Strategie ahoi! Mit einer Neuauflage seines Klassikers will Square Enix ein weiteres Mal die Taktikfüchse unter Ihnen beglücken. Die PSP fungiert hier als Fenster über ein kleines Schicksal, das Ihres Haupthelden Denam Pavel. Doch ist es wert, seinem Leben zu folgen? Lesen Sie unser Review!
Ihr Hauptheld Denam Pavel befindet sich in einem Schicksal, welches man wohl keinem so wünscht. Die Mutter in jungen Jahren verloren, nun auch der Vater von brandschatzenden dunklen Rittern ermordet: Was liegt wohl näher, als Rache zu nehmen? Seine überfürsorgliche Schwester Catiua sowie sein Kindheitsfreund Vyce begleiten den jungen Protagonisten dabei, wie Duke Ronwey, der Anführer der Walister, von den jungen aufstrebenden Rittern sowie unerwarteten Söldnern befreit wird. Dieses Ereignis wird sein Leben auf den Kopf stellen, doch bevor wir mehr über das Spiel erzählen, haben wir hier einen Trailer für Sie!
Es erwartet Sie ein Taktik-Game vom Feinsten, rundenbasiert dürfen Sie auf einem gerasterten Kampffeld Zug um Zug machen, und Schläge von hinten oder aus erhöhter Position sind von unschätzbarem Vorteil. Sollen wir noch mehr erzählen? Gut. Ähnlich wie in „Vandal Hearts“ und anderen Taktik-Games haben Sie eine Gruppe von Charakteren mit unterschiedlichen Charakterklassen. Da gibt es zunächst mal den Krieger, Fernkämpfer, Heiler, Magier, geflügelten Kundschafter, nichtmenschliche Kämpfer und mehr. Nachdem Sie sich für eine Gruppe entschieden haben (gut, in der Story haben Sie oft nicht viel Wahl), werden diese auf einem Areal angeordnet, welches in schachbrettartig kleine Felder unterteilt ist. In jeder Runde dürfen Sie sich also eine bestimmte Anzahl an Felder bewegen, danach eine Aktion setzen oder einfach abwarten. So gestalten sich die ersten Kämpfe als etwas langatmig, da bei 10+ Teilnehmern erst jeder Charakter seinen Zug machen muss, bevor Sie mit Ihrem Haupthelden wieder an der Reihe sind. Später übernehmen Sie die Kontrolle über immer mehr Mitstreiter, und die Strategie-Action wird Stück für Stück mehr in Ihre Hände gelegt...
Zur Geschichte: Denam und seine Schwester Catiua versuchen nun, wieder Ordnung ins Land zu bringen. Gleich zu Beginn wird der Duke Ronwey aus seiner misslichen Lage befreit, und von da an geht es Schlag auf Schlag: Für die Rettung zeigt er sich erkenntlich und lässt ganze 30.000 Goldstücke springen, und damit ist relativ gut Kirschen essen. Da die drei jungen Helden Denam, Catiua und Vyce aber sowieso planen, aus Rachegründen die dunklen Ritter zu Fall zu bringen, wird eben schnell eine Initiative auf die Beine gestellt. Zwar gibt es immer Zwiste (Denam ist friedlich, Catiua will ihren Bruder auf keinen Fall verlieren und Vyce schlägt zu, bevor er überhaupt daran denkt, zu fragen), doch die Geschichte verläuft insgesamt in vorhersehbaren Bahnen. Es gibt keinen Zeitdruck, weder beim Fortschritt der Story noch innerhalb eines Kampfes, und die große Anpassbarkeit jedes einzelnen Charakters unterstützt eine Vielzahl von verschiedenen Spieltaktiken.
Das Remake wurde nicht unbedingt großartig aufpoliert, auch auf der PSP wirken die Charaktere teils ein bisschen matschig. Dafür wirkt das knallbunte Retro-Feeling um so besser, da die ganze Optik auf Polygone verzichtet und so den typischen Pixellook perfekt rüberbringt. Die Animationen sind wie bei einem „Disgaea“-Teil auf den großen Sony-Konsolen sehr flüssig und gefallen gut, dem gegenüber steht der eigenwillige Stil, dass Mimik und Gestik bestenfalls in Andeutungen verendet und so nur für den Hardcore-Fan wirklich viel bietet.
Der Sound besteht im Großen und Ganzen aus orchestralen Klängen, die erst dank der Benutzung eines Kopfhörers so richtig gut klingen. Die Ansicht ist gleich wie in „Makai Kingdom“, gelegentliche Kampfgeräusche wie Schwerterklirren und dergleichen stören die anmutige Musikuntermalung kein Stück. Die Menümusik klingt klarerweise anders als auf dem Schlachtfeld, und wie schon beim Originalteil passt der Ton perfekt. Das gefällt und bringt Punkte!
Steuerung
Ein solches Strategiespiel wäre vermutlich bestenfalls auf dem PC aufgehoben, doch für eine Handheld-Version wurde „Tactics Ogre: Let Us Cling Together“ sehr gut umgesetzt. Zwar bleibt das übliche Mikromanagement nicht erspart, was insbesondere mit Fortdauer des Spiels nervig wird, aber Fans der Taktik-Spiele werden dies nicht negativ sehen. Mehr noch, die Menüs wurden eingängig gestaltet (Dank sei dem Vorgänger), und das Steuerkreuz gibt Ihre Eingaben 1:1 weiter, ohne zu zaubern oder fehlzuinterpretieren.
Hier dürfen Sie zwei Teams gegeneinander antreten lassen und eine so genannte Challenge absolvieren. Der Sieger gewinnt, und das war‘s auch schon wieder: Keine bemerkenswerten Änderungen, zwei Spieler teilen sich die PSP, und Zug um Zug spielen Sie die Schlacht gegeneinander aus. Das ständige Wechseln der Konsole ist etwas nervig, aber das Spiel selbst leidet nicht darunter. Positives Fazit soweit!
Atmosphäre
Die Storyline benötigt etwas an Zeit, bevor sie so richtig an Fahrt aufnimmt, doch die Geschichte rund um Denam und seine hyperfürsorgliche große Schwester Catiua funktioniert auch 2011 noch. Die Kämpfe sind dank der zeitraubenden Natur und der großen Anzahl an Kriegern etwas langatmig, doch dies trifft auch nur auf den durchschnittlichen Spieler zu. Taktik-affine Gamer werden ihre Freude an den Anpassungsmöglichkeiten der eigenen Party haben, und hier macht „Tactics Ogre: Let Us Cling Together“ alles richtig!
Ein solides Taktik-Spiel für die Füchse unter Ihnen! Etwas langatmige Kämpfe gepaart mit einer gute Story können auch heute noch begeistern, allerdings sollten Sie Liebe für das Mikromanagement sowie für taktisches Vorgehen mitbringen. Grafisch schon veraltet, aber soundtechnisch noch ganz dick da präsentiert sich „Tactics Ogre: Let Us Cling Together“ als kleine Perle am Strand der Strategiespiele.
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