Endlich sind Sie einmal an der Reihe! Über Politiker schimpfen kann jeder, aber mit dem "Politiksimulator 2 - Rulers of Nations" haben Sie die Möglichkeit, Ihre eigenen Entscheidungen durchzuboxen. Ob gut oder schlecht, das Volk wird auf jeden Fall reagieren und ob sich der ganze Stress wirklich auszahlt, lesen Sie hier in unserem Review.
Im "Politiksimulator 2", oder auch "Herrscher der Nationen" genannt, können Sie die Rolle des Präsidenten, König oder auch Premierminister übernehmen. Je nachdem, für welches der 170 Länder Sie sich entscheiden werden. Mit dieser großen Anzahl an verfügbaren Ländern, den aktuellen Daten für dieses Jahr und einer immensen Auswahl an Entscheidungsmöglichkeiten begeben Sie sich in die Führungsposition. Laden Sie Staatchefs, berühmte Personen, Ihre Kabinettsmitglieder ein, handeln Sie mit anderen Ländern Verträge aus oder schlagen Sie eine militärische Allianz vor! Bevor es aber jetzt zu sehr ins Detail geht, bieten wir Ihnen noch einen kurzen Trailer an:
Nach dem Intro, das erstaunlicherweise für einen Politiksimulator sehr viel Augenmerk auf den Krieg legt, können Sie sich zwischen einem von zwei Spielmodi oder einem Quiz entscheiden. Im Quiz erwarten Sie unter anderem Fragen wie "Wie lautet die Abkürzung des Kinderkanals?" oder "Welcher Formel 1 Fahrer ist am öftesten Weltmeister geworden?". Da diese Dinge kein Geheimnis sind, entscheiden wir uns direkt für den Simulationsmodus. Hier können Sie aus den besagten 170 Ländern eines aussuchen und dürfen dieses Land dann solange regieren, bis Sie abgesetzt werden. Im Wettbewerbsmodus machen Sie eines von 16 Ländern zur größten Nation der Welt. Ihre fünfzehn Gegenspieler werden entweder vom Computer simuliert, oder Sie besorgen sich über den Multiplayer-Modus echte Gegner.
Aber aufgrund des dringenden Bedürfnisses, Österreich regieren zu wollen, entscheiden wir uns, wie gesagt, für den Simulationsmodus. Beim Auswahlbildschirm werden dann noch zu jedem Land jede Menge Daten bereitgestellt, wie zum Beispiel die Einwohnerzahl, die Regierungsform, die Währung, das BIP oder auch die Landeshauptstadt. Danach können Sie noch den Namen Ihrer Figur ändern, und schon geht es mitten ins Leben eines Staatschefs.
Ihr Primärziel ist es, erfolgreich zu sein beziehungsweise zu bleiben. Jede Entscheidung hat ihre Befürworter sowie auch ihre Gegner, und so heißt es, genau zu überlegen, welche Regierungsform man einschlagen und welche Vereine man unterstützen möchte. Denn Sie werden nicht jedem helfen können, da Ihr Budget sonst recht bald an seine Grenzen stoßen wird.
In welche Dinge und Angelegenheiten Sie Ihre Nase stecken dürfen, wird jetzt, hoffentlich halb so kompliziert wie im Spiel, aufgezählt. Am unteren Bildrand haben Sie sieben Buttons, die Sie jeweils zu Ihren Ministern und deren Ressorts führt. Mit dem achten Button haben Sie den Überblick über die Persönlichkeiten und Gruppen dieses Spiels.
Die Ressorts sind: Regierungsbudget und Finanzen, Nationalökonomie (Energie, Umwelt), Polizei und Armee, Soziales, Kultur und Bildung, Inneres und die Außenpolitik. So weit, so übersichtlich!
Wenn Sie jetzt aber mit der Maus über einen Button fahren, dann eröffnen sich auf wunderbare Weise meistens sechs weitere Unterpunkte! Im Falle des Sozialressorts wären da zum Beispiel die Unterpunkte Arbeit, Familie, Gesundheit, Wohnungspolitik oder auch Transport. Nachdem Sie sich vom ersten Schock erholt haben, fahren Sie auch noch über die restlichen sieben Buttons und kommen so insgesamt auf sage und schreibe 43 (!!!) Unterpunkte. Und das Tolle an diesen Unterpunkten ist, dass die meisten noch jede Menge an Gesetzen oder Budgeteinstellungen beinhalten und so für Verzweiflung vom Feinsten sorgen. Wie das dann aussieht?
