Sie stehen auf Sniper-Spiele und das noch dazu auf der Nintendo Wii? Der Markt dafür ist zweifelsohne vorhanden, und Bigben Interactive veröffenltichte nun ein Bundle für alle Sniperfans auf der Nintendo Wii, das wir für Sie getestet haben. Die Rede ist vom USK 18 Third Person-Actionkracher „Sniper Elite“. Ob der Titel, der schon auf dem PC (2005) begeisterte, auch auf der Wii überzeugt, erfahren Sie im folgenden Review.
Szenario
Wir befinden uns im Jahre 1945. Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende zu, und die Russen und Deutschen kämpfen um Berlin. Der Kalte Krieg hat begonnen, und Sie schlüpfen in die Rolle eines US-amerikanischen Elite-Scharfschützen, der vom OSS in diese Kampfregion geschickt wurde. Ihr Auftrag lautet: „Verhindern Sie, dass Stalin die V2-Technologie und die Informationen über die Atombombenforschung in die Hände fallen.
Snipergewehr
Im Bundle von Bigben Interactive befindet sich ein schwarzes Snipergewehr, das wie auch das Wii Zapper-Gewehr mit dem Titel kompatibel ist. Das Gewehr ist mit der Anleitung in Windeseile zusammengebaut und sieht auch klasse aus. In diesem Gewehr werden die Wii-Remote (wahlweise auch mit Wii MotionPlus Zubehör) sowie der Nunchuck-Controller versenkt und schon kann das Spektakel losgehen.
Starten möchten wir, wie immer, mit einem Trailer zum Spiel, der Ihnen einige Einblicke ins Spiel gewährt.
Kommen wir nun zum Gameplay. Im Prinzip erwartet Sie ein Third Person-Shooter, im dem Sie, wie bereits erwähnt, die Rolle eines Scharfschützen übernehmen. Es erwartet Sie ein typische Scharfschützen-Städtekampf, der auch schon in einigen Kinofilmen zu sehen war. Die komplette Steuerung befindet sich nun auf dem zusammengebauten Gewehr, womit Sie das Gewehr pausenlos im Anschlag halten. Sie bewegen sich von einer Deckung zur nächsten, schalten wieder in den Zielfernrohrmodus und ergründen die Lage. Dafür können Sie auch ein Fernglas verwenden, aber mit dem Scharfschützengewehr macht das viel mehr Spaß, weil Sie auch gleich abdrücken können, wenn Sie einen Feind erblicken.
Es gibt in den insgesamt 28 Missionen, die jeweils von einem sehr guten Mission-Briefing eingeleitet werden, Haupt- und Nebenziele zu erfüllen. Diese werden auf einem Kompass am Bildschirm angezeigt, womit eine Orientierung am Schlachtfeld gewährleistet wird. Das funktioniert eigentlich ganz gut und macht auch Spaß. Wie nicht anders zu erwarten, müssen Sie allerdings sehr behutsam vorgehen, denn das Zielen benötigt sehr viel Zeit. In Bruce Willis-Manier reinstürmen funktioniert nur in den wenigsten Fällen.
Interessant ist auch, dass Sie in Bezug auf die Einstellungsmöglichkeiten sehr viele Optionen geboten bekommen. Sie können beispielsweise die Gegner KI umstellen, das Atmen aktivieren oder auch den Wind hinzuschalten. All diese Punkte erschweren den Kampf noch weiter.
Doch damit Sie nicht ganz verloren sind, können Sie immer und überall speichern. Gerade dieser Punkt ist sehr wichtig, weil man echt schnell sterben kann. Einmal nicht sorgfältig um die Ecke geschaut, kann schon alles vorbei sein.
Alles in allem ist das Gameplay für einen Nintendo Wii-Titel in diesem Genre wirklich gut, wobei man auch klar sagen muss, dass das langsame und genaue Vorgehen im Spiel einem natürlich liegen muss.
Grafik und Sound
Grafisch bin ich wirklich überzeugt. Man kann den Titel nicht mit dem aktuellen Snipertitel „Sniper: Ghost Warrior“, der seit geraumer Zeit für die Xbox 360 und den PC erhältlich ist vergleichen, aber für Fans von Sniperspielen, die nur eine Wii besitzen, ist das Gebotene wirklich klasse. Es wird ein authentisches Kriegssetting vermittelt, mit Bomben- und Granateneinschlägen, Kratern sowie eingestürzten Häusern. Auch die Animationen, wenn beispielsweise eine Granate einschlägt, können sich wirklich sehen lassen. Kurzzeitig wackelt das Bild von der Erschütterung. Besonders gut fand ich die Slow Motion-Wiederholung bei sehenswerten Treffern. Ein Beispiel davon wird auch im Trailer, den wir Ihnen am Anfang vorgestellt haben, gezeigt.
Soundtechnisch gibt es ebenfalls nicht viel zu meckern. Eine gute Soundkulisse wird durch ein komplett vertontes Mission-Briefing (in Deutsch!) perfekt abgerundet.
Steuerung
Als nächstes werfen wir einen Blick auf die Steuerung. Hier wurde leider nicht so sorgfältig wie bei den zuvor aufgezählten Punkten gearbeitet. Die Steuerung wird zwar gut und ausführlich erklärt, doch passiert dies während der ersten Mission, in der man auch schon in Kämpfe verwickelt ist. Dann sieht man während dem Zielen auf einmal eine Einblendung, die weitere Steuerungsmöglichkeiten erklärt. Zu allem Überfluss muss man dann immer A drücken statt B, denn der Finger ist sowieso pausenlos am Abzugshebel. Warum hat man also die Bestätigungstaste nicht auf den B-Knopf gelegt? So muss man immer mit der zweiten Hand den A-Knopf, der am vorderen Ende des Gewehrs zu finden ist, drücken? Auch die Vergrößerungsfunktion wurde über den A-Knopf realisiert. Man hat den Nunchuck sehr gut und griffbereit, aber man muss immer vorab den A-Knopf drücken und dann mit dem Nunchuck nach oben oder unten fahren, um den Zoomfaktor zu bestimmen. Ein längeres Drücken der Zielfernrohrfunktionstaste wäre hier eine absolut hilfreiche Alternative gewesen. Es ist mit schon klar, das viele Funktionen auf den verhältnismäßig wenigen Tasten unterzubringen sind, doch hätte man hier doch noch etwas mehr rauskitzeln können.
Der Titel lässt sich nicht nur im Singleplayermodus spielen, sondern auch in einem lokalen Zwei-Spieler Koop-Modus. Dafür wird der Bildschirm in zwei Hälften geteilt, und schon kann ein zweiter Spieler mithelfen. Dabei stehen Ihnen die selben Missionen wie im Singleplayermodus zur Verfügung.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist wirklich gelungen. Das Setting des Krieges wurde sehr gut auf die Nintendo Wii portiert. Man darf hier nicht die Möglichkeiten der Wii vergessen, und dafür kann man mit den Entwicklern wirklich zufrieden sein. Die Einschläge, die Erschütterungen nach sich ziehen, die zerbombten Häuser als auch die Zielfernrohrfunktion sorgen für ein cooles Scharfschützen-Feeling auf der Wii.
Alles in allem bin ich echt überrascht. Wenn die Steuerung etwas durchdachter gewesen wäre, hätte der Titel mit Sicherheit einen Award abgestaubt, aber so ist das wirklich etwas nervig, weil man oft mehr mit sich selbst als mit dem Gegner beschäftigt ist. Der Rest des Spiels ist allerdings mehr als nur in Ordnung.
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