Lieben Sie Denkspiele? Vielleicht auch noch Krimis? Dann haben wir hier etwas für Sie! "Puzzle Agent" ist ein, mit Rätsel vollgestopftes Spiel, das den FBI-Agent Tethers bei seiner Arbeit zeigt. Ob das ein Fall für Sie sein könnte, lesen Sie in unserem Review!
Telltales, die Macher der "Sam & Max" - Reihe sowie auch "Tales of Monkey Island", präsentieren ein neues Spiel. "Puzzle Agent" verbindet eine spannende Geschichte mit vielen Rätseleinlagen und darüber hinaus gibt es noch eine tolle Grafik. Graham Annable verwendete dafür seinen "Grickle"-Comicstil, und wie man im folgenden Trailer sehen kann, ist dies durchaus eine gute Wahl gewesen. Des Weiteren wird von den Machern behauptet, dass sie sich auch von David Lynch und seiner TV-Serie "Twin Peaks" inspirieren haben lassen. Der Einfluss ist unübersehbar und verleiht dem Spiel einen unverwechselbaren Charme.
Sie starten als Special-Agent Nelson Tethers im FBI-Hauptquartier. Er arbeitet in der Puzzle-Abteilung und sitzt gerade wieder einmal vor einem Kreuzworträtsel. Trotz zunehmender Müdigkeit und immer kleiner werdenden Augen versucht er sich munter zu halten. Zu spät. Er schläft ein. Aufgeweckt wird er von einem Geräusch näherkommender Schritte. Er erschrickt, denn ein Astronaut steht vor ihm und schreibt etwas auf seine Zeitung. Agent Tethers wacht schreiend auf und zerreißt die Zeitung. Ihre Aufgabe ist es jetzt, die Zeitungsschnipsel wieder zusammen zu suchen und nachzusehen, ob nun wirklich eine Nachricht hinterlassen wurde. Ihre Lösung wird anschließend überprüft und je nachdem für richtig oder falsch befunden. Haben Sie das Rätsel ohne Hilfe gelöst, darf man sich selbst Top Agent nennen. Nach so viel Schulterklopfen bekommt Agent Tethers einen Anruf, dass er nach Scoggins, Minnesota reisen muss, um einen Fall aufzuklären, immerhin steht der gesamte Radiergumminachschub für das Weiße Haus auf dem Spiel. Mit einem Blick auf die Zeitung sieht man, dass die Nachricht ebenfalls Scoggins lautet. Sehr mysteriös. So macht sich Agent Tethers mit seinem Schneemobil auf den Weg nach Minnesota. Dort angekommen spricht er die wichtigsten Fakten auf sein Diktiergerät, unter anderem, dass es furchtbar kalt ist und ein gruseliger Mann ihn ansieht. Auf die Frage nach dem Hotel schickt ihn der alte Mann, Björn, einmal durch die Stadt im Kreis, bevor der Agent bemerkt, dass er bereits vor dem Hotel angehalten hatte. Egal, wo Nelson hingeht, überall warten Rätsel auf ihn. Und diese gestalten sich alle sehr abwechslungsreich und sind nichts für schwache Denker.
