Selber mitten im Rampenlicht stehen und bei den größten Hollywood-Hits mitspielen, das bietet „Yoostar 2 – In the Movies“. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Review!
Filmbegeisterte, deren schauspielerisches Talent nicht ganz für die große Karriere reicht, werden diesen Bericht vermutlich mit Freuden lesen. „Yoostar 2“ ist kein Spiel im eigentlichen Sinn, sondern eher eine Karaoke-Box mit jeder Menge Hollywoodfilmen, in denen Sie selber mitspielen dürfen. Wer schon immer einmal an der Seite von Arnold Schwarzenegger oder an Bord der Enterprise stehen wollte, bekommt so seine große und vermutlich einzige Chance. Damit auch alle Freunde in Genuss Ihres Könnens kommen können, dürfen die kurzen Filmausschnitte gleich via Facebook oder Twitter mit anderen geteilt werden. Falls Sie sich nicht wirklich vorstellen können, wie das Spiel funktioniert und aussieht, zunächst ein Trailer und danach mehr:
Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Sie wählen einen der 80 mitgelieferten Filmclips aus und haben dann zwei Aufgaben zu erledigen. Sie müssen sich selbst in die richtige Position bringen, damit Sie optimal ins Bild passen, und bekommen dann eine Textzeile zum Nachsprechen. Um bestens vorbereitet zu sein, dürfen Sie sich die Szene zuvor einmal ansehen, schließlich sollten Sie auch wissen, was überhaupt zu sagen ist. Während der Szene laufen die Textpassagen aller am Spiel beteiligten Figuren am oberen und unteren Bildschirmrand, so erkennen Sie genau, wann Ihr Einsatz kommt. Für saubere Aussprache und richtigen Einsatz gibt es Extra-Punkte, wer nur blöd da steht und vor sich hin schweigt, bekommt Abzüge. Den richtigen Moment zu erwischen, ist dabei gar nicht so einfach, aus mir wird, glaube ich, kein Schauspieler mehr werden. Bis auf zwei, drei Ausnahmen hab ich meinen Einsatz immer verpasst. Kein Regisseur würde mit mir seine Freude haben. Die Bandbreite an Clips ist groß, fast jeden der Filme sollten Sie kennen. Terminator, Kindergartencop, Matrix, Casablanca, alle Highlights sind im Programm und können durch Downloads erweitert werden.
Ein roter Faden namens Herausforderungsmodus versucht das Spiel irgendwie zusammenzuhalten. Vor allem, wenn Sie alleine vorm TV stehen, gibt es ansonsten keinerlei Motivation, in die Filmclips einzusteigen. Das generell schwache Spielprinzip, sind wir uns ehrlich, wer will in zweiminütigen Clips verpixelt am TV zu sehen sein, leidet zudem an einer schwachen Umsetzung. Klar, manche werden mir jetzt entgegnen, dass diese Art Spiele ohnehin nur mit Freunden Spaß machen kann und man alleine eher blöd dasteht. Darauf kann ich nur sagen, man steht auch zu zweit oder zu dritt blöd da. Wo bleibt die Herausforderung, sich zunächst komisch hinzuhocken und danach ein paar Textschnipsel zu reden? Damit Sie der Kinect-Sensor erkennen und das Spiel Sie in der folgenden Szene richtig einordnen kann, müssen Sie zu Beginn jedes Clips nämlich die Position der von Ihnen verkörperten Person einnehmen, kurz ausharren, dann geht es weiter. Das ist das einzige, was mir ein Lächeln auf die Lippen zaubert, weil es einfach komisch aussieht. Im Clip sehen Sie dann eine verpixelte Version Ihrer selbst, speziell die Haare sind ein Graus. Sie flimmern und heben sich so stark vom Hintergrund ab, dass überhaupt kein Gefühl für die Szene aufkommt.
Wie bereits erwähnt, die Repräsentation Ihre Person in den Clips sieht sehr pixelig aus, weshalb im Prinzip die ganze Szene zerstört wird. Einer der normalen Schauspieler wird durch Sie ersetzt und da Sie logischerweise in einer anderen Auflösung zu sehen sind, wirkt alles unrund. Die Darstellung der Szenen im Spiel finde ich aber gelungen, der Filmclip läuft in einem Fenster, das mittig am Bildschirm zu sehen ist, und oben bzw. unten laufen die Textpassagen, die alle Figuren sprechen. Rein optisch besteht also kein Grund seinen Einsatz zu verpassen. Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich aber nicht gerade außergewöhnlich gestaltet, Mit dem ganzen Filmmaterial hätte sich sicher mehr machen lassen können. Die Sprachausgabe geht absolut in Ordnung, das Spiel ist in fünf Sprachen erhältlich und jeweils sind die originalen Synchronsprecher zu hören.
Steuerung
Der liebe Kinect-Sensor und ich sind anscheinend nicht die besten Freunde. Obwohl meine Hand sehr ruhig durch den Raum schwebt, macht es mir der Cursor am Bildschirm nicht gleich. Er zittert, als fürchte er um sein Leben, und sobald er in die Nähe eines Buttons kommt, stürzt er sich auf ihn und klebt fest. So in etwa können Sie sich die Navigation durch die Menüs vorstellen. In puncto Steuerung bleibt dann eigentlich nur mehr die Positionierung in die von der Szene geforderten Stellung, mehr ist nicht zu tun. Wichtig ist, dass Sie den Sensor genau auf Ihre Größe einstellen, bevor ich das nicht gemacht hatte, ragte mein Kopf immer ein wenig über die vorgegebene Position hinaus.
Das Spiel kann eigentlich nur auf Partys glänzen. Alleine ist weder der Herausforderungsmodus noch ein Schnelles Spiel für zwischendurch spannend. Erst wenn Sie mit mehreren Freunden vor dem TV stehen und sich zum Beispiel im Improvisationsmodus ad hoc etwas einfallen lassen müssen, wird es lustig. Vor allem, weil das Spiel eine ganz gemeine Aufzeichnungsfunktion, die jeden Fehltritt oder jede Oscar-reife Leistung für die Nachwelt festhält, hat. Per Social Network geht der Clip dann gleich in die weite Welt hinaus.
An diesen Test bin ich mit gemischten Gefühlen gegangen. Als Filmfan war ich von der Idee, selber in meinen liebsten Filmen zu sein, voll auf begeistert. Einige Kinect-Tests haben mich aber mit einer gewissen Sorge rund um die neue Steuerungsvariante zurück gelassen. Und leider hat sich das schlechte Bauchgefühl bestätigt. Der Darstellung des Spielers in den Filmclips kann ebenfalls nicht überzeugen, so dass als Resumee nur übrig bleibt: Netter Versuch, aber ich sehe mir die Filme lieber im Original an.
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