Nach „IL-2 Sturmovik: Wings of Prey“ werfen die russischen Entwickler Gaijin Entertainment nun die nächste Kampfflug-Simulation auf den Markt. Wie gut sich diese Hommage an den Apache AH-64D Longbow-Kampfhubschrauber spielt, lesen Sie hier in unserem Review!
Flugsimulationen sind ziemlich rar am Markt, und auf die Schnelle fallen einem vielleicht nur „Ace Combat“ oder „H.A.W.X“ ein. Hubschrauber-Simulationen gibt es noch weniger und so ist es schön, dass sich endlich einmal jemand darum gekümmert hat. Wie bereits erwähnt, hat das russische Entwicklerstudio schon Erfahrung auf diesem Gebiet und somit darf man sich schon auf „Apache: Air Assault“ freuen. Zum Einstieg gibt es einen Trailer als kleinen Vorgeschmack auf das, was Sie bei diesem Spiel erwartet:
Nach dem Tutorial, das vor allem für alle PC-Spieler ohne Gamepad ziemlich wichtig ist, um mit der sensiblen Steuerung klar zu kommen, erwartet Sie Ihre erste Mission. Sie befinden sich auf einem militärischen Stützpunkt, der plötzlich angegriffen wird. Nun ist es an Ihnen, den feindlichen Angriff abzuwehren und in einen Gegenschlag überzugehen. Für diese Missionen sind Sie mit Hydra- und den AGM-114 Hellfire-Raketen ausgerüstet. Bekämpfen Sie die feindlichen Panzer und Artilleriestellungen aus der Luft und verhindern die Übernahme des Luftlandeplatzes! Ihre Feinde werden Ihnen alle mit roten Pfeilen angezeigt, und so wissen Sie auch noch nach extremen Wendemanövern, wo sich diese befinden. Haben Sie den ersten Missionspunkt erfüllt und den Angriff abgewehrt, müssen Sie noch die fliehenden Restbestände vernichten. Wenn Sie dies auch noch geschafft haben, ist die erste Mission beendet. Zum Abschluss wird auch noch eine nette Statistik angezeigt, die Ihnen die Dauer des Einsatzes, die Erfüllung der Ziele, die angefallenen Kosten für diesen Einsatz, Ihre Treffsicherheit und noch vieles mehr anzeigt.
In der Kampagne spielen Sie in drei verschiedenen Szenarien, die aber letztendlich alle irgendwie miteinander verwoben sind. So bekämpfen Sie eine aufkeimende Revolte im gebirgigen Gebiet von Süd-West Tazirstan, Piraten, um die Handelsstraße der afrikanischen Volksrepublik Lealia zu beschützen und dann fliegen Sie auch noch im mittelamerikanischen Dschungel gegen gut bewaffnete Drogenkartelle Ihre Einsätze. Jedes Mal mit einer anderen Version des Apache-Kampfhubschraubers.
Neben Ihren Hydra- und den zielsuchenden, lasergesteuerten Hellfire-Raketen und natürlich dem Bordgeschütz werden Sie ab und an auch noch mit den hitzesuchenden Stinger-Raketen ausgestattet. Diese werden alle von Ihnen direkt im Cockpit gezündet. Wollen Sie aber lieber selber einmal den Bordschütze spielen, welcher ansonsten während der Missionen nur das 30mm-Bordgeschütz bedient, dann nehmen Sie einfach seinen Platz ein. Die Feuerkraft des 30mm-Bordgeschützes reicht aber nur für die Infanterie und die leicht gepanzerten Fahrzeuge aus, für alles andere sind nur die Raketen zu empfehlen. Und vergessen Sie nicht, vorher Ihren Apache in den Schwebeflug zu versetzen, sonst nimmt Ihr Flug ein unschönes Ende. Sollten Sie aber von schweren Geschützen angegriffen werden, empfiehlt es sich nicht, in den Schwebeflug zu gehen, da im realistischen Modus meistens ein bis zwei Raketen genügen, um Ihnen den Garaus zu machen. Also immer schön wendig bleiben!
Für alle „Call of Duty: Modern Warfare“-Zocker braucht man nicht mehr erklären, wie es aussieht wenn man als Bordschütze agiert. Die Flugszene aus "CoD 4", bei der Sie auch aus der Luft Ihre Ziele bekämpfen und Ihre eigenen Leute mit den blinkenden Beacons ausgestattet sind, finden Sie hier in "Apache: Air Assault" wieder. Ebenfalls ist es auch hier möglich, mittels des FLIR (Forward Looking Infra Red) auf die Infrarot-Sicht zu zugreifen, um die versteckten Gegner leichter zu finden und effizienter zu vernichten.
