Sie haben sich schon lange ein rundenbasiertes Strategie-Spiel für die PSP gewünscht. Dann sehen Sie sich am besten “Legends of War” genauer in unserem Review an!
Nach dem zwiespältig angenommenen “War Leaders: Clash of Nations” bringen uns die Entwickler von Enigma Software Productions aus Spanien eine neue Franchise-Serie: In “Legends of War” soll es in strategischer Manier um das Aufarbeiten von großen Kämpfen und Auseinandersetzungen gehen. Erster Stop dieser Reise ist – wie kann es anders sein? - der Zweite Weltkrieg.
Exklusiv für die PSP ist letzte Woche “Patton's Campaign” erschienen: Hier erwarten Sie insgesamt 35 Missionen, über sieben Operationen verstreut, die General Patton von der Küste Frankreichs bis nach Berlin geführt haben. Die historische Genauigkeit ist bemerkenswert, hat doch der General nicht nur die 3. US-Armee wirklich befehligt, sondern ist seine Kampflinie tatsächlich ähnlich vollzogen worden, wie es im Spiel geschildert wird.
Rundenbasierter Mix
Doch was erwartet Sie als Spieler außer einer durch einen sehr guten Synchronsprecher vertonten Geschichte, die historisch weitestgehend korrekt ist? Auf der einen Seite müssen Sie vor jeder Mission Ihre Armee im Griff haben: Je nach Ausgang der vorangegangenen Aufgabe erhalten Sie Patton Skill-Punkte, die Sie auf verschieden Bereiche Ihrer Armee anwenden können und die für alle gelten. So fahren Sie die Lebensenergie in die Höhe, erhöhen die maximale Munitionsmenge pro Einheit oder steigern das Charisma, um nach Beendigung der Mission mehr Prestige zu erhalten.
Prestige? Ja, auch dieses brauchen Sie (Sie bekommen mehr, je besser Sie siegen), um Ihre Armee voranzutreiben. Prestige ist sozusagen die Währung, mit der Sie neue Einheiten rekrutieren können: Vom einfachen Soldaten über den Scharfschützen bis hin zum Panzer und Flugzeug sind 53 verschiedene Einheiten inkludiert worden. An dieser Stelle kommt dann auch noch ein Rollenspiel-Aspekt ins Rennen um die Spielergunst: Jede Einheit trägt nicht nur ihren eigenen Namen, sondern auch ihre eigene Statistik mit sich durch das Spiel: Viele Abschüsse bringen ihr am Ende dr Mission eine Medaille, drei Medaillen wiederum eine Helden-Auszeichnung, die sich auf ihre Werte niederschlägt. Wird sie im Kampf verletzt, so müssen Sie sie im Lazarett heilen. Zu jeder Einheit sind auch Informationen verfügbar, wie weit sie gelaufen ist, wieviele Feinde sie erledigt hat etc. Allerdings: Stirbt die Einheit am Schlachtfeld, dann ist sie verloren ... Besonders bei lange gedienten Einheiten ärgert man sich dann erst recht.
Dann bleibt nur noch, die Mission neu zu starten. Achja, im Feldzug kann man zwar Missionen zurückspringen, allerdings verlieren Sie damit den gesamten Fortschritt, den Sie ab diesem Punkt bereits gemacht haben. Steigen Sie in eine Mission ein, sehen Sie auch, wieviel Broennstoff—Reserven Sie haben: Damit wissen Sie, ob und welche benzingetriebene Einheiten Sie einsetzen können. Haben Sie Ihr Team beisammen, geht es auch schon los ...
Wie spielt sich das Ganze?
Im Spiel angekommen, finden Sie sich von der Manager-Ebene direkt im Krieg wieder, im rundenbasierten Kampf. Hier erinnert der Titel an “Jagged Alliance” mit einer Prise “Company of Heroes”. Jede der 21 Karten wurde in schönem 3D gerendert und neben der Graifk wurde auch die Steuerung sehr gut an die PSP angepasst: So können Sie sich leicht mit dem Analog-Stick umsehen, die Kamera drehen und zoomen, während Sie mit dem digitalen Steuerkreuz die Bewegungen der Einheiten sowie die Attacken vollführen. Dabei hat jede Einheit nicht nur eine Primär- und Sekundärwaffe, sondern kann auhc aufrecht laufen oder gebückt schleichen. Zudem sehen Sie immer das Sichtfeld der eigenen Soldaten sowie das der Gegner, wenn Sie sich in Sichtweite befinden – ansonsten sind sie dank des Nebels des Krieges verborgen.
