50 kleine blaue Gestalten, die für die Mama auf der Suche nach kleinen Elementen sind. Sie führen die Truppe an und versuchen die tapferen Abenteurer nicht sterben zu lassen. Meist ist genau das aber das Witzigste an „Swarm“. Klingt komisch? Lesen Sie unser Review.
Viele bunte Smarties, eh, Swarmites. Das lustige kleine Völkchen ist stark in der Überzahl. Mit 50 davon gehen Sie auf die Jagd nach Punkten, und nicht wenige müssen bei diesem Abenteuer ihr Leben lassen. Mama Swarm trauert aber nicht lange um ihre Zöglinge, sterben 20, wird fleißig nachproduziert. Die Punktejagd gestaltet sich gar nicht so einfach, viele kleine und größere Hindernisse stellen sich Ihren Bemühungen in den Weg. Zum Glück folgen die Swarmites auf Knopfdruck, wie einst die doofen Lemminge laufen die Swarmites über Abgründe, springen frisch fröhlich in einen Feuerzaun oder lassen sich von herunterfallenden Kisten erschlagen. Trotz ihres Mangels an Intelligenz, oder gerade deshalb, sind die blauen Viecher irgendwie süß. Was alles auf Befehl können, verrät folgendes Video:
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, kommen die Swarmiten nicht von der Erde. Mama Swarm, ein riesiges Alien, landet auf dem Planeten, um Nahrung zu suchen. Dazu werden die kleinen Kinderlein aus geschickt um diese, in Form von Punkten, einzusammeln. Das Mütterchen hat einen bestimmten Appetit, so müssen jeweils eine bestimmte Menge Punkte sammeln, ansonsten ist der Level nicht geschafft. Die zwei wichtigsten Eigenschaften Ihres Schwarms sind das Verteilen und Zusammenrücken. LT sorgt für größte Zerstreuung, und RT rückt alle wieder zusammen. Neben diesen Fähigkeiten können sich die Bläulinge auch übereinanderstapeln, um höher liegende Punkte einzusammeln, einen kurzen Rammangriff ausführen, um Kisten zu zerschlagen, und per Turbo etwas weiter springen, praktisch bei großen Schluchten.
Nicht immer müssen dabei alle Swarmiten überleben! Um an die gewünschte Punktzahl zu kommen, müssen Sie einen Multiplikator immer weiter nach oben treiben, nur so sind die Level schaffbar. Multipliziert wird automatisch, wenn Sie innerhalb einer bestimmten Zeit einen neuen Punkt einsammeln. Ein Balken lädt sich auf und wenn er voll ist, wird der Multiplikator um einen Punkt höher. So können Sie mit einer Serie locker 150.000 und mehr Punkte sammeln. Wichtig ist nur, immer fleißig zu sammeln. Da manche Punkte unweigerlich in den Tod führen, werden nicht immer alle Swarmiten am Leben bleiben. Das macht aber nichts, da an bestimmten Punkten der Vorrat wieder auf 50 aufgestockt wird. Solange ein kleiner Wicht am Leben bleibt, ist nichts verloren. Hin und wieder, vornehmlich nach einem Checkpoint, sollten Sie aber alle Swarmiten in den Tod schicken und wenn möglich, besonders spektakulär. Es gibt Todesmedaillen zum Sammeln und je cooler das Ableben, desto besser.
Grafisch macht der Arcade-Titel einen sehr guten Eindruck. Die kleinen Bläulinge sind nett animiert und watscheln aufgeweckt durch die gut in Szene gesetzte Spielwelt. Bei Stürzen in den Abgrund werden die Swarmiten von kleinen Sperren aufgespießt, und werden sie zu heiß, laufen sie schwarz angekokelt herum (und sterben). Etwas ekelig finde ich den Levelbeginn, feucht fröhlich werden die Swarmiten von der Mutter in die Welt geworfen. Viele kleine Details, wie zum Beispiel mechanische Bienen, die Ihnen hinterher jagen, sorgen für ein rundes und lustiges Gesamtbild. Der Sound stimmt auch, die Musik ist kaum wahrnehmbar, die Swarmiten dafür schon. Der Größe entsprechende Töne lockern das Spielgeschehen spürbar auf.
Steuerung
Gesteuert werden die 50 Möchtegern-Lemminge mit dem linken Stick, mit dem rechten darf gezoomt werden. Die anderen Fähigkeiten der Swarmiten benötigen zu Beginn ein wenig Geschick, nach spätestens zehn Minuten haben Sie aber den Dreh raus. Bevor Sie zum Beispiel zum Stapeln beginnen, sollten alle ruhig beisammen stehen, sonst springt einer womöglich noch wo hin, wo er nicht hin gehört. Um einen Turm zu bauen, müssen Sie RT gedrückt halten und dann mehrmals die A-Taste (Springen) drücken. Danach darf nicht zu schnell gerannt werden, sonst stürzt die Konstruktion in sich zusammen. Der kleine Rammangriff funktioniert auch mit RT. Sie sammeln die Swarmiten zusammen, visieren ein Zeil an lassen los und drücken LT. Ähnliches gilt für den Turbosprung, statt LT drücken Sie hier jedoch die A-Taste. Mit ein bisschen Übung alles kein Problem.
Wirkliche Atmosphäre, wie sie ein Spiel mit echter Story erzeugt, kommt bei „Swarm“ nicht auf. Dennoch macht das Spiel eine Menge Spaß, vor allem, wenn Sie die Swarmiten das Zeitliche segnen lassen. Wie lustig die kleinen Gestalten in den Tod gehen, einfach herrlich. Der andere Punkt ist die Motivation. Sie müssen wirklich schnell sein und den Multiplikator hoch halten, damit die Level zu schaffen sind. Sobald der Ehrgeiz in Ihnen geweckt ist, spätestens, wenn Sie Ihre Zeiten und Punkte mit Freunden und der Welt teilen, erzeugt das Spiel eine gewisse Sogwirkung. Nur ein Level noch, und dann ist Schluss!
Für zwischendurch fast zu fordernd erweckt „Swarm“ dank der Punktehatz eine gewisse Begeisterung in mir. Die kleinen blauen Gestalten sind einfach zu süß. Leider hält die Begeisterung nicht lange an, und spätestens nach einer halben Stunde sind mir die Punkte auch wieder egal. Dennoch, eine interessante Neuinterpretation des Lemming-Prinzips.
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