Die niedlichen und unzähligen Pokémon sind vom Videospielhimmel nicht mehr wegzudenken. Die Spiele verkaufen sich wie warme Semmeln und deshalb veröffentlichte Nintendo nun zwei neue Ableger der geschichtsträchtigen Spielreihe. Wir haben für Sie die „Schwarze Edition“ unter die Lupe genommen und für Sie das folgende Review verfasst.
Background
Den Anfang nahm die Spielserie am 27. Februar 1996 mit der Veröffentlichung der Spiele „Red & Green“. Hierzulande erschienen diese beiden Spiele unter den Namen „Rote und Blaue Edition“ am 10. Mai 1999. Vom Erfolg der Anime-Serie und der Videospiele beflügelt arbeitete der Entwickler Game Freak an weiteren Auskopplungen der Spielreihe. Unter anderem erschienen die „Feuerrote und Blattgrüne Edition“, die „Gelbe Edition“, die „Goldene Edition (HeartGold) und die Silberne Edition (SoulSilver)“ sowie viele mehr. Nun im Jahr 2011 veröffentlichte Nintendo die „Schwarze und Weiße Edition“, die in Japan bereits am 18. September 2010 veröffentlicht wurde. Beim Verkaufsstart in Japan schlugen die beiden Neuerscheinungen mit über 2,6 Millionen verkauften Exemplaren in zwei Tagen, voll ein. Insgesamt wanderten in der rund 15-jährigen Geschichte der „Pokémon“-Spiele weltweit über 200 Millionen Exemplare über den Ladentisch.
Nachdem wir Ihnen nun ein wenig zur Geschichte der „Pokémon“ erzählt haben, möchten wir Sie nun einem Trailer der „Schwarzen Edition“ vorstellen.
Erstmals in der Geschichte der „Pokémon“ unterscheiden sich die beiden Editionen voneinander. Nicht nur die Cover sind verschieden, sondern auch der Inhalt unterschiedet sich. So gibt es in den beiden neuen Versionen, je nach Farbe, eigene, unbekannte Gegenden zu erforschen sowie die beiden legendären Coverstars Reshiram („Schwarze Edition“) und Zekrom („Weiße Edition“) zu entdecken.
Jotho, Kanto? wo führt die Reise hin?
Weder noch! Dieses Mal wartet die Spielwelt Einall, in der Sie sich in der Rolle eines männlichen oder weiblichen Protagonisten auf die große Reise machen. Die Ziele haben sich, wenn man an Ash Ketchum zurückdenkt, nicht verändert. Sie müssen für die „Pokémon“-Expertin Prof. Esche den Pokédex vervollständigen. Doch das ist nicht alles. Sie verfolgen auch ein persönliches Ziel. Sie möchten der Champion der „Pokémon“-Liga werden.
Alles beim Alten?
Wenn man die ersten Minuten im Spiel verbringt, fühlt man sich wie am Anfang der „Pokémon“-Serie. Bei mir wurden gleich Erinnerungen an die „Rote Edition“, in der man sich mit Ash Ketchum auf die Reise begab, wach. Sehr viele Parallelen sind zu entdecken, die nur geringfügig verändert wurden. So sind die Ziele, Pokédex vervollständigen und der beste „Pokémon“-Trainer werden, nicht viel anders und auch der Professor aus Ash’s Zeiten namens Professor Eich wurde nur durch eine Professorin Esche ausgetauscht. Von dieser Expertin erhalten Sie wie auch in der „Roten Edition“ Ihr erstes Pokémon, wovon wieder drei zur Auswahl stehen. Sie erinnern sich bestimmt auch an Gary Eich, den hartnäckigen Konkurrent von Ash? In der „Schwarzen bzw. Weißen“ Edition warten mit Bell und Cheren statt einem gleich zwei Konkurrenten. Ist also wirklich alles beim Alten?
