Sie wollen wieder mal “Breakout” spielen? Dann lesen Sie das Review. Ansonsten, besonders wenn Sie irgendetwas mit Fußball vermuten, müssen wir Sie leider enttäuschen.
Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie freuen sich auf ein Fußball-Spiel der leichten Sorte, einfaches Gekicke ohne großen Simulationswert, doch dann kommt plötzlich ein „Breakout“-Klon in einem Fußball-Trikot um die Ecke. Geht’s noch besser? Das ist die große Frage …
Fehlgeleitet?
Das Spiel erschien bereits im Dezember 2010 für WiiWare und wurde im Juni 2010 angekündigt (Link zur News). Doch was heißt eigentlich „Soccer Bashi“? Ich habe nun mehr als 25 Minuten recherchiert, was das Wort „Bashi“ alles heißen kann. Das Ergebnis: Es kommt vermutlich aus dem Persischen und ist eine Art Füllwort für Aktivitäten. Kurzum: Das Spiel heißt zu Deutsch: „Fußball-Spaß-Spielen“. Doch leider hat das Spiel fast nichts mit dem runden Leder zu tun.
Sie kennen „Breakout“? Dort müssen Sie mit einer Leiste einen Ball im Spiel halten, um alle Blöcke auf dem Spielfeld zu vernichten. Nichts anderes tun Sie in den 90 Levels von „Soccer Bashi“: Sie versuchen, nicht näher erklärte Power-Ups einzusammeln, den Ball im Spiel zu halten, nicht von den Feinden getroffen zu werden … und wenn es gelingt, den Ball in das gegnerische Tor zu versenken, kommt dabei Gutes raus. Das ist aber weder Pflicht noch so einfach, der CPU-Gegner in allen Welten, die Sie schrittweise freischalten, sehr rasch reagiert und meist passiv vor dem Tor wartet.
Eine Halbzeit dauert vier Ebenen lang, dann kommt auch noch die Nachspielzeit am Ende des Spiels hinzu: Macht insgesamt 9 Levels pro Abschnitt, in denen Sie nicht zwingend ein Tor schießen müssen, was auf der anderen Seite Ihrem Punktekonto gut tun würde. Apropos Punkte: Diese kann man fast nicht erkennen, sind sie doch, genauso wie die Anzahl der Leben, senkrecht am Spielfeldrand abgebildet. Schade!
Im Grunde ist bereits alles gesagt, aber ein paar Feinheiten noch: In der Nachspielzeit jedes der zehn Gebiete werden Sie mit einem eigenen Bossgegner konfrontiert, den Sie wiederum mittels des Balls abschießen müssen. Oh Wunder, hier können Sie keine Tore mehr schießen! Warum das so ist, weiß leider niemand, immerhin kann man normalerweise ja auch in der Nachspielzeit Tore schießen, oder?
Inkludiert ist auch ein Level-Editor, mit dem Sie bis zu 100 eigene Levels kreieren können, immerhin etwas Förderung der Kreativität, an die die irischen Entwickler gedacht haben. Sehr originelle Auswüchse können Sie in diesem Video der WiiWare-Version sehen, hier kommt wiederum das Problem mit erstellten und unzensierten Inhalten auf:
Nachdem die Entwickler die Motivationskurve wohl irgendwie hochhalten wollten, wurden eine Reihe von freischaltbaren Extras, vor allem für den Level-Editor, mit eingebaut. Schade, dass auf der anderen Seite eine Art Erklärung der Spielabläufe oder der Power-Ups komplett fehlen. Dennoch können Sie in einem zusätzlichen Modus selbst „Turniere“ erstellen und somit eigene und vorinstallierte Levels mischen und einfach mal so zum Spaß spielen … wenn Sie das nach 90 Levels noch immer wollen. Achja, sind die 90 Levels eine Anspielung auf die 90 Minuten Spielzeit eines Fußballspiels? Hm...
Grafik, Sound und Steuerung
Die Grafik ist simpel und sehr detailarm, muss aber auch nicht unbedingt mehr sein, wenn das Spiel doch in 2D gehalten ist und mehr oder minder an „Breakout“ erinnern soll. Dennoch hätte man eine Geschichte einbauen oder Zwischenbilder inkludieren können.
Der Sound ist sehr „piepsig“ und drängt den Spieler schnell zum Abschalten – leider … mehr gibt es dazu fast nicht zu sagen. Sowohl Musik als auch die Effekte erinnern an die 80er Jahre. Retro-Freunde wird es die Freudestränen in die Augen drücken.
Die Steuerung ist einfach, bis auf den Umstand, dass man dank fehlender Anleitung nicht weiß, wie man Power-Ups einsetzt oder wozu man manche Objekte einsammeln soll. Da hilft nur: Ausprobieren!
Ich habe gerade das Spiel nochmals gestartet. Nein, es gibt nicht mehr – das ist es … aus, Ende! Ja, enttäuschend: Den Spieler zuerst mit einem schleierhaften Namen hinter dem Ofen hervorlocken und dann mit einem Retro-Titel überzeugen zu wollen – das klappt nicht. Alle, die noch nicht genügend „Breakout“ gespielt haben, sei das Spiel als Langzeit-Nahrung empfohlen. Allen anderen sei gesagt: Finger weg, das hat rein gar nichts mit Fußball zu tun und wird leider schnell langweilig.
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