Sie stehen auf packende Adventures mit einer düsteren Atmosphäre und einer tiefgreifenden Story? Dann könnte das Adventure „Gray Matter“ wie für Sie geschaffen für Sie sein. Lesen Sie unseren Test!
Background
In „Gray Matter“ erwartet Sie ein Point & Click-Adventure, das von WizarBox entwickelt wurde. Mit an Bord war auch die Adventure-Expertin Jane Jensen, die vor allem für die „Gabriel Knight“-Adventure-Reihe bekannt ist. Neben der PC-Version erscheint der Titel auch der Xbox 360.
Intro
„Gray Matter“ startet mit einem Comic-Stil-Intro. Darin erwartet Sie eine stürmische Nacht, in der es wie aus Eimern gießt. Ein Motorradfahrer kämpft sich den Weg durch die Finsternis Richtung London. Doch plötzlich dreht ein Windstoß das Straßenschild an einer Weggabelung (ein Holzpflock mit montierten Richtungspfeilen) und das Motorrad fährt in die falsche Richtung weiter. Als das Motorrad unerwartet hält, erkennt man, dass eine Frau das Motorrad gelenkt hat. Sie wandert weiter durch die Nacht, als sie bei einem Haus landet. Dort beobachtet sie eine Frau, die sich als Assistentin bewerben will. Wie von der Tarantel gestochen, ergreift diese Anwärterin auf den Assistentenposten auf einmal die Flucht.
Die Motorradlenkerin entscheidet sich blitzschnell, den Posten der Assistentin zu übernehmen. Was würde sie sonst in der kalten, regnerischen Nacht tun. Sie geht zum Türschild, auf dem Dr. Styles zu lesen ist und klingelt. Ob das eine gute Entscheidung war?
Hier der offizielle gamescom 2010-Trailer, der einige Storydetails und In-Game-Ausschnitte zeigt:
Story
Hier sind Sie nun! Sie schlüpfen in die Rolle der Motorradlenkerin, die den Namen Samantha Everett (kurz Sam) trägt. Diese attraktive Straßenkünstlerin kommt aus den USA und hat nun ganz Europa auf der Suche nach neuen Zaubertricks bereist. Doch nun landet sie im Anwesen von Dr. David Styles. Das Anwesen trägt den Namen Dread Hill House und irgendetwas Merkwürdiges geht hier vor. Dieses Rätsel müssen Sie lösen. Doch dabei schlüpfen Sie nicht nur in die Rolle von Sam sondern steuern auch den Neurobiologen Dr. David Styles. Gemeinsam müssen Sie versuchen, das Geheimnis von Dread Hill House zu lösen.
Gameplay
Gameplaytechnisch erwartet Sie ein typisches Point & Click-Adventure. Sie müssen Rätsel lösen, Gegenstände sammeln, Gegenstände an anderen Orten einsetzen und richtig kombinieren. Als wären diese Aufgaben nicht schon genug, müssen Sie sich auch mit der Zauberei herumschlagen. Hin und wieder müssen Sie Zaubertricks einsetzen, die wirklich fordernd sind. Dabei müssen Sie nämlich eine richtige Reihenfolge von Aktionen durchführen. Das kann teilweise recht frustrierend sein, aber diese Zaubertricks passen perfekt ins Setting.
Sie starten in einem der vielen Zimmer des mysteriösen Anwesens. Dabei durchlaufen Sie auch das Basic-Tutorial. Hier lernen Sie das Bewegen, das Untersuchen von Gegenständen und Orten als auch das Verwenden von Gegenständen. Sie müssen den kleinen Hasen Houdini wiederfinden. Sobald Sie diesen Task erfüllt haben, müssen Sie noch Wasser und etwas zum Fressen für das Tierchen finden. Das Tutorial ist ganz einfach und führt den Spieler sehr gut an das Spielgeschehen heran.
Danach entbrennte eine spannende Geschichte in der Sie abwechselnd die Rolle von Sam und Styles übernehmen und dem Rätsel auf den Grund gehen. Los geht es mit der einfach klingenden Aufgabe im nahegelegenen Oxford sechs Versuchsobjekte für ein Experiment zu suchen. Sie Versuchskaninchen erhalten dafür eine Bezahlung, und auch der Zeitaufwand scheint sich in Grenzen zu halten. Klingt nach einen guten Deal. So machen Sie sich auf in die Stadt, und was Sie dort von den Passanten erfahren, lässt es Ihnen kalt den Rücken runterlaufen. Der Hausherr soll schreckliche Experimente machen? Auf der Suche erhalten Sie stets neue Erklärungen, die Sie mit der Steuerung und dem Handling vertrauter machen. Alles in allem keine große Hexerei, im wahrsten Sinne des Wortes. Einzig die Zaubertricks als auch die Inventarbedienung könnten ein wenig nerven. Um nämlich einen Gegenstand mit der Umgebung verwenden zu können, müssen Sie diesen zuerst im Inventar anwählen und der Gegenstand bleibt dann quasi in der Hand, bis Sie einen anderen Gegenstand auswählen. Das habe ich bislang so noch in keinem Adventure gesehen.
Im Spiel wird auf Actioneinlagen verzichten und dafür auf Atmosphäre und Storytiefgang Wert gelegt. Insofern kann ich die Adventurefans, die Spiele wie „Lost Horizon“ oder „Baphomets Fluch“ bevorzugen, nur vorwarnen. „Gray Matter“ ist düsterer und geheimnisvoller und dementsprechend auch langwieriger. Die schnellen Erfolge, wie zum Beispiel im Retro-Adventure „Zack McKracken“ bleiben hier eher aus. Wenn Sie hingegen auf genau diese Art von Spielen stehen, dann erwartet Sie wirklich ein tolles Spiel.
Grafisch erwartet Sie meiner Meinung nach eine Augenweide. Die Schauplätze sind sehr vielseitig und detailliert gestaltet. Man merkt an allen Orten ein authentisches Setting, das mysteriös und düster ist. Auch das Intro passt perfekt ins Bild. Was mich allerdings ein wenig stört, sind die Bewegungsabläufe. Oft wirken die Bewegungsanimationen etwas unnatürlich. Ein Beispiel dafür wäre der Moment, in dem Sam in der Küche etwas isst. Sie trinkt anscheinend etwas und bewegt den Arm zur Stirn? Was will sie dort mit einem Trinkglas?
Cool finde ich auch den Grafikstil. Ganz im Gegensatz zu anderen Adventures wie „Lost Horizon“, „Runaway: A Twist of Fate“ oder „Baphomets Fluch“ setzt man hier anstatt auf eine Comic-Stil-Grafik auf eine echt wirkende Darstellung.
Soundtechnisch gibt es noch eine Steigerung. Eine düstere Musik, sowie eine komplette Vertonung sorgen für eine sehr gute Soundkulisse.
Steuerung
Man steuert genretypisch ausschließlich mit der Maus, und die Steuerung an sich wird mit den Tutorials gut erklärt. Die Steuerung funktioniert ganz gut, auch wenn mich persönlich ein wenig die Verwendung des Tutorials stört. Ansonsten kann man in puncto Steuerung nicht viel aussetzen. Kurz und knapp: Ein typisches Point & Click-Adventure.
„Gray Matter“ ist ein typisches Point & Click-Adventure, das zwar nicht mit mitreißendem Gameplay punktet, aber dafür dem Spieler ein atmosphärisches und düsteres Setting beschert.
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