Die „Gothic“-Serie, eines der bekannteren deutsch-österreichischen Videospiel-Produkte, geht mit „Arcania: Gothic 4“ in die nunmehr vierte Runde. Ob Sie ein weiteres Mal Schwert und Zauberstab zur Hand nehmen sollten, erfahren Sie in unserem Review.
Zehn Jahre nach der Story von „Gothic 3“ angesiedelt schlüpfen Sie in die Rolle eines namenlosen Schafhirten, der unverhofft in die Geschehnisse rund um den düsteren und mysteriösen König verstrickt wird und sich auf einen Rachefeldzug begibt.
Gleich zu Beginn des Spiels lernen Sie in einer Traumsequenz die grundlegende Kampfmechanik und Steuerung kennen, und übernehmen erst danach den Titelhelden, mit dem Sie in und um sein Heimatdorf streichen, um alle Spielaspekte in einer Art Großflächentutorial zu erlernen, bevor die eigentliche Rahmenhandlung startet. In allzu puristischer RPG-Manier besteht Ihre Hauptaufgabe aus „Hol dies“- und „Töte x von y“-Quests, die von gelegentlichen diplomatischen Aufträgen etwas aufgefrischt werden. Mit der Zeit steht Ihnen mittels Levelaufstiegen ein Skillbaum offen, über den sich Ihr Charakter auf Nahkampf, Scharfschießen oder Magie spezialisieren kann oder eine beliebige Mischform annimmt. Die Kombinationsmöglichkeiten sind groß. Alchemie und Eigenbauwaffen runden den Tiefgang ab.
Grafik und Sound
Grafisch bietet „Arcania“ einiges: Regen rinnt wunderschön von den Schultern der Figuren, Gras und Baumäste schwingen im Wind und die Brandung schlägt an die Ufer der Inseln. Auch Städte und Zaubersprüche sind durchaus ansehnlich, worunter die Frames auf der Microsoft-Konsole des Öfteren leiden, keinesfalls aber in einem Ausmaß, das den Spielfluss stören würde. Einziges echtes Manko ist die Lippensynchronisation der Charaktere, die nicht nur nicht mit den Worten übereinstimmen, sondern gelegentlich gänzlich ausbleibt. Die Soundabteilung von „Gothic IV“ sorgt für eine dramatische Untermalung des Spiels und steuert viel zur Atmosphäre bei.
Steuerung
Das Spiel lässt sich übersichtlich steuern, wobei Nahkampf über die vorderen Knöpfe, Zauber über den rechten Bumper und Fernkampf über den rechten Trigger auch gut mitten unter Metzeleien kombiniert werden können.
Atmosphärisch dünnt „Arcania: Gothic 4“ an manchen Stellen etwas aus; so gibt es zwar immer etwas zu tun, jedoch werfen Ihnen fast alle sprechenden Charaktere eine kurze Botenquest an den Kopf, wobei Ihre Hauptmotivation etwas untergeht. Nichtsdestotrotz ist die Welt generell einladend und vermag einen sehr wohl zu fesseln.
Zusammenfassung
„Arcania: Gothic 4“ erfindet das Rad nicht neu. Es wird das Genre nicht revolutionieren, da es vielleicht etwas zu sehr auf Bewährtes setzt, dadurch ergibt sich aber ein recht gelungenes Gesamtbild.
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