Das Fischen ist des Gamers Frust: Kann eine Angelsimulation für PS3 tatsächlich gutgehen? Als Amateur-Angler haben wir uns über die neue Fischerausrüstung hergemacht und gingen auf die Jagd. Was uns dabei gefallen hat und ob es an das echte Fischen herankommt, lesen Sie in unserem Review!
Es ist kalt draußen, und nur die Härtesten unter uns denken daran, sich jetzt noch irgendwie längerfristig im Außenbereich zu bewegen. Ohne Erfrierungsängsten ausgesetzt zu werden, bietet Activision nun den neuesten Titel der „Rapala“-Spiele an, und zwar mit dem klingenden Namen „Rapala Pro Bass Fishing“! Mittels einer mitgelieferten Angelrute will das Spiel mit authentischem Flair punkten und Amateuren sowie Profis gleichermaßen ein realitätsgetreues Spielgefühl bieten. Sehen Sie zunächst einen Trailer, um sich auf die Action einzustimmen!
Wie vorhin angedeutet, gibt es den in einem Bundle mitgelieferten Rutencontroller. Dieser macht sich die Move-Funktionalität zu Nutze, will heißen, dass der Controller sämtliche Neigungs-, Beschleunigungs- und Giersensoren eingebaut hat, wie es ein normaler Move-Controller auch hätte. Die Rute erkennt dabei die Anweisungen des Spielers und gibt diese an das Spiel weiter. Das Spiel selbst begrüßt Sie zunächst mit einem guten Intro. Ein kleines Motorboot fährt, begleitet von einem gelungenen und rockigen Soundtrack, über verschiedene Seen. Passend eingestimmt im Hauptmenü angekommen, warten dann im Grunde drei Spielmodi auf Sie. Entweder Sie entscheiden sich für eine von drei Saisonen, oder alleine beziehungsweise zu zweit für eine Runde Freies Fischen. Letzteres lässt Sie zwischen sieben verschiedenen Seen, darunter so berühmte Namen wie der Lake Minnetonka oder der Lake Erie, wählen auf denen Sie dann nach Lust und Laune herumfahren und die Angel auswerfen dürfen. Auf den Seen schweben außerdem Herausforderungen, die schnell und unkompliziert gestartet werden. Dazu gehören zum Beispiel Aufgaben wie „Fange 136 kg Fisch innerhalb einer Stunde“, „Wirf fünf Mal perfekt aus in drei Minuten“ oder aber „Fange einen Barsch mit über 1000 g“. Die meisten dieser Herausforderungen bedürfen einer großen Zeitspanne. Fischen ist eben nichts für zwischendurch, hier braucht es auch Geduld - ebenso auf der Konsole.
Spannender wird es dann in den drei Saisonen. Diese sind nach Schwierigkeitsgrad in Anfänger, Profi und Legendär eingeteilt. Die Schwierigkeit ergibt sich dabei anhand der verschiedenen Seen, die befahren werden, und vor allem anhand der Fische, die gefangen werden sollen. Während Sie als Anfänger lediglich ein paar kleine Barsche und Zander ins Boot holen müssen, warten als Profi schon Regenbogenforellen und im Legendär-Modus auch Felsbarsche und dergleichen. Eine kurze Recherche im Fish-O-Pedia ergibt, dass diese Fische tatsächlich schwerer zu fangen sind. Diese Datenbank bietet Ihnen die Möglichkeit, alle Informationen rund um die sieben spielbaren Seen, die im Spiel vorkommenden Fischarten, Angeltipps und so weiter einzuholen. Bevor Sie sich dann für eine Saison entscheiden, dürfen Sie sich den Charakter selbst erstellen. Das rudimentäre Gestaltungsmenü lässt aber nur die Auswahl zwischen männlich, weiblich und der Kleidung zu. Soll Ihr Charakter eine Kappe tragen, kurze Hosen oder doch wetterfester gestaltet werden? Außerdem darf das Boot, mit dem Sie auf den Seen herumgurken, etwas modifiziert werden.
Sie steuern das Boot hinaus auf den See und müssen dabei den Fischradar zu Ihrer Linken beobachten. Umso mehr Fische sich darauf tummeln, umso größer die Chance, hier einen Fang zu machen. Ballone und kreisende Vögel verraten schon aus der Ferne gute Plätze. Einmal für eine Stelle entschieden, werfen Sie per Knopfdruck den Anker aus, stehen auf und werfen die Angel. Wie beim echten Vorbild müssen nun Fische angelockt und eingefangen werden. Nicht immer wird aber der richtige Fisch anbeißen! Verschiedene Anlockungsmöglichkeiten, also unterschiedliche Bewegungsmuster, müssen Sie nun so lange ausführen, bis ein Fisch anbeißt. Diesen holen Sie ein, entscheiden, ob Sie ihn mitnehmen oder zurückwerfen, entscheiden sich eventuell für einen neuen Köder und werfen die Angel erneut aus. Fischen at its best.
