Sie wollen ein tolles Workout-Programm nach der Arbeit absolvieren, haben aber niemals die Möglichkeit gehabt, sich dazu zu überwinden oder sich gar eines zusammenzustellen? „EA Sports Active 2“ nimmt Sie an der Hand und lässt Sie mit drei Sensoren trainieren. Funktioniert dies? Lesen Sie unser Review!
Keine Zeit, ins Fitnessstudio zu gehen oder ist die Mitgliedschaft zu teuer? Die Problematik kennen wir, und EA hat es sich zur Aufgabe gemacht, dafür zu sorgen, dass Sie es nur noch mit Ihrem inneren Schweinehund zu tun haben. Eine Unmenge an Übungen, drei Sensoren inklusive Pulsmesser und eine Vielfalt an Optionen warten auf Sie. Sind Sie bereit, loszulegen? Hier haben wir einen Trailer für Sie!
Katarina Witt und David Beckham haben eines gemein: Sie beide geben ihren Namen für das neueste Produkt aus dem Hause EA Sports, und Sie haben die Wahl zwischen über 70 Übungen und Aktivitäten. Diese dürfen Sie beliebig anpassen und unbegrenzt ausführen, darunter Basisübungen wie Squats, Lunges und Biceps Curls - ja, bald schon werden Sie wissen, was wir damit meinen -, aber auch fortgeschrittene Aktivitäten warten auf Sie. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, via PlayStation Network neue Übungen herunterzuladen und eigene Workout-Geräte wie Hanteln und Gewichte einzubringen. Derart ausgestattet (haben wir schon die drei Sensoren inklusive Pulsmesser erwähnt?) kann doch gar nichts schiefgehen, oder?
Sie dürfen sich zu Beginn des Trainings zwischen zwei Trainern entscheiden, die entweder auf Fitness oder aber auf Yoga und Motivation spezialisiert sind. Zusätzlich gibt es die Option, entweder ein Neun-Wochen-Programm zu absolvieren, welches einem gelungenen Ganzkörpertraining gleichkommt, oder aber eine drei Wochen dauernde Session zu beginnen. Beide Schemata laufen gleich ab, so erhalten Sie einen ausgewogenen Trainingsplan, den Sie durch tägliches Trainieren oder Pausieren (alles wird Ihnen hierbei im Detail erklärt) einhalten. Die Workouts können Sie in drei Schwierigkeitsstufen in Angriff nehmen, wobei die Intensität und Wiederholungen sehr stark variieren. Anfänger sollten also bei Leicht bleiben, während Hartgesottene auch durchaus mit den schweren Übungen trainieren dürfen. Von Kraft- über Fitness- bis hin zu Ausdauer-Übungen ist alles in „EA Sports Active 2“ vertreten, wobei sich manche Übungen besser steuern lassen als andere - hierzu aber mehr im Punkt Steuerung.
Grafisch ist der Titel durchaus gelungen, so können die Trainer gefallen und die angenehmen Hintergründe wissen ebenso zu begeistern. Die Animationen sind glaubwürdig und machen Ihnen die Übungen sehr anschaulich vor, soweit also genau die Qualität, die Spieler von Electronic Arts gewöhnt sind! An der Sound-Front sieht es etwas weniger gut aus, hier vermischen sich Einheits-Jingles mit reißender Musik, was aber grundsätzlich zumindest in Ordnung ist. Denn die wahren Fitnessfanatiker werden sich sowieso die eigene Workout-Playlist im Hintergrund laufen lassen, und Sound-Fetischisten werden kaum „EA Sports Active 2“ wegen der tollen Akustik spielen. Das Spiel schafft es grundlegend, Sie zu motivieren, und genau hierfür verdient das Spiel den höchsten Respekt!
Steuerung
Das Alleinstellungsmerkmal von „EA Sports Active 2“ mit Pulsmesser und den gesamt drei Sensoren an Ihrem Körper ist Segen und Fluch zugleich. Während diverse Übungen wie das Punching und das Aufwärmen sehr gut umgesetzt wurden, gab es andere Aktivitäten, die bei uns für heftigstes Kopfschütteln sorgten. Beispielsweise gibt es da das Workout, in dem Sie auf dem Fitnessband stehen, dieses über Ihre Schultern ziehen und langsam in die Hocke gehen. Der Sensor wollte unsere Bewegung einfach nicht erkennen! Wir blieben bei dieser Übung geduldig und ließen auch die Standpauken des Trainers über uns ergehen. Doch nichts half, die Übung wurde nicht geschafft. Als wir gefrustet den Oberschenkel-Sensor abnahmen und auf die Couch warfen, erhöhte sich der On-Screen-Zähler um eins. Wie bitte?! Erneuter Wurf, erneuter Punkt. Dies veranlasste uns, die Sensorik von „EA Sports Active 2“ etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, und es ist tatsächlich effektiver für das Programm, wenn Sie die Sensoren manuell mit den Händen bewegen anstatt „richtig“ zu trainieren. Das ist schade und lässt den Anreiz, eine gute Leistung zu bringen, schnell schwinden. Für die Workout-Begeisterten jedoch ist es eine tolle Möglichkeit, zu Hause zu trainieren!
Einige Übungen geben Ihnen die Möglichkeit, sie zu zweit in Angriff zu nehmen, wie etwa das Basketballspiel oder ein Ausdauerlauf mit High Knees und dergleichen. Auch online dürfen Sie sich vergleichen, immerhin wird genauestens getrackt, wie viele Kalorien Sie verbrennen und welche Übungen Sie in welcher Intensität ausüben. Dies motiviert mehr als jede Trainerin (Erinnerungen an „Get Fit with Mel B“ werden wach), doch den ersten Schritt müssen Sie noch immer selbst machen.
Atmosphäre
Sind Sie erst einmal im Workout, macht es Spaß, dabei zu bleiben, doch die Spieler, die sich bislang schon nicht zu einem kleinen Sportausgleich überwinden konnten, denen gibt auch „EA Sports Active 2“ keinen großen Anreiz, jetzt mehr für sich zu tun. Suchtfaktor winkt so gut wie keiner, doch die vorgefertigten Programme sind anstrengend und haben sich im Test als gutes Training erwiesen! Die Zielgruppe für solche Spiele ist denkbar klein gestreut, aber dafür dürften sich alle davon durch irgendeinen Part, den das Game anbietet, angesprochen fühlen.
Das gleiche Prinzip wie schon Teil eins auf der Wii, nur diesmal verfeinerter und mit mehr Übungen gespickt: Das ist die Grundessenz von „EA Sports Active 2“. Bis auf einige Steuerungsausfälle ist es ganz witzig, das tägliche Training zu absolvieren, und wenn Sie sich dazu motivieren können, dranzubleiben, ist das Spiel bestimmt günstiger als eine Mitgliedschaft im Fitnesscenter. Sie benötigen allerdings eine Menge Platz, da Sie auch schon mal auf dem Boden liegen müssen oder relativ zügig herumhüpfen sollen. Alles in allem ein solider Titel von EA Sports, wobei gerade bei der Steuerungserkennung keine Totalausfälle passieren sollten. Macht es Kinect besser?
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