Wie aus rundenbasierten Spielen gewohnt, hat jede Einheit eine bestimmte Anzahl an Bewegungs- und Angriffspunkten pro Mission zur Verfügung: So fahren Sie mit ihrem Panzer schnell um die Ecke, um den Panzerwagen unter Beschuss zu nehmen, kehren um und gehen in Deckung. Aber nicht nur Angriffsmissionen wollen bestritten werden: Auch Verteidigungsaufgaben (Sie müssen mit einer Einheit einige, leider vorher undefiniert lange Runden überleben), Sabotage-Missionen (Sie legen eine Bombe) oder Infiltrationen (Sie holen einen Kameraden raus, bevor der Generalalarm losgeht) werden von Ihnen bestritten.
Allerdings müssen Sie auch aufpassen: Geraten Sie mit Ihren Mannen in die Sichtweite eines Feindes und dieser hat in seiner Runde nicht geschossen, so wird er nun auf Sie feuern. Praktisch ist in diesem Fall die Minimap, die Sie per Select jederzeit aufrufen können. Manchmal liegen auf dem Schlachtfeld auch Medi-Kits herum, die die Gesundheit auffüllen, sollten Sie keinen Sanitäter dabei haben.
Nach einer Mission erwarten Sie die Statistiken und die Klassifizierung in eine der vier Siegesstufen: So bekommen Sie bei einem legendären Sieg mehr Punkte und Prestige als bei einem kleinen. Sind Sie unzufrieden, dann probieren Sie die Mission gleich nochmals – ein späteres Zurückspringen würde ich versuchen zu vermeiden, kostet es doch viel Zeit.
Im Multiplayer-Modus können Sie auf allen Karten des Spiels im Hot Seat-Modus gegen einen Kollegen antreten. Dennoch eine Erwähnung wert: Jede Mission kann nochmals extra angewählt und mit genügend Prestige gespielt werden – abseits des Feldzugs.
Grafik, Sound und Steuerung
Während das Intro noch mit bewegten Bildern, Animationen und toller Sprachausgabe glänzt, sehen wir dann in den Missionen an sich leider wenig davon: Einzig ein Textfenster führt bei Missionsbeginn in die Aufgabe ein. Dann finden Sie sich direkt in der schön modellierten und für eine PSP sehr nett anzusehenden Landschaft wieder. Die Einheiten sind erkennbar, die Übersicht dank der dynamischen Kamera jederzeit gegeben. Die Menüs sind wie au seinem Guss ... die Designer haben ganze Arbeit geleistet und bereiten sich mit dem PSP-Titel wohl auch auf einige PS3-, Xbox 360-, PC- und Wii-Spiele vor, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Die Musik ist, falls vorhanden, episch-patriotisch, die Sprachausgabe der Einheiten erinnert an das erste “Warcraft” und nervt dementsprechend etwas. Die Soundeffekte sind recht realistisch und gut gelungen. Besonders die Verzögerung bei jedem Schuss, wenn der Soldat anlegt, und die Spannung, ob er auch trittt, sind gut umgesetzt worden. Einzig die langen Ladezeiten in jeder Phase des Spiels nerven sehr.
Die Handhabung des Spiels geht nach kurzer Eingewöhnungsphase dank des guten Tutorials in Fleisch und Blut über. So stoppen Sie in kürzester Zeit Einheiten, die blindlings in den roten Sichtbereich von Gegnern laufen. Schon bald schießen Sie im Gehen auf Feinde und gehen geschwind in Deckung. Kurzum: Eine gute Umsetzung für die PSP.
Zusammenfassung
Ja, genau so ein Spiel hatte ich mir von “Legends of War” erhofft: Hier wird Rollenspiel, Strategie und Taktik vereint. Kurz fühlt man sich noch überlegen, wehrt alle Feinde ab, doch sieht man sich schon den ersten Panzern gegenüber und läuft um sein Leben. Spannung, Abwechslung und Gehirn-Training werden hier ansprechend präsentiert – eine gute Generalprobe für die anderen Versionen und nächsten Teile, Enigma! Kaufempfehlung für Strategen mit PSP.
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