Und noch eine Sammlung von Minigames für Xbox Kinect. Wir haben uns in den Vergnügungspark von „Carnival In Aktion“ begeben und nach Action Ausschau gehalten. Ob wir sie gefunden haben, lesen Sie in unserem Review!
Kinect sollte eine Revolution für Videospiele werden. Steuern ganz ohne Controller, einzig mit Bewegungen des eigenen Körpers. Leider scheinen die Entwickler nicht auf die Schiene von Microsoft aufgesprungen zu sein, die einzigen Spiele, die für den Kinect-Sensor erscheinen, laden entweder zum Tanzen ein oder sind eine Sammlung kleiner mehr oder weniger lustiger Minispiele. Der einzige Unterschied ist meist nur die Optik oder das Ansprechverhalten des Sensors auf Ihre Bewegungen. Die Meinungen gehen auseinander, ob damit das Potenzial des Sensors verschenkt wird, oder ob gerade diese Art Spiele neue Zielgruppen erschließen könnte. Bleibt die Qualität auf dem derzeitigen Niveau, sehe ich da nur schwarz, sobald die Erkennung und damit der wichtigste Punkt für diese Art Spiele besser wird, kann es aber funktionieren. Was jetzt „Carnival in Aktion“ betrifft, gilt zweierlei. Bei manchen der kleinen Spielereien klappt die Steuerung ganz gut, bei anderen nicht. Was Sie erwartet? Zurücklehnen und Anschauen:
Der Trailer zeigt Ihnen ein paar Szenen aus dem Spiel, wobei zu beachten ist, dass nicht alle wirklich zu zweit spielbar sind. Der Trailer suggeriert, dass Sie bei den meisten der Minispielen mit einem Freund antreten dürfen, in Wahrheit sind das aber nur wenige. Meistens geht es darum, wer mehr Punkte sammelt und die Spiele, wie zum Beispiel der Kampf gegen einen Roboter-Boxsack, der gerne einmal zurückschlägt. Dabei müssen Sie vorgegebene Schlagfolgen und Ausweichmanöver abarbeiten und so versuchen, viele Punkte zu sammeln. Das ist weder schwer noch fordernd, und da Sie der Reihe nach spielen, muss einer immer zusehen. Kommen wir aber jetzt zum Spiel selbst. Im Hauptmenü warten zu Beginn fünf mögliche Spielwelten auf Sie. Die Abschnitte tragen lustige Namen und sollen Themenbereiche eines Vergnügungsparks symbolisieren. Die ersten vier Schilder führen in die Achterbahn-Allee, die Startrampenstraße, die Karussell-Kreuzung und die Kreisel-Chaussee. Hinter jedem Schild verbergen sich vier Minispiele, deren Bandbreite sich auf sportliche - und Geschicklichkeitsaufgaben begrenzt.
Es gibt Achterbahnfahrten, auf denen Sie die Hände hinausstrecken müssen, um eine bestimmte Menge Sterne einzusammeln genauso wie Torten fangen oder Baseballschwünge. Letztere sind gar nicht so einfach, da die Bälle teilweise richtig schnell auf Sie zukommen und Sie stets die kleine Verzögerung des Kinect-Sensors mit einplanen müssen. Und manchmal kommen die Bälle in sehr komischen Bahnen auf Sie zu, sodass kaum eine Chance besteht, ihn zu treffen. Besonders uninteressant ist die Aufgabe Raketenstart, in der Sie per Sprung eine kleine Rakete starten, die Sie dann sicher in Richtung Mond fliegen müssen. Nach ein paar Hindernissen und circa 30 Sekunden Flugzeit ist die Sache erledigt. Das einzige Spiel, bei dem ich wirklich lachen musste, war das Schweinerennen. Das war auch das Highlight der Verpackung, steht hier doch wortwörtlich: 'Veranstalte wilde Schweinerennen mit Freundin und Familie!' Das erste Spiel, das ich mit Kollegen Beck zeitgleich spielen konnte, brachte mich wirklich zum Lachen. Aber nicht, weil das Minispiel selbst so lustig ist, sondern weil es absolut keinen Spaß macht. Sie versuchen wie wahnsinnig, das Schwein zum Rennen zu motivieren, und fangen dabei fast selbst zu hoppeln an. (Anmerkung von Kollege Beck: Dass man sich dabei selbst auf den Hintern schlagen muss, wurde hierbei nicht erwähnt - ich kann mir lebhaft vorstellen, wieso...)
Optisch sieht das Spiel gar nicht so schlecht aus. Die typische Minispieloptik wird diesmal mit Jarhmarktsattraktionen bereichert und sorgt so für ein insgesamt sehr buntes Bild. Als ständige Begleiter haben Sie einen kleinen Affen, der die Maschinen bei den Minispielen, wie die Ballwurfmaschine beim Baseball, bedient und zusätzlich versucht, komisch zu sein. Der zweite Begleiter ist ein netter Herr mit Schnauzbart und Hut, der die Minispiele erklärt und vorzeigt, was zu tun ist. Leider hat der Typ immer den gleichen Spruch auf den Lippen, was mit der Zeit richtig nervig wird. Die Grafik passt zum Setting und leistet sich allgemein keine Schwächen. In den Spielen kommt Ihr Xbox-Avatar zum Einsatz, das heißt, wenn Sie zum Beispiel mit der Achterbahn fahren, sitzt der Avatar im Wagen.
Steuerung
Die Steuerung kränkelt an den üblichen Schwächen des Kinect-Sensors: Ungenauigkeit und Verzögerung der Reaktion. So werden vor allem zeitkritische Spiele wie das erwähnte Baseball oder auch die Achterbahnfahrt schwierig. Das selbe gilt im Hauptmenü, Sie werden manche Punkte öfter anvisieren müssen, bis sie tatsächlich gedrückt werden. Generell unterscheiden sich die Spiele teilweise komplett in ihrer Steuerung und man muss den Entwicklern zu Gute halten, dass sie versucht haben, alles so intuitiv wie möglich zu gestalten. Die Rakete zum Mond wird gesteuert, indem Sie die Hände wie Flügel zu Seite strecken und dann den Oberkörper nach links oder rechts dehnen. Fliegen wie in den guten, alten Kindertagen also.
Wie Sie vielleicht vermuten, hat sich bei mir nicht wirklich Spielspaß eingestellt. Weder die 20 Minispiele, noch die sogenannten Preisstände, an denen Sie verdiente Punkte gegen Goodies eintauschen können, sorgen für hohe Motivation. Meist machen diese Spiele nur mit Freunden oder der Familie Spaß. Das gilt diesmal leider auch nicht. Sofern Ihre Freunde älter als fünf Jahre sind, wird man keine Freude haben, wenn Sie „Carnival in Aktion“ mitbringen und in Sachen Familie, mit den Kinder Ringe werfen oder Baseballspielen, geht im Garten eindeutig besser.
Kein Grund zum Kaufen. Diese Minispielsammlung ist wirklich mini. Nicht nur der Umfang ist mit 20 Spielen doch begrenzt, auch der Spaß kommt leider zu kurz. Ich finde es schade, dass der Kinect-Sensor nur für diese Art Spiele genutzt wird und noch kein eigenständiges Konzept für Innovatives entwickelt wurde. Dabei hat vor der Markteinführung alles so vielversprechend ausgesehen. „Carnival in Aktion“ ist ein weiterer Titel, der seinen Weg sehr schnell in die Wühlkörbe großer Elektronikketten finden wird.
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!