Nein, definitiv nicht! Es gibt viel mehr Variation im Spiel. So gibt es beispielsweise eine atemberaubende Grafik, die auf dem Nintendo DS Ihresgleichen sucht, mehr als 150 noch nie zuvor gesehene Pokémon, Jahreszeiten sowie laufende Veränderungen in der Spielwelt, die sich auch auf die Auftrittswahrscheinlichkeit der Pokémon auswirkt.
Sie haben die alten „Pokémon“-Spiele ganz gut gefunden? Dann werden Sie die „Schwarze bzw. Weiße Edition“ lieben. Das Gameplay der alten Spiele war einer der Gründe, warum die Serie so erfolgreich wurde, und ganz nach dem Motto „Never change a wining team!“ wurde das Gameplay über weite Strecken beibehalten. So starten Sie nachdem Sie sich für Ihr Start-Pokémon entschieden haben das große Abenteuer. Gleich zum Beginn wird Bell noch schnell in einem „Pokémon“-Kampf besiegt und schon kann die Reise zur ersten Arena in Angriff genommen werden. Wie gewohnt, tauchten beim Durchstreifen von „hohem“ Gras nach dem Zufallsprinzip wilde Pokémon auf. Diesen wilden Pokémon können Sie mit Ihrem gerade ausgewählten Pokémon zu Leibe rücken. Ich persönlich habe mich für Floink, ein Feuer-Pokémon, entschieden. Bei der „Roten Edition“ war die Wahl ziemlich entscheiden, da man mit dem richtigen Pokémon in der ersten Arena ein leichtes Spielchen hat, denn jedes Pokémon hat Stärken und Schwächen. Bei der „Schwarzen Edition“ soll sich das ändern, wie wir später erfahren.
Wir durchstreifen auf dem Weg zur ersten größeren Stadt die „Wildnis“ und machen mit den ersten Pokémon Bekanntschaft. Mit einem Level 4 Yorkleff und einem Level 3 Nagelotz haben wir gleich zwei Pokémon eingefangen. Um ein Pokémon einzufangen, muss das wilde Pokémon geschwächt werden, damit es sich nicht später aus dem Pokéball befreit. Nachdem unser Alpha-Pokémon schon ziemlich ausgepowert ist, begeben wir uns zur nahegelegenen Stadt, in der ein Pokémon-Center zu finden ist. In diesem Pokémon-Center können Sie die Pokémon heilen lassen, Pokémon tauschen oder auch Items kaufen.
Neu ausgerüstet begeben wir uns wieder in die Wildnis, um unsere neu gefangenen Pokémon ein wenig zu trainieren, damit wir in der ersten Arena nicht blöd dastehen. So wird ein Pokémon nach dem anderen besiegt und als Yorkleff und Floink Level 13 erreicht haben, machen wir uns auf zur nächsten Stadt, in der sich auch die erste Arena befindet. Nach einigen Einleitungskämpfen, die auch schon in den alten „Pokémon“-Spielen enthalten waren, geht’s zum Arenaleiter, der normalerweise eine harte Nuss ist. Und es kommt wie es kommen muss. Es stehen gleich drei Arenaleiter im letzten Raum. Jeder hat das „Anti-Element“ der drei wählbaren Start-Pokémon. So muss ich gegen einen Wasserexperten antreten, gegen den ich mit meinem Feuer-Pokémon keine Chance habe. Gut das wir zuvor in der Wildnis ein Pflanzen-„Pokémon“ entdeckt haben. Mit diesem sollte es doch ein leichtes sein den Arenaleiter zu besiegen? Zwar ist das Pflanzen-Pokémon dem Wasser-Pokémon klar im Vorteil, doch ist der Arenaleiter wirklich schwerer als erwartet. Schnell war mein Pflanzen-Pokémon besiegt, womit ich ein neues Pokémon von meinen maximal sechs Pokémon wählen musste. Meine Wahl fiel auf Yorkleff, das wie ein süßes, knuddeliges Hündchen aussieht. Mit seiner Attacke Biss konnte ich den Arenaleiter besiegen und den ersten Orden ergattern. Was Sie im weiteren Spielverlauf erwartet, können Sie sich denken, doch trotzdem möchte ich Ihnen nicht den Spaß am Selbstrausfinden nehmen.