Sicherlich kommt das eine oder andere einfache Rätsel vor, aber bei der großen Anzahl von Denkeinlagen wird man trotzdem ganz schön gefordert. Sollte man sich einmal nicht auskennen, gibt es immer noch die Möglichkeit, einen Hinweis in Anspruch zu nehmen. Hinweise können in Form von bereits gebrauchten Kaugummis gesammelt werden. Da es diese nämlich zur Zeit in Scoggins nicht gibt, muss sich Agent Nelson Tethers mit den gebrauchten zufrieden geben. Denn er braucht sie unbedingt, weil ihn das Kauen zum Nachdenken anregt. Also immer schön einsammeln, denn irgendwann brauchen Sie sicher einen Tipp. Für das Heranziehen von Hinweisen werden Ihnen bei der Rätsel-Abrechnung Punkte abgezogen, ebenfalls für das Abgeben von falschen Lösungen. Die erreichten Punkte für jedes Rätsel sind zwar nicht relevant für den Ausgang der Geschichte, aber man ist doch sehr stolz auf sich selbst, wenn man alles gut geschafft hat. Ansonsten ist in diesem Spiel nicht viel zu machen. Sie klicken sich durch die Schauplätze, suchen nach Kaugummis, Rätsel, oder Personen, die Sie zu Ihrem Fall befragen können. Dabei tauchen Sie immer weiter in die wirre Welt der Bewohner von Scoggins ein. Finden Sie heraus, warum die Produktion in der Radiergummifabrik still steht, was mit dem Vorarbeiter passiert ist, und welche Geheimnisse die verschiedenen Bewohner haben. Lassen Sie sich mitreißen und genießen Sie, neben der "Professor Layton"-Serie, ein weiteres fesselndes Rätselspiel. Hier gibt es noch eine interessante Developer-Featurette, bei der auch Graham Annable zu Wort kommt.
Grafik und SoundDie Grafik ist ein absoluter Höhepunkt dieses Spiels. Gezeichnet von Graham Annable, hat dieser sich an seiner "Grickle"-Comicwelt orientiert. Die Charaktere sind gut gelungen, und auch die verschiedenen Emotionen wurden halbwegs erkennbar gezeichnet. Bei der Musik, die im Hintergrund läuft hört man auch gewisse "Twin Peaks"-Einflüsse. Also alles sehr geheimnisvoll und mysteriös. Was bei diesem Spiel auch noch positiv auffällt, ist die gelungene Synchronisierung. Das Spiel ist zwar in englischer Sprache, mit deutschen Sprechblasen, aber die Stimmen passen gut zu den Charakteren und vermitteln auch dementsprechend eine gute Gefühlslage.
Steuerung
Ohne Klicken geht es nicht. Außer der Maus werden Sie nicht viel benötigen. Das ist aber gar nicht schlecht, so haben Sie immer eine Hand frei, um sich am Kopf zu kratzen, oder sich über das Kinn zu streichen, um denkerische Posen einzunehmen. Da "Puzzle Agent" kein Point & Click-Spiel ist, können Sie mit ihm auch nicht herumspazieren. Sie sind lediglich in der Lage, einzelne Hotspots wie Türen, Personen, Kaugummis oder auch Rätsel, anzuklicken.
Durch die bereits erwähnte Anlehnung an Meisterregisseur David Lynch und an seine Serie "Twin Peaks" ersteht eine unglaublich spannende Atmosphäre. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Fans von David Lynch braucht man da nichts erzählen, die wissen genau, was spannende, mysteriöse Geschichten benötigen. Die eingängige, ab und zu bedrohlich klingende Musik, der kleine, eingeschneite Ort, die geheimnisvollen Bewohner, die noch geheimnisvollere alte Sage über kleinen Kreaturen, unzählige Rätsel und plötzliche Wendungen der Geschichte. Sie werden erst den Computer verlassen, wenn der Fall gelöst ist.
"Puzzle Agent" besticht vielleicht nicht mit durchgehend schwierigen Rätseln, betrachtet man allerdings, dass es ab 12 Jahren freigegeben ist, so kann man durchaus sagen, dass das Spiel in diesem Punkt alles richtig macht. Ebenso mit der fabelhaften Grafik, die uns, in einem unverwechselbaren Comicstil, durch die Geschichte des FBI-Agenten Nelson Tethers führt. Hinzu kommt noch eine gehörige Portion toller und auch spannungserzeugender Musik, die in so einem Spiel definitiv nicht fehlen darf. Die unfreundlichen sowie die freundlichen Charaktere, auf die man trifft, die abrupten Geschichtswendungen und auch die Vielzahl an Rätsel, um dem Fall ein Stück näher zu kommen, all diese Dinge greifen sehr schön ineinander, und bescheren uns ein wunderbares Spiel, das leider viel zu schnell vorbei ist, und auf jeden Fall auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
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