Grafik und Sound
Optisch macht „Rapala Pro Bass Fishing“ eine hervorragende Figur. Die Texturen der Spielerfigur als auch der Umgebung sind schön und die Seen unterscheiden sich anhand der Ufer und Vegetation. Sie erkennen die verschiedenen Fisch-Arten rasch anhand ihres Aussehens, was die Bewerbe und vor allem das Zeitmanagement deutlich erleichtert. Gut gelungen sind auch die Animationen der Angler: Je nach Geschwindigkeit Ihrer Eingabgen kurbelt Ihre Figur nämlich schneller oder langsamer. Beim Fangen öffnet sich schließlich ein eigener Schirm, der den Kampf gegen den Fisch zeigt! Rechts unten sehen Sie dann bei Bedarf Tipps zum Bewegen der Angel(die Anlockung, welche wir bereits erwähnten), und links unten steht Ihre Figur auf dem Boot und ist voll in Action. Soundtechnisch wird die Sache natürlich vom Klacken und Surren der Angelspule dominiert. Zwischendurch gibt es aber auch rockige Klänge, und zwei Kommentatoren begleiten die Wettbewerbe.
Die Steuerung ist hier der Knackpunkt. Zweifelsohne lässt sich „Rapala Pro Bass Fishing“ als beste Angelsimulation aller Zeiten sehen, denn drehen Sie die Angel nach links, wird auch die Angel im Spiel nach links gezogen. Selbiges gilt für die rechte Seite und Bewegungen nach oben und unten. Außerdem verfügt der Controller über eine Spule, mit der Sie den Fisch einholen dürfen. Die Reaktionszeit und Empfindlichkeit ist wirklich gut, jede von Ihnen ausgeführte Bewegung zeigt sich am Bildschirm, wenngleich auch leicht verzögert. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass Technik allein nicht alles ist, und dafür gibt es den Angelkasten: Hier entscheiden Sie sich für die Köder und anderes Material, das Sie verwenden möchten. Jeder Fisch hat nämlich unterschiedliche Präferenzen, was seinen Köder angeht, und so sollten Sie auch auf diesen Faktor achten. Angeln fast wie im echten Leben also! Ob dies nun gut ist oder nicht, ist aber von Ihnen zu beantworten.
Der Multiplayer beschränkt sich auf das Freie Fischen zu zweit. Sie fahren dann zu zweit anstatt im Einzelspielermodus über einen beliebigen See und bestreiten die Aufgaben gemeinsam. Einer steuert jeweils das Boot. Im Prinzip geht es hier nur darum, wer der bessere Angler ist. Stellen zum Fischen müssen miteinander ausgesucht werden, und das Boot wieder starten können auch immer nur beide Spieler gemeinsam. Teamplay ist also gefragt und fördert auch die Kommunikation!
Atmosphäre
Richtige Angelstimmung kommt eigentlich nur mit dem richtigen Controller auf, mit dem PS3-Controller zu fischen, ist ziemlich anstrengend und auch etwas seltsam. Ansonsten finden Sie mit “Rapala Pro Bass Fishing” ein echtes Angelerlebnis vor! Wenn Sie auch im echten Leben Freude daran empfinden, sich im Kampf gegen den Fisch zu beweisen, ist „Rapala Pro Bass Fishing“ ein echtes Spiel für Sie. Allerdings ist für den Nichtfischer wie mich ebenso zu sagen, dass nicht viel mehr als das Fischen dahinter steht, und Sie schon eine Riesengeduld mitbringen müssten, um sich ebenso einzufühlen wie ein echter Angler.
Jeder, der ein echtes Angelspiel sucht, wird hier fündig. Genügend Wettbewerbe, eine riesige Auswahl an Equipment und der Freies Fischen-Modus, der Sie wirklich nach Lust und Laune fischen lässt, bieten ein Angelerlebnis für viele Stunden. Allerdings führt dies zu einem Zwiespalt: Echte Angler werden es sich nicht nehmen lassen, selbst an den See zu fahren, während den Spielern ohne Fischer-Erfahrung das Game einfach zu langweilig werden wird. Damit ist alles gesagt, und wir verstauen „Rapala Pro Bass Fishing“ für den Tag, an dem wir eine Herausforderung zu zweit in Angriff nehmen wollen...
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