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SPIELINFO

Neverwinter Nights

Plattform: PC Neverwinter Nights (PC)

Genre: Rollenspiele
Release: 01.07.2002
Vertrieb: Infogrames
Entwickler: Bioware
Webseite: www.neverwinternight...
Alle Informationen zum Spiel
Wussten Sie schon? "Neverwinter Nights" für Mac
SYSTEMANFORDERUNGEN
Minimale Anforderungen:
CPU: keine Angabe
RAM: 128 MB
Festplatte: 750 MB
Grafikkarte: keine Angabe
Empfohlene Hardware:
CPU: keine Angabe
RAM: 256 MB
Festplatte: 750 MB
Grafikkarte: keine Angabe
Review
 

07.10.2002 – Neverwinter Nights

von Chozzy Wan (freier Mitarbeiter)



Feedback

Alte Welt - Neues Spiel?



Welcher Rollenspieler kennt Sie noch nicht, die gute alte, sagenumwobene Schwertküste in der Dungeons & Dragons-Welt? Nach "Baldur's Gate" und "Icewind Dale" ist "Neverwinter Nights" nun Bioware's dritter Ausflug in die vergessenen Reiche - und wieder liegt es am Spieler, eine ganze Zivilastion vor dem Untergang zu bewahren, wenngleich sich die eigentliche Hintergrundgeschichte anfangs recht zurückhält: In der einst großen Stadt Niewinter sterben Tausende Menschen an einer mysteriösen Krankheit,a uch "Heulender Tod" genannt. Um ein Ausbreiten der Epidemie auf ganz Faerun zu verhindern, werden nun alle verfügbaren und bekannten Abenteurer aufgerufen, sich bei der Suche nach einem Heilmittel zu beteiligen und die Ordnung in der Stadt zu bewahren.

Eben nun tritt Ihr Alter-Ego auf den Plan - doch aller Anfang ist schwer und so steht erst einmal die genretypische Charaktererschaffung auf dem Plan. Fans der Vorgänger fühlen sich dann auch gleich heimisch, ist doch im Großen und Ganzen alles beim Alten geblieben: Denn auch in der dritten Ausgabe des D&D-Regelwerks wählen Sie anfangs erst einmal zwischen 7 Rassen sowie Gesinnungen, Talenten, Fertigkeiten und Spezialfähigkeiten aus. Nach und nach bestimmen Sie im umfangreichen Setup (Ungeduldige dürfen sich übrigens auch gleich mit einem "vorgefertigten Startpaket" in das Geschehen begeben) Geschlecht und Aussehen und vor allem die Klassen (elf an der Zahl) bzw. eine entsprechende Unterklasse. Perfektionisten dürfen letztendlich auch Sprachsamples sowie Charakterbilder importieren, um dem Helden den letzten persönlichen Feinschliff zu verleihen.

Ihre erste Station in der Stadt Niewinter ist dann auch gleich die lokale Kadettenschule für Abenteuerfrischlinge. Nach und nach erklären Ihnen im Tutorial Ausbildner und Kollegen die essentiellsten Funktionen sowie den Umgang mit Nah- und Fernkampfwaffen und Magie. Der erfolgreiche Abschluss der Prüfungen eröffnet folglich den Zugang zur weisen Fürstin Aribeth, der Ausbildnerin, was dann aber auch gleich den ersten Zwischenfall mit sich führt: Unbekannte Eindringlinge greifen das Gebäude an und verwüsten die Einrichtungen. Mitten im Tumult erledigen Sie gleich einmal die ersten Goblins, sammeln Erfahrungspunkte und hamstern diverse Gegenstände ein.

Solokämpfer bevorzugt ...



Was "Baldur's Gate"-Fans gleich übel auf den Magen fallen wird: In "Neverwinter Nights" kämpfen Sie durchgehend alleine. Selbst die Möglichkeit, einen Söldner anzuheuern oder später einen Vertrauten herbei zu zaubern, kann nicht über die Tatsache hinwegtrösten, dass die kultigen Party-Bildungen Vergangenheit sind. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie mit bis zu fünf Kollegen von der Sorte eines hamsterfanatischen Minsk oder einer in Selbstmitleid schwelgenden Aerie durch die Gegend wandern - Kämpfe verlieren so einen großen Teil ihres strategischen Aspektes. Gerade Anfangs bleibt Ihnen oft nichts anderes übrig, als den gewünschten Gegner anzuklicken und beim Kampf zuzusehen - auf die bereits erwähnten Söldner haben Sie reichlich wenig Einfluss ...