Im Spiel erwarten Sie anlernbare Attacken, die teilweise auch noch in der Spielwelt verwendet werden können. Ein Beispiel dafür ist der Zerschneider, mit dem kleine Pflanzen, die Wege versperren, umgesäbelt werden können. Diese Fähigkeit dürfte dem einen oder anderen wohl auch bekannt vorkommen.
Alles in allem ist das Gameplay wie auch in der Vergangenheit einfach fesselnd. Man will ständig seine Favoriten unter den Pokémon trainieren, damit Sie neue Fähigkeiten lernen, sich weiterentwickeln oder einfach nur stärker werden. Die erstmals eingebundenen Jahreszeiten und Veränderungen in der Spielwelt sorgen für mehr Variation und noch mehr Tiefgang, womit einem packenden Abenteuer nichts im Wege steht.
Grafik und Sound
Die Grafik ist neben dem fesselnden Gameplay der großte Pluspunkt im Spiel, denn die beiden neuen Auskopplungen zählen meiner Meinung nach zu den schönsten Nintendo DS-Spielen, die ich bislang in den Händen gehalten habe. Der Spielwelt, wird beispielsweise durch herumfliegende Blätter von Bäumen oder blenden Sonnenstrahlen Leben eingehaucht und auch sonst überzeugt die Optik in allen Belangen. Seien es das neue Pokémon-Center, die verschiedenen Pokémon samt Kampfanimationen oder auch die Präsentation des Menüs.
Beim Sound siehts nicht ganz so gut aus, denn außer typischen Nintendo DS-Sounds gibts nur Hintergrundmelodien zu hören, wobei das dem Spielspaß in diesem Fall keinen Abbruch tut.
Die Steuerung sollte für die Fans der Spielreihe keinerlei Probleme dartstellen. Der Avatar wird mit dem Steuerkreuz bewegt, wobei hier eine Steuerung des Avatars am Touchscreen, wie beispielsweise bei „Dragon Quest IX: Hüter des Himmels“ oder „Inazum Eleven“ vermisst wird. Trotzdem funktioniert die Steuerung ganz gut und in den Kämpfen können Sie wahlweise mit dem Touchscreen oder den Knöpfen Ihren Pokémon Anweisungen geben.
Mehrspieler
Als wäre das Alleinspielen noch nicht fesselnd genug, spendierte Nintendo dem Spiel einen Mehrspielermodus für bis zu 5 Spieler sowie die Plattform pokemon.de, auf der unter anderem Informationen zu den Video- und Sammelkartenspiel, unterhaltsame Flash-Minispiele und vieles mehr zu entdecken sind. Dank neuer Verbindungsfunktionen können Sie Ihr Kampfgeschick nun auch mittels Nintendo Wi-Fi Connection und den Modus Zufallsmatch verbessern.
Atmosphäre
Die Atmosphäre profiert extrem von der hübschen Optik des Spiels, denn die Story, ist nicht wirklich eine Erfindung der Neuzeit, trotzdem entkommt man dem „Ein Level-Up mach ich noch“-Faktor nur schwer.
Alles in allem bin ich echt überrascht. „Pokémon“ funktioniert, wie auch schon in der Vergangenheit, trotz weniger Änderungen am Gameplay noch immer. Die neuen Features verleihen dem fesselnde Gameplay noch mehr Spielspaß und Spieltiefe, womit ich nur sagen kann, dass die beiden neuesten Auskopplungen „Schwarze und Weiße Edition“ für mich die besten „Pokémon“-Spiele sind, die ich bislang gesehen und gespielt habe.
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