Sollten Ihnen die Missionen zu schwierig sein, können Sie diese auch auf dem Level „Training“ bestreiten. Hier ist Arcade Trumpf und die Beherrschung des Apache fällt hier um einiges leichter, natürlich auf Kosten des Simulations-Feelings. Auf der Veteranenstufe, diese wird erst nach dem Kampagnenende auf „Realistisch“ freigeschaltet, erwarten Sie dann noch einmal schwierigere Bedingungen. Hier gibt es dann kein Nachladen mehr, die Munition muss auf den Landeplätzen abgeholt werden und danach können Sie sich erst wieder in den Kampf stürzen.
Neben den Kampagnen gibt es auch noch die Variante des freien Fluges. Hier können Sie sich eine beliebige Karte, den Gegner, die Wetterbedingungen und auch alle freigeschalteten Apaches aussuchen um dann dort Ihre Flugstunden zu absolvieren.
Hier haben wir jetzt noch einen Trailer, der das Gameplay, ein paar Szenen aus diversen Missionen und Kommentare des Producers von „Apache: Air Assault“ beinhält:
Die Hubschrauber selber sehen schon sehr gut aus, und das nicht nur, weil da sehr viel Liebe zum Detail mit drinnensteckt, sonder weil diese fliegenden Vernichtungsmaschinen während des Kampfes noch einmal besser und ansehnlicher wirken. Die restlichen grafischen Details, wie die Landschaft, der Rauch der abgeschossenen Raketen oder auch die Explosionen sehen ebenfalls gut aus.
Auch soundtechnisch wurde vieles toll umgesetzt, so sind die Funksprüche realistisch gemacht, sowie auch die gesamte Geräuschkulisse während der Kämpfe. Die gezündeten Raketen, die Explosion des Zieles, das Brummen der Rotoren und auch die martialische Hintergrundmusik fügen sich zu einem stimmigen Kriegs-Bild zusammen.
Steuerung
Für alle, die kein Gamepad besitzen, wäre dieses Spiel sicher ein Grund, sich eines zu zulegen. Es ist zwar möglich, mit der Tastatur dieses verflixt wendige Gerät zu fliegen, aber es bedarf einiges an Übung und Nerven, vor allem beim Landevorgang. Grundsätzlich ist es wirklich überraschend, dass man mit ein paar wenigen Tasten den Apache und alle wichtigen Waffen bedienen kann. Diese überschaubare Anzahl an Tastenbefehlen ist ein überaus großer Pluspunkt und trägt sehr viel zum Spielspaß bei.
Im Multiplayer ist es möglich, sich mit anderen gemeinsam auf die Jagd nach den Bösen zu machen. Leider nicht innerhalb der Missionen im Koop-Modus, denn dieses Feature gibt es lediglich für die Konsolenversionen. Dafür gibt es die freischaltbaren Erfolge nur für die PC-Gamer. Leider hätten wir gerne selber in den Kampf um die Lufthoheit eingegriffen, hatten aber keine Gelegenheit dafür. Dieses Spiel dürfte sich vielleicht noch nicht ganz auf dem PC-Markt durchgesetzt haben und so herrscht im Multiplayer-Modus noch Funkstille.
Dadurch, dass hier wirklich viel Wert auf das Simulations-Gefühl gelegt wurde, wirkt dieses Spiel überaus realistisch und erzeugt somit eine tolle Atmosphäre, in der man sich dann sofort verliert und einfach nur mehr in seinen Kampfhubschrauber will, um durch die Luft zu fliegen und um Saltos und Rollen zu machen. Außerdem ist es einfach der helle Wahnsinn, wenn man zwischen 50 und 100 Metern über den Boden hinwegfegt und eine Rakete nach der anderen auf Panzer und Artillerie loslässt. Die martialische Musikbegleitung und die Funksprüche unterstützen diese Stimmung natürlich noch zusätzlich.
Mit „Apache: Air Assault“ gibt es endlich wieder einmal eine Kampfhubschrauber-Simulation und überhaupt das erste Mal für die Konsolen. Gaijin Entertainment haben alle ihre Erfahrung einfließen lassen und ein tolles Spiel erschaffen, das einen wirklich fesseln kann. Leider gibt es in der Kampagne nur 16 Missionen, aber dafür kann man im freien Flug-Modus nach Lust und Laune sich eine eigene Mission zusammenstellen. Alles in allem wurde hier sehr viel richtig gemacht.
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