Nach den ersten Konfrontationen stellt sich letztendlich heraus, dass mehr hinter dem hinterhältigen Angriff steckt als zuerst erwartet und die verzweifelte Aribeth erteilt Ihnen dann auch das erste wichtige Quest: Im ganzen Tumult sind die für ein mögliches Gegenmittel der Seuche wichtigen Versuchstierchen aus ihren Käfigen entkommen und ausgebrochen - Sie erhalten nun die Aufgabe, selbige zu finden und wieder einzufangen, bekommen den Schlüssel für den Ausgang aus der Ausbildungsstätte und haben fortan Zugang zur Stadt. Kapitelweise decken Sie allmählich eine Verschwörung in den eigenen Reihen auf, helfen allerlei Notdürftigen in diversen Nebenquests und kommen letztendlich in den letzten drei von fünf Kapiteln auch in den Genuss der Flora und Fauna außerhalb von Niewinter. Dass aller Anfang schwer ist, wissen geduldige Spieler spätestens zu diesem Zeitpunkt. Die Story kommt nur langsam in Fahrt, ellenlange Textpassagen und recht wenig aufregende Erreignisse zehren an der Motivation, erst bei größeren Erfahrungsstufen und dementsprechend hochkarätigen Monstern kommt Bioware's Neuling richtig in Fahrt, was nicht zuletzt - neben den "besseren" Quests und der voranschreitenden Story - an der vollen Ausnützung der Grafik-Engine liegt.

Technik



Die hochstufigen Zaubersprüche liefern bildschirmfüllende Effekte, die Landschaft beeindruckt durch zahlreiche Details wie etwa im Wind wehendes Gras oder realistische Wasseroberflächen. Im Großen und Ganzen können auch die detaillierten Charaktere samt realistischen Schattenwürfen und Echtzeit-Spiegelungen auf metallischen Oberflächen überzeugen, lediglich die Innenarchitektur ist mir persönlich im Vergleich zu diversen Konkurrenzprodukten doch etwas zu schlicht und "eckig" geraten ...

Als eine richtige Enttäuschung stellt sich, zumindest in einer Hinsicht, der Sound heraus: Zwar kann die Musik auch wie in den Vorgängerspielen von Bioware durch ausgesprochen gute Qualität und tolle Atmosphäre einmal mehr so richtig aufgeigen, die deutsche Sprachausgabe hingegen darf man ruhig als peinlich bezeichnen: Sie erinnern sich an die bereits misslungene deutsche Version von "Baldur's Gate I"? Umso unverständlicher ist es, dass man aus alten Fehlern nicht gelernt hat und nach der durchaus guten Synchronisation von "Baldur's Gate II" wieder einmal auf recht unprofessionell wirkende Sprecher zurückgegriffen hat ...

Spielen im Netz



Macken im Einzelspieler-Modus hin oder her, demgegenüber steht der Multiplayer-Part derzeit so ziemlich konkurrenzlos da: Allein der integrierte, extrem einfach zu bedienende Leveleditor lässt Abenteuerherzen höher schlagen, kann man hier, einmal im "Dungeon Master" angemeldet, den Visionen einer eigenen Abenteuerwelt freien Lauf lassen. Mittels weniger Mausklicks platzieren Sie Charaktere in vorher erstellte Umgebungen, lassen spezielle Erreignisse stattfinden, entwerfen eigene Monster oder NPCs mit beliebigen Attributen, heilen oder töten Abenteurer - die Möglichkeiten sind hier wirklich beeindruckend, die kinderleichte Bedienung ermöglicht einen möglichst schnellen Einstieg. Ein Blick ins Internet zeigt, dass für "Neverwinter Nights" bereits jetzt zahlreiche tolle Mods verfügbar sind, Abenteuerlustige finden so genug "Arbeitsmaterial" für die nächsten paar Monate ...

Zusammenfassung



Irgendwie ist es klar, dass die Erwartungen an ein Spiel von Bioware, das zuvor mit so wegweisenden Spielen wie der "Baldur's Gate"-Trilogie gepunktet hat, dementsprechend hoch sind - umso enttäuschender, dass die Entwickler es irgendwie geschafft haben, die wichtigsten Elemente zu verschlimmbessern. Verstehen Sie mich nicht falsch! "Neverwinter Nights" ist nicht zuletzt aufgund der tollen Aufmachung ein richtig tolles Spiel, nur für die Genre-Referenz hat es dann eben nicht gereicht: Hack 'n' Slay-Fans greifen zum storyarmen "Dungeon Siege", klassische Rollenspieler mit Hang zur Komplexität nehmen das gewaltige "Morrowind" in Angriff. Wer aber mit den kleinen Enttäuschungen leben kann und ein tolles Spiel mit genialem Leveleditor inklusive Multiplayer-Modus sucht, darf das in dieser Hinsicht sicher beste "Neverwinter Nights" getrost installieren - den Epos "Baldur's Gate" kann es aber aufgrund bereits genannter Mängel in Sachen Atmosphäre und Story sowie Spieldauer leider nicht ganz das Wasser reichen ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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PROS
  • Tolle Grafikeffekte
  • Atmosphärische Musik
  • Gewohnte D&D-Komplexität
  • Genial-simpler Editor
  • Toller Mehrspieler-Modus
CONS
  • Für Bioware's Verhältnisse relativ konventionelle Geschichte
  • Keine Party-Bildung möglich
  • Schlechte deutsche übersetzung
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