Erster Tag im Amt! Die erste Anfrage für einen Termin steht an, und dann handelt es sich gleich um den Staatschef von Djibouti. Termin bestätigen, und aufgrund der gähnenden Leere im Terminkalender noch ein paar weitere wichtige Treffen festlegen. Der amerikanische Präsident und die deutsche Bundeskanzlerin sind, gleich wie der leibeigene Hellseher, Pflicht und so steht eine ereignisreiche Woche bevor. Bei den Treffen können Sie ihren Gästen Kaffee, einen Handelsvertrag, sowie eine militärische Allianz anbieten. Auch wenn es keine Originalnamen gibt, so wurden die Charaktere doch ihren echten Ebenbildern nachempfunden, und man hat keine Probleme, einen Barack Obama oder eine Angela Merkel zu erkennen. Nach den Treffen wird den Familien sowie der Bildung etwas mehr finanzielle Unterstützung versprochen. Doch irgendetwas passt den Familien nicht, und schon bekommt man von der Familienvertreterin gesagt, dass diese "hippe" Regierungsform nicht lange funktionieren werde. Die ersten Demonstrationen setzten ein. Kein Problem, denn es gibt noch genügend Ressorts, die gerne unterstützt werden möchten. Wie zum Beispiel die Polizei und der Geheimdienst. Aber auch hier gibt es wieder Menschen, die etwas gegen diese Entscheidung haben. Die Demonstrationen halten an. Jetzt wird das Budget der Polizei erst recht erhöht, um später dann effektiv gegen die Demonstrationen vorgehen zu können. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird legalisiert, die Toleranz steigt, fünf andere Effekte sinken weiter und bescheren die nächste Demonstration. Diesmal wird das Kriegsrecht ausgerufen, und das ewig nörgelnde Ministerkabinett wird vollständig aus dem Hohen Haus befördert und darf nun stempeln gehen. Ersatz kommt aus den eigenen Reihen. Der Vater, die Mutter, ja sogar die eigene Frau, der Hellseher und der gute alte Freund bekommen einen Posten als Minister angeboten. Mittlerweile befindet sich die Beliebtheitsskala bei ca. null Prozent, plus/minus Null. Jetzt noch schnell ein Wahlprogramm zusammengestellt, die Geschwindigkeiten für Straße, Landstraße und Autobahn und das Mindestalter für den Führerschein mit 15 Jahren festgelegt. Einen kurzen Auftritt im Fernsehen später ist es dann endgültig, und zum Glück auch endlich, vorbei mit der Arbeit für das undankbare österreichische Volk! Vielleicht waren sie aber auch nur noch nicht reif für diese neue Art der Regierungsform? Hier haben wir jetzt noch einen actiongeladenen Gameplay Trailer zum "Politiksimulator 2 - Rulers of Nations"!
Grafisch sieht der zweite Teil dieser Politiksimulation nicht viel anders aus als sein Vorgänger. Auch die Weltkarte sieht nicht berauschend aus, und da kommt natürlich die Zoomfunktion der schlechten Grafik auch nicht gerade zu Gute. Eine Änderung im Vergleich zum ersten Teil, die aber auffällt, ist diese, dass alle Persönlichkeiten, die mit Ihnen sprechen, einen dreidimensionalen Kopf besitzen.
Diese Meetings weisen über sechs Stunden Dialoge auf und es wurden viele verschiedene Stimmen eingesetzt, um das Ganze etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Ansonsten herrscht musikalischer und soundtechnischer Durchschnitt.
Steuerung
Gesteuert wird ausschließlich mit der Maus, lediglich die Weltkarte lässt sich auch mit den Pfeiltatasten verschieben. Wenn Sie sich mal zu weit weg von Ihrem eigenen Land befinden, dann können Sie mit Hilfe der rechts oben befindlichen Flagge Ihrer Heimat dorthin zurückkehren. Die meisten Punkte lassen sich alle mit einem normalen Linksklick öffnen und die acht Buttons am unteren Bildschirmrand geben Ihre Menüpunkte preis, sobald man den Mauszeiger auf den Button bewegt hat.
Im Multiplayer-Modus können Sie sich mit 15 anderen Mitspielern um die Weltherrschaft streiten. Schließen Sie Nicht-Angriffs-Pakte, Handelsabkommen, oder was Ihnen sonst noch zu schnellem Ruhm verhilft. Da dieses Spiel, wenn man es alleine spielt, schon ziemlich stressig werden kann, ist es mit 15 Mitspielern sicherlich auch nicht einfacher.
Atmosphäre
Dass bei der Vielzahl an Entscheidungsmöglichkeiten und Handlungen eine gewisse Stimmung aufkommt, ist natürlich nicht abstreitbar. Und auch die täglichen Meetings tragen ihren Teil dazu bei. Leider wird diese Atmosphäre aber auch genau durch diese Unmenge an Gesetzesfestlegungen ziemlich schnell wieder verdorben. Sicherlich ist es ein Simulator, aber hier wurde definitiv etwas übertrieben.
Der "Politiksimulator 2 - Rulers of Nations" gibt Ihnen die Möglichkeit, eines von 170 Ländern zu führen und in den Wohlstand zu führen. Wie Sie Ihr Land führen, bleibt Ihnen überlassen, aber hören Sie auf jeden Fall auf die Bevölkerung und auf Ihre Minister. Oder entlassen Sie diese einfach! Leider wurde mit den Handlungsmöglichkeiten ein bisschen übertrieben, und so verliert man recht schnell die Lust am Weiterspielen.
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