Gameplay
Ganz wie in „
Killzone 3“ ist Ihre erste Mission eine Übung, in der Sie den Umgang mit Ihrer Waffe erlernen. Sie zielen, schießen und töten - zunächst einmal Pappkameraden. Im typischen militärischen Slang werden Sie genau richtig auf die folgende Mission eingestimmt, und im Mix zwischen realen Ereignissen und Personen sowie erfundenen Konflikten werden Sie langsam an die Situation herangeführt. Als Sie allerdings den Jeep-Konvoi verlassen, werden die Samthandschuhe ausgezogen, und die knallharte Realität holt Sie ein. In einer knapp zehn Minuten langen Anleitung, die Sie durchspielen, lernen Sie alles Wissenswerte, wie Sie etwa in einem zweistufigen Radialmenü Anweisungen an Ihren Trupp weitergeben, sich selbst und andere heilen, Ziele markieren, zielen und natürlich auch effektiv töten. Durch diese Fülle an Möglichkeiten spielt sich „
Operation Flashpoint: Red River“ naturgemäß ganz anders als ein rasanter Action-Shooter wie „
Crysis 2“ oder „
Call of Duty: Black Ops“. Die Missionen bleiben eigentlich weitestgehend die gleichen (Konvoi beschützen, Dorf evakuieren, Landstrich säubern, Luftschlag anfordern), doch da Sie nach zwei bis drei Treffern das Zeitliche segnen, ist die Deckung überlebenswichtig. Glücklicherweise geht es den Feinden genau so, das heißt, Sie müssen sich nach einem Blattschuss keine Sorgen mehr machen. Sie beginnen also mit Ihrem gesamt vierköpfigen Team, und es gilt, schnellstmöglich die erste Gegend zu sichern. Schon früh fällt auf, dass Ihre Kollegen nicht gerade die Hellsten sind und sich gerne auf Ihre Befehle verlassen. So schleichen Sie sich Ecke um Ecke vorwärts, bevor Sie sich ins erste Feuergefecht stürzen. Doch hier kann ich mich nur wiederholen: Bleiben Sie in Deckung!
Da „
Operation Flashpoint: Red River“ sogar die Abpraller berechnet und diese meist genau so viel Schaden anrichten wie ein direkter Treffer, sind Sie in diesem Spiel in Sekundenschnelle dem virtuellen Tode nah. Ganz wie in anderen Shootern können Sie Ihren Gesundheitszustand anhand des
HUD ablesen, denn wenn Sie überall Blutspritzer sehen, sollten Sie schnellstmöglich eine Heilpackung anwenden. Schade ist allerdings nur, dass der Heilvorgang gestoppte zwölf Sekunden dauert, und zwar jedes einzelne Mal. Auch das zweistufige Radialmenü zur Befehlserteilung ist für Gelegenheitsspieler alles andere als gelungen, denn da Sie eine Schultertaste halten müssen und gleichzeitig das Steuerkreuz betätigen können, erweist es sich als umständlich bis unmöglich, sich parallel mit dem Analogstick zu bewegen und einen Befehl auszugeben. Im Vergleich zum Vorgänger werden sich Veteranen aber freuen, denn in diesem galt es doch, sich durch drei Ebenen der Befehle durchzuklicken. Die Anzeige lässt Sie zwar Ihre eigenen Teammitglieder dank eines Kreuzes gut erkennen, doch die Gegner werden nicht hervorgehoben und können Sie so immer aus der Tarnung heraus überraschen. Realismus schön und gut, aber ein bisschen „
Brink“ hätte diesem Spiel absolut gut getan. Vor allem, da sich auf der technischen Seite eher Ernüchterung denn Realismus breit macht, aber lesen Sie selbst im Punkt...