Eines der legendärsten Spielefranchises geht in die nächste Runde. „Call of Duty: Black Ops“ schickt sich an, um die Action hautnah in Ihr Wohnzimmer zu bringen. Können die Entwickler von Treyarch dem Franchise noch einen weiteren Höhepunkt verpassen? Lesen Sie unser Review!
Sie spielen Alex Mason, einen exzellenten Scharfschützen, der in Alaska geboren und aufgezogen wurde. Als Sie das Spiel starten, befinden Sie sich (Ähnlichkeit mit „Saw“ gefällig?) in einem Verhörraum, der aber mit gewissen Standards nichts zu tun hat. An einen elektrischen Stuhl gefesselt muss er seinem unbekannten Verhörpartner Rede und Antwort stehen, und so geht die Geschichte los. Sie beginnen mit der Operation 40, in der Sie niemand geringeren als Fidel Castro töten sollen! Bevor wir aber näher auf die Story eingehen, haben wir hier einen Trailer für Sie!
In so genannten Black Operations kommen nur die Besten der Besten zum Einsatz, und dazu gehören nun auch Sie. Es gilt ähnlich wie in „Medal of Honor“, immer bei Ihrem Team zu bleiben und gemeinsam die Aufgaben zu erledigen! Ihre Kollegen Hudson, Weaver und Woods stehen Ihnen bis zum bitteren Ende - oder nicht ganz so lang - bei, und die Kampagne dauert zwar nicht unbedingt lange, doch kinoreif ist die Aufmachung allemal. Wie schon fast gewohnt gibt es Passagen, bei denen Sie aus fahrenden Gefährten schießen, in Zeitlupe durch Feindesscharen rasen, Helikopter vom Himmel holen, in Gewölben herumschleichen und Stand-Maschinengewehre bedienen. In sechs groben Abschnitten spielen Sie sich durch die Geschichte von „Call of Duty: Black Ops“, und da so gut wie alles aus der Ego-Perspektive abläuft, können Sie sich in Alex Mason auch wunderbar einfühlen. Ja, das Rad wurde in der siebten Auflage des „Call of Duty“-Spektakels auch nicht neu erfunden, aber wer hat schon was gegen eine Neuauflage eines guten Spiels?
Grafik und Sound
Einige Texturen sehen auf der PS3 seltsamerweise nicht unbedingt klasse aus, zumeist ist die Landschaft draußen in Mitleidenschaft gezogen worden. Sehr gelungen hingegen sind kleine Hinweisschilder oder die Charaktere selbst, die sich realistisch bewegen und auch gelungen sterben. (Das werden Sie übrigens oft sehen, falls Sie es sich nicht schon ausmalen konnten.) Die Zwischensequenzen werden mit Flashbacks untersetzt, so fühlen Sie sich mitten in einem Film wie „Minority Report“ oder ähnliches. Sehr starke Präsentation!
Soundtechnisch funktioniert der Titel einwandfrei, es gibt immer genügend auf die Ohren: Seien es die gelungenen Synchronsprecher oder die coolen Effekte, die Schritte oder das Gegröhle der Mitgefangenen, der fließende Strom oder das Wassergeplätscher, hier würde das Game Bestnoten erhalten, gäbe es nicht auffallende Differenzen bei der Lautstärke der einzelnen Spuren. Noch ein Trailer gefällig? Bitteschön!
SteuerungDa die Action im Spiel einen hohen Stellenwert einnimmt, obliegt es auch der Handhabbarkeit des Titels, um die Erfahrung so richtig gut rüberzubringen. Wie im Flug vorbei zu sein scheint die Zeitspanne der Einführung, auch hier kristallisiert sich ganz klar heraus, dass „Call of Duty: Black Ops“ alles andere als ein Einsteigertitel ist. Das Einzige, was wirklich amateurfreundlich ist, sind die fairen Rücksetzpunkte. Die Feinde haben schon auf „Soldat“ (dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden) kein Erbarmen mit Ihnen, und glücklicherweise müssen Sie nach jedem Tod nicht lange spielen, bis Sie wieder an der Stelle sind, an welcher Sie das Zeitliche gesegnet haben. Die Granaten fliegen optimal, die verschiedenen Kaliber steuern sich allesamt anders beim Schusstest, und das Feeling im Game passt extrem gut zur Aufmachung.
Im Mehrspielermodus steht es Ihnen frei, sich auf den dezidierten Servern mit anderen zu messen oder aber lokal zu viert so richtig den militärischen Schweinehund rauszulassen. Viele Modi (Deathmatch, Beherrschung, Eroberung, Capture The Flag etc.) warten auf Sie, und fünf vorgefertigte Klassen auf Seiten der Speznaz und der Black Ops runden das Gesamtbild gelungen ab. Im Online-Modus gab es selten kleinere Lags und Problematiken (von den Horror-Geschichten, die es vor dem Patch für PC gab, war zum Glück nichts zu sehen), der Offline-Splitscreen lässt sich sehr genial einrichten und sorgt zumindest im Vier-Spieler-Modus für Spannung. Zu zweit spielt „Call of Duty: Black Ops“ im Duell seine Stärken einfach nicht aus, die Maps sind hierfür zu klein und der Tod zu allgegenwärtig.
Die Sequenzen, die Handlung und die ständige Egoperspektive machen einfach Lust auf mehr, doch nicht alles ist Gold, was glänzt: Die KI hat sich im Vergleich zu den zahlreichen Vorgängern noch immer nicht wirklich verbessert, so kann es schon mal vorkommen, dass Sie Soldaten sehen, die sich stundenlang damit vergnügen können, gegen eine Wand zu laufen. Ebenso passierte es bereits, dass die KI Ihren Hauptcharakter gerne aus der Deckung in das tödliche Kreuzfeuer stößt. Solche Dinge müssten echt nicht mehr sein, doch die Geschichte wiegt solche kleinen Fehler (man ist ja schnell wieder an der Stelle, wo man gestorben ist) allemal wieder auf. Nach gut sechs Stunden ist die Kampagne vorbei, und der Spaß geht im Mehrspielermodus weiter!
Dieser Titel reiht sich nahtlos neben „Medal of Honor“ ein. Ähnlich actionreich, grafisch etwas unterlegen, doch fast noch packender inszeniert wird der Kampf um die diesjährige Action-Krone ein ganz, ganz enger. Die Geschichte passt wunderbar, das Spiel ist jederzeit fordernd und eher für die Veteranen gedacht als „Medal of Honor“, doch der Stoff, aus dem „Call of Duty: Black Ops“ ist, passt wunderbar. Die Operation Charybdis am Ende bleibt offen und sorgt für eine Steilvorlage in Richtung DLC. Wir bleiben gespannt und können auch „Call of Duty: Black Ops“ allen Action-Freunden durchwegs empfehlen! Die Spielzeit ist mit maximal fünf bis sechs Stunden gewohnt kurz gehalten, doch wir finden, es ist besser, diese Zeitspanne lang gut unterhalten zu werden, anstatt mehr als 20 Stunden ratlos vor dem Schirm zu sitzen. Großes Kino!
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