Nun sind Sie also zurück im furchteinflößenden Gebäude von Aperture Science, und eines sei gleich vorweggenommen: GLaDOS macht es Ihnen in „
Portal 2“ keineswegs leicht. Die gute
KI hat nämlich einen massiven Heimvorteil, und dank der beweglichen Panele verändern sich schon mal
Levels im Vorbeigehen, was Sie wieder und wieder Ihre Portale nutzen lässt. Alles im Namen der Wissenschaft zu testen, meint GLaDOS, doch in Wahrheit ist es ein einziger, verzweifelter Kampf ums Überleben ... der allerdings verdammt viel Spaß macht. Je nach Spielart der Spieler hätten es einige in drei Stunden geschafft, „
Portal“ durchzuspielen, während andere sich hingegen sechs Stunden an den Rätseln die Zähne ausgebissen haben. Es kommt einfach darauf an, wie klug der Spieler vorgeht und mit dem Spiel interagiert. Die Singleplayer-Kampagne von „
Portal 2“ dauert etwa drei Mal so lang wie sein Vorgänger, und der
Koop-Modus bietet ungefähr doppelt so viel Spielzeit. Ein
DLC soll schon in Planung sein, und auch bald einmal angekündigt werden. Sie erwarten gesamt 22 Testkammern im Einzelspielermodus, doch täuschen Sie sich nicht: Während in „
Portal“ die 19 Testkammern schon den Spielfortschritt angegeben haben, hat sich Valve für „
Portal 2“ etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Übrigens sind die ersten Räume, in denen Sie das Portal suchen, exakt die gleichen wie in „
Portal“, für Fans also eine wahre Freude, die alten Räume wiederzusehen! Einzig und allein die relativ oft vorkommenden, aber dafür angenehm kurzen Ladezeiten trüben den Spielspaß ein wenig. Allerdings hat der Zahn der Zeit heftig zugebissen, und das verwitterte Gebäude von Aperture Science ist nun mit Gras und Unkraut überwuchert, so könnte eine verlassene hochtechnologische Arche wirklich aussehen. Doch wie sieht „
Portal 2“ nun tatsächlich aus?
Grafik und Sound
Gleich vorweg: Spielen Sie, sofern Sie des Englischen mächtig sind, „
Portal 2“ unbedingt auf Englisch. Unbedingt. Ja, die deutsche Synchronisation ist schon gelungen, aber wenn Sie ein einziges Mal das Original gehört haben (GLaDOS!!), werden Sie die englische Fassung nicht mehr missen wollen. Ansonsten erwartet Sie die gewohnt gute Qualität: Die dusslig-sarkastischen Kommentare von GLaDOS versüßen Ihnen den Alltag, wohingegen Whitley mit seiner äußerst nonchalanten Art versucht, alles ein bisschen aufzulockern. Auch, dass die Protagonistin beispielsweise nicht sprechen kann (welch Selbstironie!), quittiert er mit einem trockenen „Das wird reichen“, und Ihr Abenteuer geht los! Grafisch hat Valve das Niveau auf jedem einzelnen Sektor noch weiter steigern können, so wurde die Beleuchtung verbessert, die Texturen sind bis auf das Gras scharf, und beim Wasser müssen Sie schon sehr genau hinsehen, um es als Pixelwerk zu identifizieren. Die Animation sieht auf der PS3 einwandfrei aus, Ruckler erleben Sie höchstens in den animierten Ladebildschirmen, und während Sie so herumfliegen (im
Koop-Modus sehr gerne mit Höchstgeschwindigkeiten), versüßt Ihnen ein netter
Motion-Blur-Effekt am Rande das visuelle Erlebnis. Einzig und allein beim Anzoomen mit R2 entlarven Sie „
Portal 2“ ein paar Schwächen, aber das würde kein normaler Spieler in dem Ausmaß machen, wie wir Tester das so gerne durchführen. Ein gelungenes Abenteuer auch in technischer Hinsicht, soweit meine Einschätzung, doch wie sieht es mit dem
Handling aus? Lesen Sie mehr im Punkt...