Sie haben es genug, immer der Gute zu sein? Dann sollten Sie sich vielleicht einmal „Wackylands Boss“ ansehen!
Chillingo konnte mit „Angry Birds“ einen Volltreffer auf allen Plattformen landen und ist scheinbar Spezialist für ungewöhnliche Spielideen: Als Lizenzgeber hat das erfolgreiche Unternehmen die CREAT Studios damit beauftragt, eine Umsetzung des mobilen Spiels „Wackylands Boss“ für die PSP zu gestalten. Doch worum geht es in dem Titel?
Endlich einmal böse sein
Ist es nicht schön, auch einmal böse zu sein? Warum müssen es immer die Guten und Heldenhaften sein, die zu Ruhm und Ehre kommen? Warum gibt es immer ein Happy End? Nun, das haben sich auch die Entwickler gedacht, und so dürfen Sie als böser „Boss“, also Endgegner, in der Welt der Schönen und Guten für Chaos und Zerstörung sorgen. Level für Level, ganz im Stile von „Twin Blades“, das sich hier Anregungen genommen hat, schlagen Sie sich gegen Dutzende von Gegnerschaften in Wellen durch. In normalen Levels warten vier Wellen auf Sie, dann dürfen Sie den Endgegner – meist mit einer speziellen Strategie – besiegen. In den Schloss-Levels, in denen Sie das Schloss zerstören sollen, sind es gesamt sieben Wellen, die auf Sie warten.
Für jede Welle bekommen Sie Goldmünzen, die Sie im Menü dann zum Ausstatten Ihres Monsters verwenden können: Je nach Erfahrungslevel (Achtung, Rollenspiel-Aspekt!) haben Sie Zugriff auf verschiedene und immer bessere Waffen und Ausrüstungsgegenstände – angefangen von Helmen über Brustpanzerungen und Schuhe bis hin zu Waffen. Hier wird auch nicht an Selbstironie gespart: So sehen Sie bei jedem Gegenstand, wie er sich auf Angriffsstärke, Schnelligkeit, Angriffsschnelligkeit und Panzerung auswirkt – selbst Schleifen für Ihr Haar können Ihre Panzerung erhöhen. Unrealistisch, aber lustig und zum Comic-Stil des Spiels passend.
Welche Gegenstände gerade noch nicht verfügbar sind oder Sie sich nicht leisten können, sehen Sie auch im Menü – das macht Lust zum Weiterspielen!
Aussehen – oho oder aha?
Nach jedem Levelaufstieg stehen aber auch neue Augen, Münder, Arme, Beine und Torsi für Ihr Monster-Alter Ego bereit. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und Sie können Ihr Monster ganz nach Ihren eigenen Wünschen gestalten – top!
In den Levels selbst ist das Gameplay recht monoton: Sie schlagen sich mit starken oder leichten Angriffen durch die Gegnerhorden und können, je nach dem aus sechs verschiedenen Typen gewählten Grund-Monster, verschiedene Attacken aufrufen, wenn Sie etwas Kraft gesammelt haben: So können Sie stampfen, um die Gegner kurz zu betäuben, oder Feuerbälle schießen – wenn Sie noch dazu die Wut-Attacke auslösen, so zoomt das Spiel kurz zu Ihnen heran und Sie lösen ein Armageddon unter den Widersachern aus, eine Feuerwand bricht auf sie herab und sorgt so für ein schnelles „Aufräumen“ unter den Guten.
Die Statistiken im Spiel selbst sind etwas mickrig gelungen: So können Sie gerade Ihre eigenen Werte abrufen oder sehen, die wievielte Welle Sie gerade vor sich haben. Schade, hier hätte ich mir mehr Infos gewünscht – wie verteilte Schläge, gesamte Gesundheit verloren etc. Dafür warten auf Sie nach verschiedenen Abschnitten neue Spielmodi wie eine Arena zum endlosen Spiel auf Sie.
Übrigens: Um Ihre Energie im Spiel wiederherzustellen, schnappen Sie sich einfach eine der herumlaufenden Prinzessinnen (automatisch) und verspeisen Sie genüsslich, um Ihre Gesundheitsleiste zu füllen. Das Ganze läuft dann aber unblutig und vollautomatisch ab. Das kurze Tutorial, bei dem teilweise die Sprache gebrochen wirkt, hält auch dafür witzige Kommentare bereit. Die Story wird passend anhand von gescribbelten Bildern erzählt.
Grafik, Sound und Steuerung
Die Comic-Grafik wirkt bunt und spritzig, besonders die Trailer machen Lust auf mehr. Die Animationen sind schön gelungen und vor allem die Kombinationsmöglichkeiten des Monsters halten viel an Motivation bereit.
Der Sound ist peppig, aber etwas nervig auf Dauer – einzig das Knacken wie beim Essen eines Schokoriegels beim Verzehr der Prinzessin ist witzig gelungen. Auf eine Sprachausgabe wurde verzichtet, die Musik ist gehetzt und auf Kampf ausgerichtet.
Die Steuerung ist sehr einfach und schnell erlernt. Einziger Wermutstropfen: Um den Wut-Modus auszulösen, ist es ratsam, direkt nach unten zu drücken und dann erst den Kreis zu betätigen, da sonst das Timing vom Spiel meist falsch erkannt wird.
Zusammenfassung
Ja, „Wackylands Boss“ ist lustig und bringt eine andere Sichtweise auf die Helden-Spiele – doch innovativer und abwechslungsreicher war „Angry Birds“. Und: Ja, es war vor „Twin Blades“ am Markt. Leider ist es eben etwas repetitiv und teilweise so schwer, dass Sie frühere Levels nochmals spielen müssen, um genügend Geld zu sammeln, um sich gut hochzurüsten. An sich aber ein weiteres Hit-Spiel von Chillingo, das viele Spieler wieder stundenlang vor den Bildschirm fesseln wird. Dennoch: Genießen Sie das Spiel eher zwischendurch mal, für längere Zeit fehlte mir persönlich die Hintergrundgeschichte und das Spielziel!
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