademarktplatz herausgebracht. Ob es TimeGate Studios diesmal geschafft hat, ein akzeptables Spiel auf den Markt zu bringen, lesen Sie in unserem Testbericht.
Story
Ihr Name ist Alex Corde. Sie sind ein Hightechsoldat und müssen den Konflikt zwischen der 8. Panzerinfanterie und der „Armee des Orion“ schlichten. Dabei kommen Sie an vier verschiedene Schauplätze in 8 verschiedenen Leven. Retten Sie das Universum, bevor es zu spät ist. So simpel wie die Story klingt, so simpel ist sie auch. Mehr an Story gibt es nicht, denn TimeGate Studios hat sich in erster Linie auf den Multiplayermodus konzentriert. Doch mehr dazu im weiteren Text.
“Section 8 – Prejudice” ist ein Shooter, wie er im Buche steht. Hat man erstmal das ausführliche Einstiegstutorial gemeistert, wird das Militärgefängnis auch schon von Jets attackiert und die Sträflinge brechen aus. Von nun an wird geballert, geschossen und gefeuert. Dabei ist das Prinzip ähnlich, wie man es von „Halo 3“ kennt. Man selbst und auch die Gegner verfügen über ein Schutzschild. Dieses muss erst kaputtgeschossen werden, bevor man den Gegner töten kann. Ist ihr eigenes Schild zerstört, sollten Sie erstmal in Deckung gehen um weiteren Schaden und den damit verbundenen Tod zu vermeiden. Grundsätzlich sind die Kämpfe nicht so spektakulär, da sich alle Waffen irgendwie gleich anfühlen und gleich spielen. Zwischen den verschiedenen MG’s SMG’s und Pistolen merkt man kaum einen Unterschied. Spannend wird das Ganze jedoch durch die Jetpacks, über die jeder Spieler verfügt. Gegner, die gerade noch vor Ihrem Fadenkreuz waren, springen plötzlich meterhoch in die Luft und landen an einem anderen Punkt auf der Karte wieder. Doch um auch dies zu keinem unüberwindbaren Hindernis zu machen, verfügt der Panzeranzug, der ebenfalls sehr an die „Halo“-Reihe erinnert, über eine Zielerfassung. Ist diese erstmal geladen, kann der Gegner anvisiert werden und wird automatisch verfolgt, bis er das Zeitliche gesegnet hat.
Grafik und Sound
Besonders bei der Grafik des Spiels merkt man, dass man es eigentlich mit einem Vollpreisspiel zu tun hat. Spitzengrafik dank der Unreal 3-Engine macht das Spiel zu einem optischen Hingucker. Detailreiche Landschaften und unterschiedliche Charaktermodelle erledigen den Rest. Für ein Downloadspiel eine bestimmt selten dagewesene grafische Leistung. Soundtechnisch tut sich hingegen weniger. Die Musik ist zwar da und auch die Waffen sind mit ihren nötigen Soundeffekten ausgestattet. Viel Abwechslung geschweige denn große Geräuschunterschiede bei den einzelnen Waffen gibt es leider nicht.
Ein klassischer Shooter verlangt eine klassische Shootersteuerung. Jeder der schon mal einen Shooter auf der Konsole gespielt hat, wird auch schnell in „Section 8 – Prejudice“ mit der Steuerung klar kommen. Laufen, Umsehen, Springen, Nachladen, Granaten werfen. Alle Aktionen sind auf ihren gewohnten Tastenbelegungen und lassen sich leicht und einfach ansteuern.
Eines wird beim Spielen von „Section 8 – Prejudice“ auf alle Fälle klar. Die Entwickler haben ihr Hauptaugenmerk auf jeden Fall auf den Multiplayer gelegt. Mit bis zu 32 Spielern können Sie in den Modi „Eroberung“ und „Schwarm“ Ihren Online-Rang steigern und sich gegen andere Spieler aus der ganzen Welt messen. In Eroberung müssen Sie nach bekannter „Battlefield“-Manier verschiedene Punkte auf der Karte einnehmen und diese halten. Damit das nicht zu eintönig und langweilig wird, gibt es sogenannte DCM’s – Dynamic Combat Missions. Diese werden je nachdem, welche Punkte man erobert hat, an ein Team vergeben und dieses muss dann in einer bestimmten Zeit eine Aufgabe erfüllen. Dies kann das Hacken von Computern oder das Einsammeln von Daten sein. Dies macht das Onlineerlebnis abwechslungsreich und spannend. Im „Schwarm“-Modus müssen Sie, wie man es aus dem Horde-Modus in „Gears of War 2“ kennt, gegen immer mehr und schwieriger werdende Gegner aufnehmen. Hier sind Sie in einem Team von bis zu 4 Spieler unterwegs. Weitere Modi sollen als Downloadcontents im Laufe des Jahres folgen.
Eines hat „Section 8 – Prejudice“ auf alle Fälle. Die beste Inszenierung des Spawns/Respawns. Aus hunderten Metern Höhe fallen Sie im Sturzflug aus Ihrem Truppentransporter auf die Erde hinab. Beim Hinabfliegen reißen Wolken auf und fliegen Gebirgsketten sowie Felsformationen an Ihnen vorbei. Am Boden prallen Sie entweder mit voller Wucht auf oder landen mit ein bisschen Geschick direkt auf einem Gegner, den Sie somit gleich erledigen. Beides ist jedoch aufgrund Ihres Panzeranzuges kein Problem.
Zusammenfassung
Insgesamt ist „Section 8 – Prejudice“ eine gelungene Abwechslung zu Vollpreisshootern wie „Halo Reach“ und Konsorten. Wer keinen Wert auf eine tiefgründige Story legt und sich gerne in große Multiplayerschlachten begibt, der kann getrost zu „Section 8 – Prejudice“ greifen. Die umgerechnet ca. 15 Euro haben es wirklich in sich.
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